Lexikon

Folien-Glossar.

432 Fachbegriffe aus Folienverarbeitung, Substratkunde und Prüftechnik, von den Grundlagen bis zu den Ausdrücken, die nur im Fachgespräch fallen. Jeder Eintrag erklärt den Begriff, grenzt ihn gegen verwandte ab und verweist auf die Seiten, auf denen er in der Praxis vorkommt.

Stand:

A

Abdeckfolie Anwendung & Bauteil

Abdeckfolie bezeichnet Folienmaterial, das eine Fläche vorübergehend freihält oder verdeckt: beim Lackieren, Schweißen, Beschichten oder während der Lagerung. Sie wird aufgelegt, gespannt oder als Zuschnitt aufgebracht und anschließend entfernt. Bei Maskieraufgaben zählen saubere Konturen und rückstandsfreies Ablösen, damit die Grenze zwischen behandelter und freier Fläche scharf bleibt.

Abgrenzung: Eine Schutzfolie haftet vollflächig auf dem zu schützenden Teil; die Abdeckfolie deckt eine Fläche ab und kann lose aufliegen.

Pütz konfektioniert Abdeck- und Maskiersubstrate als Rolle, Zuschnitt oder gestanzte Kontur.

Auch: Abdeckung, Maskierfolie

Ableitfähigkeit Eigenschaft & Kennwert

Ableitfähigkeit beschreibt die Fähigkeit eines Materials, elektrische Ladungen kontrolliert und langsam zu einem Erdungspunkt abzuführen. Ableitfähige Folien liegen im Widerstandsbereich zwischen isolierenden und leitfähigen Werkstoffen: Sie verhindern eine Aufladung und vermeiden zugleich den schlagartigen Ladungsausgleich, der empfindliche Bauteile schädigen würde.

Abgrenzung: Leitfähige Folien führen Ladung sofort ab und erzeugen dabei genau den schnellen Ausgleich, den ableitfähige Ausrüstungen bewusst verzögern.

Auch: statisch ableitfähig, dissipative Ausrüstung

Abriebfestigkeit Eigenschaft & Kennwert

Die Abriebfestigkeit bezeichnet den Widerstand einer Folienoberfläche gegen Materialabtrag durch reibende Beanspruchung. Geprüft wird meist mit rotierenden Schleifrädern, wobei der Massenverlust oder die Trübungszunahme der beanspruchten Fläche ausgewertet wird. Der Kennwert ist bei Bedienfolien, Displayabdeckungen und laminierten Oberflächen entscheidend, die im Gebrauch dauernd berührt werden.

Abgrenzung: Die Abriebfestigkeit betrifft flächigen Materialabtrag über viele Kontakte, die Kratzfestigkeit dagegen die Beschädigung durch einen einzelnen scharfen Kontakt.

Auch: Verschleißfestigkeit, Abriebwiderstand Prüfnorm: ISO 9352

Acetat Substrat & Material

Acetat ist die im Folienhandel gebräuchliche Kurzbezeichnung für Folien aus Celluloseacetat. Der Begriff steht für glasklare, brillante und antistatische Folien auf Cellulosebasis, die sich gut bedrucken, prägen und stanzen lassen. Verwendet werden Acetatfolien für Faltschachtelfenster, grafische Anwendungen, Buchbinderei, Laminate und dekorative Zwecke im Verpackungs- und Werbemittelbereich.

Abgrenzung: Chemisch bezeichnet Acetat ein Salz oder einen Ester der Essigsäure; im Foliengeschäft ist damit immer Celluloseacetat gemeint.

Pütz konfektioniert Acetatfolien zu Rollen und Formatware.

Auch: Acetatfolie, Azetat

Acrylatbeschichtung Verfahren

Acrylatbeschichtung ist das Auftragen einer dünnen Schicht auf Acrylatbasis auf eine Folienbahn, meist als wässrige Dispersion, die anschließend getrocknet wird. Je nach Rezeptur verbessert die Schicht die Haftung von Druckfarben und Klebstoffen, die Siegelfähigkeit oder die Gleiteigenschaften. Aufgebracht wird sie inline bei der Folienherstellung oder nachträglich im Beschichtungsauftrag.

Abgrenzung: Anders als die Corona-Behandlung, die nur die Oberflächenenergie kurzzeitig anhebt, bringt die Acrylatbeschichtung eine eigenständige, dauerhaft wirksame Schicht auf.

Acrylatvorbehandelte Substrate verarbeitet Pütz wie unbeschichtete Ware; die Beschichtung selbst erfolgt bei spezialisierten Partnerbetrieben.

Auch: Acrylatprimer, Acrylatlackierung

Additiv Substrat & Material

Additiv bezeichnet einen Hilfsstoff, der einem Kunststoff in geringer Menge zugesetzt wird, um Verarbeitung oder Gebrauchseigenschaften zu verändern. Zu den Gruppen zählen Gleitmittel, Antiblockmittel, Stabilisatoren, Antistatika, Flammschutzmittel, Weichmacher, Farbmittel und Mattierungsstoffe. Additive beeinflussen neben der Zielwirkung auch Transparenz, Bedruckbarkeit, Siegelverhalten und die Eignung für Lebensmittelkontakt.

Abgrenzung: Additive verändern Eigenschaften in kleiner Dosierung, Füllstoffe ersetzen dagegen einen nennenswerten Teil des Polymers.

Auch: Zusatzstoff, Hilfsstoff

Allzweckfolie Anwendung & Bauteil

Allzweckfolie ist ein Vertriebsbegriff für einfache Standardware ohne festgelegtes technisches Profil, kein definierter Werkstoff. Welches Substrat, welche Dicke und welche Ausrüstung dahinterstehen, bleibt offen und kann von Lieferung zu Lieferung wechseln. Bei technischen Anwendungen sollte deshalb stets nach Substrat, Dicke, Ausrüstung und Konformitätsnachweis gefragt werden.

Abgrenzung: Anders als eine Substratbezeichnung wie BOPET oder Hart-PVC sagt Allzweckfolie nichts über Werkstoff, Verarbeitbarkeit und Beständigkeit aus.

Pütz klärt vor jedem Angebot Substrat, Dicke und Anforderung, statt mit einer Sammelbezeichnung zu arbeiten.

Auch: Universalfolie, Standardfolie

Alterungsbeständigkeit Eigenschaft & Kennwert

Alterungsbeständigkeit bezeichnet die Fähigkeit einer Folie, ihre Eigenschaften über die vorgesehene Nutzungsdauer zu behalten. Alterung entsteht durch Oxidation, Strahlung, Wärme, Feuchte und den Verlust flüchtiger Additive; sie zeigt sich als Versprödung, Verfärbung und nachlassende Festigkeit. Beurteilt wird sie in beschleunigten Lagerversuchen, deren Übertragbarkeit auf reale Einsatzbedingungen begrenzt bleibt.

Abgrenzung: Alterungsbeständigkeit fasst das Verhalten über die Zeit zusammen, während Chemikalien-, UV- und Hydrolysebeständigkeit einzelne Angriffsmechanismen betrachten.

Auch: Langzeitbeständigkeit, Alterungsverhalten

Antiblockmittel Substrat & Material

Antiblockmittel sind feinteilige Zusatzstoffe wie Kieselsäure, Talkum oder Kreide, die eine mikroskopische Rauheit auf der Folienoberfläche erzeugen. Der dadurch entstehende Luftspalt verhindert, dass sich übereinanderliegende Folienlagen unter Druck und Wärme miteinander verblocken. Zu hohe Zugaben trüben die Folie und können die Bedruckbarkeit sowie den Glanz mindern.

Abgrenzung: Antiblockmittel wirken über die Oberflächengeometrie, Gleitmittel über eine wandernde Schmierschicht.

Auch: Antiblocking-Additiv, Antiblock

Antistatik Eigenschaft & Kennwert

Antistatik bezeichnet die Eigenschaft einer Folie, elektrostatische Aufladung gar nicht erst entstehen zu lassen oder sie rasch wieder abzubauen. Erreicht wird das durch antistatische Additive, die Luftfeuchte an der Oberfläche binden, oder durch leitfähige Beschichtungen. Ohne diese Ausrüstung laden sich Folien beim Abwickeln und Trennen durch Reibung auf.

Abgrenzung: Antistatische Folien verhindern die Aufladung, ableitfähige führen vorhandene Ladung kontrolliert ab; abschirmende Verpackungen schützen zusätzlich gegen Felder von außen.

Auch: antistatische Ausrüstung, Antistatikausrüstung

Antistatikbehandlung Verfahren

Antistatikbehandlung bezeichnet Verfahren, die eine Folienoberfläche gegen elektrostatische Aufladung ausrüsten. Möglich sind ein eingearbeitetes Antistatikum, das an die Oberfläche wandert und dort Luftfeuchte bindet, oder eine aufgebrachte leitfähige Beschichtung. Ziel ist, dass Ladung beim Abwickeln, Schneiden und Trennen kontrolliert abfließt, statt sich am Material aufzubauen.

Abgrenzung: Die Antistatikbehandlung senkt den Oberflächenwiderstand; die Corona-Behandlung erhöht dagegen die Oberflächenenergie für Benetzung und Haftung.

Beim Konfektionieren elektronikrelevanter Folien achtet Pütz auf Wickel- und Schneidbedingungen, die Aufladung vermeiden.

Auch: antistatische Ausrüstung, Antistatikausrüstung

Antistatikum Substrat & Material

Antistatika sind Additive oder Beschichtungen, die die elektrostatische Aufladung einer Folienoberfläche ableiten oder verringern. Innere Antistatika wandern an die Oberfläche und binden Luftfeuchtigkeit zu einer leitfähigen Schicht, äußere werden aufgetragen. Ohne diese Wirkung ziehen Folien Staub an, kleben aneinander und stören empfindliche elektronische Bauteile.

Abgrenzung: Antistatika verringern die Aufladung der Oberfläche, Gleitmittel dagegen die Reibung zwischen den Folienlagen.

Auch: Antistatika, Antistatik-Additiv

APET Substrat & Material

Amorphes Polyethylenterephthalat

APET ist die amorphe, weitgehend unkristallisierte Form von Polyethylenterephthalat. Rasches Abkühlen der Schmelze verhindert die Kristallbildung, sodass die Folie glasklar bleibt und sich gut tiefziehen, stanzen und siegeln lässt. Typische Einsatzfelder sind transparente Verpackungsschalen, Faltschachtelfenster und Displayanwendungen, bei denen Klarheit und Umformbarkeit wichtiger sind als Wärmeformbeständigkeit.

Abgrenzung: Gegenüber CPET, das gezielt teilkristallin eingestellt wird, bleibt APET klar und umformbar, verliert aber früher seine Form in der Wärme.

Pütz konfektioniert APET-Folien zu Rollen, Formatware und Zuschnitten.

Auch: A-PET, amorphe Polyesterfolie

Aromabarriere Eigenschaft & Kennwert

Aromabarriere bezeichnet das Rückhaltevermögen einer Folie gegenüber flüchtigen Aroma- und Geruchsstoffen. Sie wirkt in beide Richtungen: Aromen sollen das Packgut nicht verlassen, Fremdgerüche nicht eindringen. Da Aromastoffe in Kunststoffen löslich sind, spielt neben der Durchlässigkeit auch die Aufnahme der Stoffe in die Folienschicht eine Rolle.

Abgrenzung: Die Gasbarriere betrifft kleine permanente Gasmoleküle, die Aromabarriere größere organische Moleküle, die sich zusätzlich im Kunststoff lösen können.

Auch: Aromaschutz, Aromadichtigkeit

ASTM Norm & Zulassung

ASTM International

ASTM International ist eine private Normungsorganisation mit Sitz in den Vereinigten Staaten, deren Standards weltweit angewendet werden. Ihre Prüfverfahren für Kunststoffe und Folien sind in nordamerikanischen Spezifikationen der Regelfall. Weil ASTM- und ISO-Verfahren in Probenform und Prüfbedingungen abweichen, sind Kennwerte aus beiden Systemen nicht ohne Weiteres vergleichbar.

Abgrenzung: ASTM-Standards entstehen in einem privatwirtschaftlichen Konsensverfahren, ISO-Normen dagegen über die nationalen Normungsinstitute.

Auch: American Society for Testing and Materials

ASTM D1003 Norm & Zulassung

Standard Test Method for Haze and Luminous Transmittance of Transparent Plastics

ASTM D1003 legt die Messung von Trübung und Lichtdurchlässigkeit transparenter Kunststoffe fest. In einer Ulbricht-Kugel werden der gesamte durchgelassene und der gestreute Lichtanteil getrennt erfasst. Die Trübung ist der Anteil des Lichts, der beim Durchgang stärker abgelenkt wird und den Kontrasteindruck dahinterliegender Objekte mindert.

Abgrenzung: Trübung beschreibt die Streuung im Inneren und an der Oberfläche, Glanz nach ISO 2813 dagegen die gerichtete Reflexion an der Oberfläche.

Prüfnorm: ASTM D1003

ASTM D3985 Norm & Zulassung

Standard Test Method for Oxygen Gas Transmission Rate Through Plastic Film

ASTM D3985 beschreibt die Messung der Sauerstoffdurchlässigkeit von Kunststofffolien mit einem coulometrischen Sensor. Die Folie trennt eine sauerstoffhaltige Prüfseite von einer Trägergasseite; der übergetretene Sauerstoff wird elektrochemisch nachgewiesen und in eine flächen- und zeitbezogene Durchlässigkeit umgerechnet. Das Verfahren ist der Industriestandard für Barrierefolien.

Abgrenzung: ASTM D3985 misst ausschließlich Sauerstoff, ASTM F1249 dagegen Wasserdampf; Barrierewerte gelten immer nur für das jeweils geprüfte Medium.

Prüfnorm: ASTM D3985

ASTM D6400 Norm & Zulassung

Standard Specification for Labeling of Plastics Designed to be Aerobically Composted

ASTM D6400 ist die amerikanische Spezifikation für die Kennzeichnung von Kunststoffen, die in kommunalen oder industriellen Anlagen aerob kompostiert werden sollen. Gefordert werden Nachweise zu biologischem Abbau, Zerfall und zur Unbedenklichkeit des Komposts. Die Systematik entspricht der europäischen EN 13432, die Kennzeichnungs- und Nachweisvorgaben unterscheiden sich jedoch.

Abgrenzung: Eine Zertifizierung nach ASTM D6400 wird in Europa nicht automatisch anerkannt; für Verpackungen ist dort EN 13432 maßgeblich.

Prüfnorm: ASTM D6400

ASTM D6866 Norm & Zulassung

Standard Test Methods for Determining the Biobased Content of Samples Using Radiocarbon Analysis

ASTM D6866 ist das amerikanische Prüfverfahren zur Bestimmung des biobasierten Anteils einer Probe mittels Radiokarbonanalyse. Fester, flüssiger und gasförmiger Probenkohlenstoff wird isotopisch untersucht und der biogene Anteil vom fossilen getrennt. Das Verfahren ist Grundlage vieler internationaler Kennzeichnungen und Zertifikate für biobasierte Werkstoffe.

Abgrenzung: ASTM D6866 und EN 16640 beruhen auf demselben Messprinzip; sie unterscheiden sich in Bezugsgrößen und Berichtsvorgaben.

Prüfnorm: ASTM D6866

ASTM D882 Norm & Zulassung

Standard Test Method for Tensile Properties of Thin Plastic Sheeting

ASTM D882 ist das amerikanische Prüfverfahren für die Zugeigenschaften dünner Kunststofffolien. Ein rechteckiger Streifen wird eingespannt und bis zum Bruch gedehnt; ermittelt werden Zugfestigkeit, Dehnung bei Bruch, Streckgrenze und Elastizitätsmodul. Da Folien richtungsabhängige Eigenschaften haben, wird ebenfalls in Maschinen- und Querrichtung geprüft.

Abgrenzung: ASTM D882 arbeitet mit rechteckigen Streifen, ISO 527-3 lässt zusätzlich Schulterstäbe zu; deshalb weichen die Kennwerte beider Verfahren voneinander ab.

Prüfnorm: ASTM D882

ASTM F1249 Norm & Zulassung

Standard Test Method for Water Vapor Transmission Rate Through Plastic Film

ASTM F1249 beschreibt die Bestimmung der Wasserdampfdurchlässigkeit von Kunststofffolien mit einem modulierten Infrarotsensor. Die Probe trennt eine befeuchtete Kammer von einer trockenen Trägergaskammer; der übergetretene Wasserdampf wird im Infrarotbereich detektiert. Das Verfahren liefert schneller Ergebnisse als gravimetrische Methoden und wird für Barrierefolien in Verpackung und Elektronik genutzt.

Abgrenzung: Anders als das gravimetrische Schalenverfahren wiegt ASTM F1249 nicht, sondern detektiert den Wasserdampf spektroskopisch im Trägergasstrom.

Prüfnorm: ASTM F1249

Aufreißhilfe Anwendung & Bauteil

Aufreißhilfe bezeichnet ein konstruktives Merkmal einer Verpackung, das ein definiertes Öffnen ohne Werkzeug ermöglicht: eine Kerbe, eine Perforation, ein Aufreißfaden oder eine gerichtete Weiterreißneigung des Materials. Die dafür nötige Kraft muss reproduzierbar sein: Eine Verpackung, die sich mal leicht und mal gar nicht öffnen lässt, wird reklamiert.

Abgrenzung: Die Peelfolie erreicht das Öffnen über die eingestellte Siegelnaht, die Aufreißhilfe über eine gezielte Schwächung oder Führung im Material.

Auch: Easy-Open, Öffnungshilfe, Aufreißfaden

Ausgangsfestigkeit Eigenschaft & Kennwert

Ausgangsfestigkeit bezeichnet die am ungealterten, fabrikneuen Material gemessene Festigkeit, die als Bezugsgröße für Alterungsprüfungen dient. Nach Wärmelagerung, Bewitterung oder Chemikalienkontakt wird der verbliebene Wert auf diesen Ausgangswert bezogen und als Festigkeitserhalt angegeben. Ohne saubere Ausgangsmessung lässt sich kein Alterungsergebnis sinnvoll bewerten.

Abgrenzung: Die Ausgangsfestigkeit ist ein Bezugswert innerhalb einer Prüfreihe, kein Auslegungskennwert; dafür ist die Zugfestigkeit maßgeblich.

Auch: Anfangsfestigkeit, Ausgangswert der Festigkeit

B

Backfolie Anwendung & Bauteil

Backfolie bezeichnet eine hitzebeständige Trennlage, die beim Backen zwischen Teigling und Blech liegt und ein Anhaften verhindert. Üblich sind fluorpolymerbeschichtete Glasgewebe und silikonisierte Trennmaterialien. Gefordert sind Formstabilität im Ofen, Eignung für Lebensmittelkontakt und eine Trennwirkung, die viele Backzyklen ohne Nachbehandlung übersteht.

Abgrenzung: Anders als Backpapier ist die Backfolie auf Mehrfachnutzung ausgelegt und behält ihre Trennwirkung über viele Zyklen.

Auch: Backtrennfolie, Dauerbackfolie

Backsheet Anwendung & Bauteil

Backsheet bezeichnet die Rückseitenschicht eines Photovoltaikmoduls, die den Zellverbund gegen Feuchte abschirmt und elektrisch isoliert. Sie ist meist ein Verbund aus mehreren Lagen, in dem eine Polyesterschicht die mechanische und dielektrische Funktion übernimmt. Bewertet wird das Backsheet nicht am Neuwert, sondern am Verhalten nach Jahren unter UV-Strahlung, Wärme und Feuchte.

Abgrenzung: Das Backsheet liegt auf der lichtabgewandten Rückseite; die Frontfolie sitzt auf der Sonnenseite und muss zusätzlich lichtdurchlässig sein.

Auch: Rückseitenfolie, Solarmodul-Rückseitenfolie

Bahnenbreite Verfahren

Bahnenbreite bezeichnet die Breite einer Folienbahn quer zur Laufrichtung, gemessen zwischen den beiden Schnittkanten. Sie ist die zentrale Vorgabe jedes Schneidauftrags, weil sie zur Arbeitsbreite der weiterverarbeitenden Anlage passen muss. Zur Bahnenbreite gehört immer eine Toleranzangabe, denn ohne sie ist die Vorgabe technisch nicht prüfbar.

Abgrenzung: Die Bahnenbreite meint das Maß quer zur Laufrichtung, die Lauflänge das Maß längs dazu auf der Rolle.

Bahnenbreite und geforderte Toleranz klärt Pütz vor dem ersten Auftrag; die belegten Grenzwerte führt die Verarbeitungsseite.

Auch: Schnittbreite, Bandbreite

Bahnspannung Verfahren

Bahnspannung bezeichnet die Zugkraft, die längs auf eine laufende Folienbahn wirkt und sie zwischen Ab- und Aufwicklung gestreckt hält. Sie muss zum Substrat passen: Zu geringe Bahnspannung führt zu Faltenbildung und Bahnlauffehlern, zu hohe zu bleibender Dehnung, Breitenverlust und im Extremfall zum Bahnriss. Dünne Folien reagieren besonders empfindlich.

Abgrenzung: Die Bahnspannung wirkt auf die freie Bahn, die Wickelspannung beschreibt den Spannungszustand im fertigen Wickel.

Auch: Bahnzug, Zugspannung der Bahn

Banderole Anwendung & Bauteil

Banderole bezeichnet einen schmalen Folien- oder Papierstreifen, der um ein Produkt, ein Bündel oder eine Verpackung gelegt und geschlossen wird. Sie hält Multipacks zusammen, trägt Marken- und Pflichtinformationen und kann als Erstöffnungsnachweis dienen. Bedruckbarkeit, Reißfestigkeit an der Kante und ein definiertes Öffnungsverhalten bestimmen die Materialauswahl.

Abgrenzung: Die Banderole umschließt nur einen Teilbereich; eine Umhüllungs- oder Volleinschlagfolie deckt das Produkt vollständig ab.

Auch: Bauchbinde, Umreifungsstreifen

Barrierefolie Substrat & Material

Barrierefolie bezeichnet eine Folie, die den Durchtritt von Gasen, Wasserdampf, Aromen, Licht oder Fetten gezielt begrenzt. Die Sperrwirkung entsteht durch das Polymer selbst, durch Beschichtungen wie Siliziumoxid oder Aluminiumoxid, durch Metallisierung oder durch Kombination mehrerer Schichten. Welche Barriere nötig ist, richtet sich nach Füllgut und geforderter Haltbarkeit.

Abgrenzung: Eine Schutzfolie wehrt mechanische Einwirkung ab, eine Barrierefolie den Stoffdurchtritt.

Auch: Sperrschichtfolie, Barriereverbund

Barriereschicht Anwendung & Bauteil

Barriereschicht bezeichnet die Lage eines Folienverbunds, die den Durchtritt von Sauerstoff, Wasserdampf, Aromen oder Licht begrenzt. Ausgeführt wird sie als Extrusionslage aus EVOH oder Polyamid, als aufgedampfte Metall- oder Oxidschicht oder als Beschichtung. Meist liegt sie geschützt im Inneren des Aufbaus, weil sie mechanisch empfindlich ist.

Abgrenzung: Die Barriereschicht hält Stoffe vom Packgut fern, die Schutzschicht schützt umgekehrt den Verbund selbst vor mechanischer Beanspruchung von außen.

Auch: Barrierelage, Sperrschicht

Basenbeständigkeit Eigenschaft & Kennwert

Basenbeständigkeit beschreibt, wie gut ein Folienwerkstoff dem Angriff von Laugen standhält, ohne zu quellen, zu verspröden oder an Festigkeit zu verlieren. Geprüft wird durch Lagerung in alkalischen Medien mit anschließender Bewertung von Aussehen, Masse und mechanischen Kennwerten. Praktisch relevant wird sie bei alkalischen Reinigern, Betonkontakt und Prozessbädern.

Abgrenzung: Basen- und Säurebeständigkeit sind getrennt zu betrachten: Polyester etwa verträgt verdünnte Säuren deutlich besser als starke Laugen.

Auch: Laugenbeständigkeit, Alkalibeständigkeit Prüfnorm: ISO 175

Baufolie Anwendung & Bauteil

Baufolie ist der Sammelbegriff für robuste Kunststoffbahnen, die auf der Baustelle als Abdeckung, Trennlage, Feuchteschutz oder Staubschutz eingesetzt werden. Sie liegen meist auf Polyethylenbasis vor und werden in großen Bahnenbreiten verlegt. Reißfestigkeit, Weiterreißwiderstand an Nägeln und Kanten sowie Beständigkeit gegen Witterung während der Bauzeit bestimmen die Auswahl.

Abgrenzung: Baufolie ist ein Sammelbegriff nach Einsatzort; Estrichfolie und Dampfbremse benennen dagegen eine bestimmte bauphysikalische Funktion.

Auch: Baufolienbahn, Bauplane

Bedrucken Verfahren

Bedrucken bezeichnet das Aufbringen von Farbe auf eine Folienoberfläche, um zu kennzeichnen oder zu gestalten. Anders als auf Papier saugt die Folie die Farbe nicht auf; die Haftung entsteht allein an der Oberfläche. Deshalb entscheidet deren Energie über das Ergebnis, und viele Substrate benötigen vor dem Druck eine Vorbehandlung.

Abgrenzung: Bedrucken bringt ein Motiv auf, die Oberflächenveredelung verändert die Oberfläche selbst, ohne ein Bild zu erzeugen.

Den Druck führen bei Pütz spezialisierte Partnerdruckereien aus; Substratauswahl, Zuschnitt und Konfektionierung bleiben im Haus.

Auch: Bedruckung, Folienbedruckung

Bedruckstoff Anwendung & Bauteil

Bedruckstoff bezeichnet das Material, auf das im Druckverfahren Farbe aufgetragen wird. Bei Folien entscheidet nicht das Material allein über die Bedruckbarkeit, sondern das Zusammenspiel aus Oberflächenspannung, Vorbehandlung, Farbsystem und Trocknung. Eine Freigabe aus einem Verfahren überträgt sich deshalb nicht ohne Weiteres auf ein anderes.

Abgrenzung: Der Bedruckstoff nimmt die Farbe auf und bleibt im Erzeugnis; eine Transferfolie gibt eine bereits vorhandene Schicht lediglich ab.

Pütz konfektioniert Bedruckstoffe für Druck- und Digitaldruckverfahren und weist auf Verarbeitungsfristen vorbehandelter Typen hin.

Auch: Druckträger, Druckmaterial

Berstfestigkeit Eigenschaft & Kennwert

Die Berstfestigkeit gibt den Druck an, dem eine eingespannte Folie standhält, bevor sie platzt. Geprüft wird, indem eine Membran die Probe flächig ausbeult, bis sie versagt. Der Wert fasst Festigkeit und Dehnvermögen in einer einzigen Kenngröße zusammen und wird vor allem für Beutel, Säcke und Schlauchbeutel herangezogen.

Abgrenzung: Anders als beim Zugversuch wird die Folie beim Berstversuch nicht einachsig, sondern flächig in zwei Richtungen zugleich belastet.

Auch: Berstdruck, Berstwiderstand

Beschichten Verfahren

Beschichten bezeichnet das Aufbringen einer dünnen, funktionalen Schicht auf eine Folienoberfläche, etwa als Lack, Dispersion oder Haftvermittler. Die Schicht kann kratzfest, antistatisch, rutschhemmend, siegelfähig oder haftvermittelnd wirken. Aufgetragen wird sie über Walzen-, Rakel- oder Düsensysteme und anschließend getrocknet oder vernetzt; die Vorbehandlung entscheidet über die Haftung.

Abgrenzung: Beim Beschichten entsteht die Schicht auf der Bahn, beim Kaschieren wird eine bereits vorhandene zweite Bahn aufgebracht.

Beschichtungen laufen bei Pütz als Teil der Oberflächenveredelung über spezialisierte Partnerbetriebe.

Auch: Beschichtung, Coating

Bespannfolie Anwendung & Bauteil

Bespannfolie ist eine dünne, meist eingefärbte Folie, mit der im Modellbau Tragflächen und Rumpfstrukturen überzogen werden. Sie wird aufgelegt, an den Rändern verklebt und mit Wärme gestrafft, bis sie faltenfrei anliegt. Geringes Gewicht, definiertes Schrumpfverhalten und eine Oberfläche, die Dekor sauber annimmt, bestimmen die Auswahl.

Abgrenzung: Anders als eine Schrumpffolie in der Verpackung soll die Bespannfolie nicht umschließen, sondern eine tragende Struktur flächig überziehen.

Auch: Bügelfolie, Modellbaufolie

Biaxiale Verstreckung Verfahren

Biaxiale Verstreckung bezeichnet das Recken einer extrudierten Folienbahn in Längs- und in Querrichtung. Dabei richten sich die Molekülketten in beiden Bahnrichtungen aus und kristallisieren teilweise. Zugfestigkeit, Maßhaltigkeit, Temperaturbeständigkeit und Barrierewirkung steigen gegenüber der ungereckten Folie deutlich, während die Dicke im selben Zug abnimmt.

Abgrenzung: Monoaxial gereckte Folien sind nur in einer Richtung verfestigt und reißen längs der Orientierungsrichtung vergleichsweise leicht ein.

Auch: Biaxiale Orientierung, biaxiales Recken

Biobasiert Nachhaltigkeit

Biobasiert bedeutet, dass ein Werkstoff ganz oder teilweise aus nachwachsenden Rohstoffen wie Holzzellstoff, Stärke oder Zuckerrohr besteht. Der biogene Anteil lässt sich über die Radiokarbonmethode messtechnisch belegen. Die Herkunft des Kohlenstoffs sagt für sich genommen nichts über biologische Abbaubarkeit, Recyclingfähigkeit oder die Umweltwirkung des Anbaus der Rohstoffe aus.

Abgrenzung: Biobasiert beschreibt die Rohstoffherkunft, biologisch abbaubar das Verhalten am Lebensende; ein Werkstoff kann das eine ohne das andere sein.

Zu den bei Pütz verarbeiteten biobasierten Substraten zählen die Cellulosefolien der Reihe NatureFlex™.

Auch: biobased, biogen

Biokunststoff Substrat & Material

Biokunststoff ist ein Sammelbegriff für Kunststoffe, die biobasiert, biologisch abbaubar oder beides sind. Biobasiert beschreibt die Rohstoffherkunft aus nachwachsenden Quellen, abbaubar das Verhalten am Lebensende unter definierten Bedingungen. Beide Eigenschaften treten unabhängig voneinander auf, weshalb Aussagen zu Herkunft und Entsorgung stets getrennt geprüft werden sollten.

Abgrenzung: Ein biobasierter Kunststoff kann dauerhaft beständig sein, ein abbaubarer aus fossilen Rohstoffen stammen; die Begriffe sind nicht austauschbar.

Auch: Biopolymer, biobasierter Kunststoff

Biologisch abbaubar Nachhaltigkeit

Biologisch abbaubar heißt, dass ein Werkstoff durch Mikroorganismen zu Kohlendioxid, Wasser und Biomasse umgesetzt wird. Die Aussage ist ohne Angabe der Bedingungen wertlos, denn Abbau hängt von Temperatur, Feuchte, Sauerstoff und Mikroorganismenbesatz ab. Genormte Prüfungen definieren deshalb jeweils ein konkretes Milieu, etwa industrielle Kompostierung, Vergärung, Boden oder Meerwasser.

Abgrenzung: Biologisch abbaubar ist nicht gleichbedeutend mit kompostierbar: Kompostierbarkeit verlangt zusätzlich Zerfall in vorgegebener Zeit und Unbedenklichkeit des Komposts.

Auch: bioabbaubar, biodegradierbar

Blasfolie Substrat & Material

Blasfolie entsteht, indem die Schmelze durch eine Ringdüse zu einem Schlauch extrudiert und mit Luft aufgeblasen wird. Beim Aufblasen und Abziehen orientiert sich das Material in beiden Richtungen, was ausgewogene Festigkeiten ergibt. Die langsamere Luftkühlung führt zu höherer Kristallinität, geringerer Klarheit und größeren Dickenschwankungen als beim Gießverfahren.

Abgrenzung: Die Blasfolienextrusion liefert einen Schlauch, die Gießfolienextrusion eine flache Bahn mit engerer Dickentoleranz.

Auch: Schlauchfolie, Blown Film

Blasverfahren Verfahren

Blasverfahren bezeichnet die Herstellung von Folie durch Extrusion eines Schlauchs durch eine Ringdüse, der mit Luft aufgeblasen und dabei in Umfangs- und Längsrichtung gedehnt wird. Der Schlauch kühlt an Luft ab, wird flachgelegt und aufgewickelt. Die beidseitige Dehnung führt zu ausgewogenen Festigkeiten in beiden Bahnrichtungen.

Abgrenzung: Blasfolien kühlen langsamer an Luft ab und sind daher meist trüber, dafür in beiden Richtungen gleichmäßiger fest als Cast-Folien.

Auch: Blasfolienextrusion, Schlauchfolienverfahren

Blister Anwendung & Bauteil

Blister ist eine Verpackungsform, bei der das Produkt in einer tiefgezogenen Kunststoffschale sitzt und von einer aufgesiegelten Deckschicht gehalten wird. In der Pharmaindustrie nimmt jede Kavität eine Tablette oder Kapsel auf, die der Anwender durch die Deckschicht hindurchdrückt. Der Blister schützt vor Feuchte, Licht und mechanischer Beschädigung und macht die Entnahme sichtbar.

Abgrenzung: Der Blister ist die fertige Verpackung; Blisterfolie bezeichnet das Halbzeug, aus dem die Schale erst geformt wird.

Pütz konfektioniert tiefziehfähige Hartfolien für Blisterlinien auf die Bahnenbreite der Anlage.

Auch: Blisterverpackung, Durchdrückpackung

Blisterfolie Anwendung & Bauteil

Blisterfolie ist die tiefziehfähige Hartfolie, aus der auf der Verpackungslinie die Kavitäten eines Blisters geformt werden. Sie wird erwärmt, in das Werkzeug gezogen, befüllt und anschließend mit der Deckelfolie versiegelt. Entscheidend sind gleichmäßige Wandstärkenverteilung nach dem Ziehen, definierte Umformbarkeit und ein Verhalten, das zur Taktzeit der Linie passt.

Abgrenzung: Die Blisterfolie bildet die Schale und wird umgeformt; die Deckelfolie bleibt flach und verschließt sie.

Für Blisteranwendungen konfektioniert Pütz Hart-PVC und tiefziehfähige Polyester-Hartfolien nach Linienmaß.

Auch: Blister-Unterfolie, Formfolie

BOPA Substrat & Material

Biaxial orientiertes Polyamid

BOPA ist eine Polyamidfolie, die nach der Extrusion in Längs- und Querrichtung gereckt wird. Die biaxiale Orientierung erhöht Zugfestigkeit, Durchstoßwiderstand und Maßhaltigkeit gegenüber der ungereckten Folie. Eingesetzt wird BOPA vor allem als Zwischenschicht in Verpackungsverbunden für tiefgezogene Packungen, Vakuumbeutel und Anwendungen mit hoher mechanischer Beanspruchung.

Abgrenzung: Gegossenes Polyamid lässt sich besser tiefziehen, BOPA ist fester und maßhaltiger, dafür weniger umformbar.

Auch: BO-PA, biaxial verstreckte Polyamidfolie

BOPET Substrat & Material

Biaxial orientiertes Polyethylenterephthalat

BOPET ist eine Polyesterfolie, die nach dem Gießen in Längs- und Querrichtung gereckt wird. Durch diese biaxiale Orientierung richten sich die Molekülketten aus. Zugfestigkeit, Maßhaltigkeit und Temperaturbeständigkeit liegen dadurch deutlich über denen der ungereckten Folie, was BOPET zum am breitesten eingesetzten technischen Foliensubstrat macht.

Abgrenzung: Gegenüber APET, das amorph und ungereckt bleibt, ist BOPET fester und formstabiler, lässt sich dafür nicht tiefziehen.

Das am häufigsten verarbeitete Substrat bei Pütz. Konfektioniert wird es als Rolle, Formatware und Zuschnitt.

Auch: BO-PET, biaxial verstreckte Polyesterfolie

BOPP Substrat & Material

Biaxial orientiertes Polypropylen

BOPP ist eine Polypropylenfolie, die in Längs- und Querrichtung gereckt wurde. Die biaxiale Orientierung steigert Steifigkeit, Zugfestigkeit, Klarheit und Wasserdampfbarriere gegenüber der gegossenen Folie. BOPP dient als Verpackungsfolie für trockene Lebensmittel, als Etikettenfolie, als Trägerfolie für Klebebänder und als Deckschicht in Verpackungsverbunden.

Abgrenzung: CPP wird nur gegossen und bleibt weicher und breiter siegelbar, BOPP ist durch die Reckung fester und steifer.

Auch: BO-PP, biaxial verstreckte Polypropylenfolie

BRC Norm & Zulassung

BRCGS Global Standard

BRC steht für die Standards der BRCGS, die aus dem britischen Einzelhandel hervorgegangen sind. Für Folienverarbeiter maßgeblich ist der Standard für Verpackungsmaterialien, der Anforderungen an Gefahrenanalyse, Hygiene, Fremdkörperschutz, Produktschutz und Rückverfolgbarkeit stellt. Zertifiziert wird nach angekündigten oder unangekündigten Audits mit einer abgestuften Bewertung.

Abgrenzung: BRCGS und IFS verfolgen dasselbe Ziel und sind beide von der Global Food Safety Initiative anerkannt, unterscheiden sich aber in Aufbau und Bewertungssystematik.

Auch: BRCGS, British Retail Consortium

Brillion® Marke

Brillion® ist eine Typenreihe innerhalb der Tyvek®-Gruppe von DuPont, ausgelegt für selbstklebende Anwendungen. Grundmaterial ist wie bei den übrigen Tyvek®-Reihen ein Spinnvlies aus Polyethylen; die Reihe unterscheidet sich durch die Oberflächenausrüstung, die das Aufbringen von Haftklebstoffen und die Weiterverarbeitung zu Etiketten unterstützt.

Abgrenzung: Brillion® ist keine eigene Materialklasse, sondern eine Reihe innerhalb von Tyvek®. Die Kennwerte sind deshalb bei den Tyvek®-Typen zu suchen.

Bruchdehnung Eigenschaft & Kennwert

Die Bruchdehnung bezeichnet die auf die Ausgangsmesslänge bezogene Längenänderung einer Zugprobe im Augenblick des Bruchs. Sie ist die genormte Benennung für das Dehnungsvermögen bis zum Versagen und wird bei orientierten Folien getrennt für Längs- und Querrichtung ermittelt, da die Verstreckung das Verformungsverhalten richtungsabhängig macht.

Abgrenzung: Die Bruchdehnung ist der Normbegriff für dieselbe Größe, die im Sprachgebrauch der Folienverarbeitung Reißdehnung heißt.

Auch: nominelle Bruchdehnung Prüfnorm: ISO 527-3

Bruchspannung Eigenschaft & Kennwert

Die Bruchspannung ist die Zugspannung, die im Zugversuch im Augenblick des Bruchs anliegt, bezogen auf den Ausgangsquerschnitt der Probe. Bei zähen, stark verstreckbaren Folien liegt sie wegen der Einschnürung unter der Zugfestigkeit, bei spröden Materialien fallen beide Werte praktisch zusammen. Angegeben wird sie stets zusammen mit der zugehörigen Bruchdehnung.

Abgrenzung: Die Zugfestigkeit ist der höchste im Versuch erreichte Spannungswert, die Bruchspannung der Wert im Moment des Versagens.

Auch: Reißspannung, Zugspannung beim Bruch, Bruchfestigkeit Prüfnorm: ISO 527-3

C

CE-Kennzeichnung Norm & Zulassung

Die CE-Kennzeichnung ist die Erklärung des Herstellers, dass ein Produkt den anwendbaren europäischen Rechtsvorschriften entspricht und das vorgeschriebene Konformitätsbewertungsverfahren durchlaufen hat. Sie ist kein Qualitäts- oder Prüfsiegel und wird nicht von einer Behörde vergeben. Je nach Produktklasse ist eine benannte Stelle einzubinden, etwa bei vielen Medizinprodukten.

Abgrenzung: Werkstoffe und Halbzeuge wie Folien tragen keine CE-Kennzeichnung; gekennzeichnet wird das fertige Produkt, in das sie eingehen.

Auch: CE-Zeichen, CE-Konformitätskennzeichnung

Cellophan Substrat & Material

Regenerierte Cellulosefolie

Cellophan ist eine transparente Folie aus regenerierter Cellulose, die durch Lösen und Wiederausfällen von Zellstoff entsteht. Sie ist knisternd steif, antistatisch, gut bedruckbar, aromadicht und ohne Beschichtung feuchtigkeitsdurchlässig. Als Material biologischen Ursprungs ist Cellophan unter geeigneten Bedingungen kompostierbar, reagiert aber empfindlich auf Nässe und wechselndes Klima.

Abgrenzung: Umgangssprachlich wird jede klare Verpackungsfolie Cellophan genannt; fachlich meint der Begriff ausschließlich regenerierte Cellulose, nicht BOPP oder PET.

Pütz konfektioniert Cellophan und cellulosebasierte Folien zu Rollen und Formatware.

Auch: Zellglas, Zellophan, regenerierte Cellulosefolie, Cellulosefolie, Zellglasfolie

Celluloseacetat Substrat & Material

Celluloseacetat (CA)

Celluloseacetat ist ein Kunststoff auf Basis nachwachsender Cellulose, die mit Essigsäure verestert wird. Folien daraus sind glasklar, brillant, antistatisch und angenehm im Griff, zugleich empfindlich gegen Feuchtigkeit und starke Laugen. Verwendet wird Celluloseacetat für Faltschachtelfenster, Kartenlaminate, Brillenfassungen sowie in der grafischen und fotografischen Verarbeitung.

Abgrenzung: Cellophan entsteht durch Regeneration gelöster Cellulose, Celluloseacetat dagegen durch chemische Veresterung und bleibt thermoplastisch verarbeitbar.

Pütz konfektioniert Acetatfolien zu Rollen und Formatware.

Auch: CA, Acetylcellulose

Chemikalienbeständigkeit Eigenschaft & Kennwert

Chemikalienbeständigkeit beschreibt, wie ein Folienwerkstoff auf den Kontakt mit Säuren, Laugen, Lösemitteln, Ölen und Reinigungsmitteln reagiert. Bewertet werden Quellung, Massezunahme, Trübung, Versprödung und der Verlust an Festigkeit nach festgelegter Einwirkzeit. Eine Beständigkeit gilt immer nur für ein bestimmtes Medium bei einer bestimmten Temperatur und Konzentration.

Auch: Medienbeständigkeit, chemische Beständigkeit Prüfnorm: ISO 175

Chemisches Recycling Nachhaltigkeit

Chemisches Recycling zerlegt Polymere in ihre molekularen Bausteine, etwa durch Glykolyse und Methanolyse bei Polyester oder durch Pyrolyse bei Polyolefinen. Aus den gewonnenen Monomeren oder Ölen lässt sich Material in Neuwarequalität aufbauen, auch aus gemischten oder verschmutzten Strömen. Umstritten bleiben Energiebedarf, Ausbeute und die bilanzielle Zurechnung über Massenbilanzansätze.

Abgrenzung: Mechanisches Recycling erhält die Polymerkette und braucht sortenreine Ströme, chemisches Recycling baut sie ab und ist dafür energieintensiver.

Auch: rohstoffliches Recycling

COC Substrat & Material

Cycloolefin-Copolymer

COC ist ein amorphes Copolymer aus Ethylen und cyclischen Olefinen wie Norbornen. Folien daraus sind glasklar, feuchtigkeitsdicht, chemisch beständig und weisen eine geringe Eigenfluoreszenz auf. Wegen der Reinheit und der Wasserdampfbarriere findet COC vorwiegend in pharmazeutischen Verpackungen, Diagnostikartikeln, optischen Bauteilen und als Modifizierungskomponente in Verbundfolien Verwendung.

Abgrenzung: Anders als das teilkristalline Polypropylen bleibt COC amorph und dadurch glasklar und maßhaltiger in der Wärme.

Pütz konfektioniert COC-Folien für pharmazeutische und technische Anwendungen.

Auch: Cyclo-Olefin-Copolymer, COC-Folie

Coextrusion Verfahren

Coextrusion bezeichnet die gleichzeitige Extrusion mehrerer Schmelzeströme durch ein gemeinsames Werkzeug, sodass eine mehrschichtige Folie in einem Arbeitsgang entsteht. Die Schichten verbinden sich im schmelzflüssigen Zustand, oft über Haftvermittlerlagen. So lassen sich Barriere-, Trag- und Siegelschichten kombinieren, ohne die Bahnen nachträglich kaschieren zu müssen.

Abgrenzung: Coextrusion erzeugt den Schichtverbund beim Hersteller in der Schmelze, die Kaschierung fügt fertige Bahnen nachträglich zusammen.

Auch: Co-Extrusion, Mehrschichtextrusion

Coextrusionsfolie Substrat & Material

Coextrusionsfolie entsteht, indem mehrere Schmelzeströme in einem Werkzeug zusammengeführt und gemeinsam zu einer Bahn ausgetragen werden. Die Schichten verbinden sich im Schmelzezustand, ohne Klebstoff. So lassen sich Barriere-, Siegel- und Deckschichten in einem Arbeitsgang kombinieren, wobei Haftvermittlerschichten nötig sind, wenn die beteiligten Polymere nicht miteinander verträglich sind.

Abgrenzung: Kaschierte Verbunde werden aus fertigen Bahnen verklebt, coextrudierte Folien entstehen dagegen in einem einzigen Schmelzeschritt.

Auch: Coex-Folie, coextrudierte Folie

Coil-Set Eigenschaft & Kennwert

Coil-Set bezeichnet die bleibende Krümmung, die eine Folie aus der Wicklung auf dem Kern behält, wenn sie abgewickelt wird. Sie entsteht durch Kriechen unter Wickelspannung und wird durch Wärme, lange Lagerzeiten und kleine Kerndurchmesser verstärkt. Zuschnitte rollen sich dann in Maschinenrichtung ein und lassen sich schwer flach verarbeiten.

Abgrenzung: Coil-Set ist eine gerichtete Krümmung aus dem Wickelprozess, während mangelhafte Planlage auch aus dem Material selbst und seiner Dickenverteilung stammt.

Größere Wickelkerne und eine angepasste Bahnspannung mindern das Einrollen der abgewickelten Ware.

Auch: Rollenkrümmung, Wickelkrümmung, Curl

Compound Substrat & Material

Compound bezeichnet eine fertig aufbereitete Kunststoffmischung aus Basispolymer, Additiven, Farbmitteln, Füll- oder Verstärkungsstoffen, die als Granulat zur Weiterverarbeitung geliefert wird. Das Compoundieren stellt Eigenschaften wie Fließverhalten, Farbe, Gleitverhalten, Steifigkeit und Beständigkeit gezielt ein, bevor das Material zu Folie extrudiert oder anders verarbeitet wird.

Abgrenzung: Ein Masterbatch ist ein hoch konzentriertes Additiv- oder Farbkonzentrat zum Zudosieren, ein Compound dagegen die bereits fertig eingestellte Mischung.

Auch: Kunststoffcompound, Formmasse

Corona-Behandlung Verfahren

Corona-Behandlung bezeichnet eine elektrische Vorbehandlung, bei der die Folienbahn durch eine Hochspannungsentladung an Luft geführt wird. Die entstehenden reaktiven Spezies oxidieren die Oberfläche und verankern polare Gruppen. Dadurch steigt die Oberflächenspannung, und Druckfarben, Klebstoffe und Beschichtungen haften auf dem sonst unpolaren Kunststoff. Die Wirkung lässt über die Lagerzeit nach.

Abgrenzung: Gegenüber der Plasmabehandlung arbeitet Corona an Umgebungsluft und ohne Prozessgas; das Ergebnis ist weniger gezielt einstellbar.

Ob eine Type ohne Vorbehandlung bedruckbar oder kaschierbar ist, prüft Pütz vor der Auftragsfreigabe.

Auch: Koronabehandlung, Corona-Vorbehandlung, Coronabehandlung

CPET Substrat & Material

Kristallines Polyethylenterephthalat

CPET ist eine teilkristallin eingestellte Variante von Polyethylenterephthalat, bei der die Kristallisation durch Nukleierungsmittel und gesteuerte Abkühlung gefördert wird. Die entstehende Kristallstruktur macht das Material opak und deutlich wärmeformbeständiger als amorphes PET. Verwendet wird CPET vorwiegend für ofenfeste Menüschalen, die im Backofen oder in der Mikrowelle erhitzt werden.

Abgrenzung: APET ist glasklar und kalt umformbar, CPET dagegen opak und für heiße Anwendungen ausgelegt.

Auch: C-PET, kristallisiertes PET

CPP Substrat & Material

Cast Polypropylen

CPP ist eine gegossene, nicht gereckte Polypropylenfolie, die über eine Breitschlitzdüse auf eine gekühlte Walze extrudiert wird. Die rasche Abkühlung ergibt eine feinkristalline Struktur mit guter Klarheit, hoher Siegelfähigkeit und weichem Griff. Verwendet wird CPP als Siegelschicht in Verbunden, für Beutel, Textilverpackungen und retorttaugliche Ausführungen.

Abgrenzung: BOPP ist durch die Reckung steifer und fester, CPP bleibt weicher und siegelt in einem breiteren Temperaturfenster.

Auch: C-PP, gegossene Polypropylenfolie

CTA Substrat & Material

Cellulosetriacetat

CTA ist ein hoch acetyliertes Celluloseacetat, bei dem nahezu alle Hydroxylgruppen der Cellulose verestert sind. Der höhere Acetylierungsgrad verbessert Feuchtebeständigkeit, Dimensionsstabilität und optische Gleichmäßigkeit. Folien aus Cellulosetriacetat dienen als Träger für Fotomaterial, als Polarisatorschutzfolie in Flüssigkristallanzeigen und für optische Anwendungen mit geringer Doppelbrechung.

Abgrenzung: Gegenüber dem niedriger acetylierten Celluloseacetat nimmt CTA weniger Feuchtigkeit auf und bleibt maßhaltiger.

Auch: Cellulosetriacetat, Triacetat

D

Dampfbremse Anwendung & Bauteil

Dampfbremse bezeichnet die Bahn, die auf der Raumseite eines gedämmten Bauteils den Eintritt von Wasserdampf in die Konstruktion begrenzt. Sie verhindert, dass Feuchte im Dämmpaket kondensiert und dort Schäden verursacht. Kennzeichnend ist der Diffusionswiderstand des Materials, der zum übrigen Aufbau passen muss, damit eingedrungene Feuchte wieder austrocknen kann.

Abgrenzung: Die Dampfsperre unterbindet den Dampfdurchtritt weitgehend vollständig, die Dampfbremse lässt einen kontrollierten Anteil zu.

Auch: Dampfbremsfolie, Feuchteadaptive Bahn Prüfnorm: DIN 4108-3

Dartek® Marke

Dartek® ist ein Markenname für gegossene Polyamidfolien aus Nylon. Anders als gereckte Folien entsteht das Material im Gießverfahren, woraus ein gleichmäßigeres Verhalten in Längs- und Querrichtung folgt. Kennzeichnend ist die Kombination aus Zähigkeit und hoher Weiterreißfestigkeit; typische Einsatzfelder sind Trennfolien im Formenbau und Vakuumsackverfahren.

Abgrenzung: Neben der Gießfolie umfasst die Marke eine uniaxial gereckte und eine hitzestabilisierte Ausführung; die gereckte Type ist in Laufrichtung deutlich fester, quer dafür dehnbarer.

Pütz konfektioniert Polyamidfolien der Marke Dartek® als Rollenware sowie als Formatware und Zuschnitt.

Dauergebrauchstemperatur Eigenschaft & Kennwert

Die Dauergebrauchstemperatur bezeichnet die Temperatur, der ein Folienwerkstoff über lange Zeiträume ausgesetzt sein darf, ohne dass festgelegte Eigenschaften unter einen vereinbarten Anteil ihres Ausgangswerts fallen. Bestimmt wird sie durch Warmlagerung mit anschließender Prüfung, häufig anhand der verbliebenen Zugfestigkeit oder der elektrischen Kennwerte.

Abgrenzung: Die Dauergebrauchstemperatur ist eine zeitbezogene Alterungsgrenze und liegt deutlich unter der Schmelztemperatur des Werkstoffs.

Auch: Dauereinsatztemperatur, RTI Prüfnorm: UL 746B

Dauerwärmebeständigkeit Eigenschaft & Kennwert

Dauerwärmebeständigkeit beschreibt, wie lange ein Werkstoff erhöhter Temperatur ausgesetzt bleiben kann, bevor mechanische oder elektrische Eigenschaften unter einen festgelegten Anteil ihres Ausgangswerts fallen. Bewertet wird damit nicht die kurzzeitige Hitzeeinwirkung, sondern die thermische Alterung über lange Zeiträume, ermittelt in beschleunigten Lagerungsversuchen im Wärmeschrank.

Abgrenzung: Die Temperaturbeständigkeit meint meist die kurzzeitig ertragbare Spitzentemperatur, die Dauerwärmebeständigkeit dagegen die Belastung über die gesamte Einsatzdauer.

Auch: thermische Langzeitbeständigkeit, Wärmealterungsbeständigkeit Prüfnorm: IEC 60216, UL 746B

Deckelfolie Anwendung & Bauteil

Deckelfolie ist die flache Folie oder Folienverbundbahn, mit der eine gefüllte Schale, ein Becher oder ein Blister verschlossen wird. Sie wird auf den Siegelrand aufgesiegelt und übernimmt Barriere, Bedruckbarkeit und definiertes Öffnungsverhalten. Ihre Siegelschicht muss zum Material der Schale passen, sonst hält die Naht nicht oder lässt sich nicht öffnen.

Abgrenzung: Peelfolie beschreibt eine Deckelfolie mit gezielt abziehbarer Siegelnaht; nicht jede Deckelfolie ist peelfähig, manche wird durchdrückt.

Pütz konfektioniert Polyestersubstrate für Deckel- und Verbundanwendungen in Verpackung und Pharmazie.

Auch: Lidding-Folie, Siegelfolie

Deckschichtisolation Anwendung & Bauteil

Deckschichtisolation bezeichnet die Isolierlage, die eine gefüllte Statornut nach außen abschließt und die Wicklung darin festhält. Sie verhindert, dass einzelne Drähte aus der Nut heraustreten, und ergänzt die Isolierung gegen den Luftspalt. Neben der elektrischen Funktion zählen Steifigkeit beim Einschieben und Formstabilität über die Betriebsdauer der Maschine.

Abgrenzung: Die Deckschichtisolation schließt die Nut ab, die Nutisolation kleidet sie aus. Beide gehören zum selben Isoliersystem, erfüllen aber verschiedene Aufgaben.

Auch: Nutdeckschieber, Nutverschlussisolation

Dekorfolie Anwendung & Bauteil

Eine Dekorfolie trägt ein Dekor (Holzbild, Unifarbe, Struktur oder Metallik) und wird auf Trägerwerkstoffe wie Holzwerkstoffplatten, Profile oder Bauteile aufgebracht. Sie ersetzt aufwendige Lackierprozesse und liefert eine über die gesamte Charge gleichbleibende Oberfläche, deren Erscheinungsbild bereits im Druck festgelegt wird.

Abgrenzung: Eine Kaschierfolie ist auf die Verbindung zweier Lagen ausgelegt; bei der Dekorfolie steht die sichtbare Oberfläche im Vordergrund.

Auch: Dekorationsfolie

Delaminierung Verfahren

Delaminierung bezeichnet das ungewollte Ablösen der Lagen eines Verbunds voneinander. Ursachen sind unzureichende Vorbehandlung, ein zum Substrat unpassender Klebstoff, zu geringe Aushärtung oder eine spätere Belastung durch Wärme, Feuchte oder Füllgut. Sichtbar wird sie als Blasenbildung, Tunnelbildung oder als Aufspalten der Bahn an der Schnittkante.

Abgrenzung: Delaminierung ist ein Schadensbild am fertigen Verbund; das gezielte Trennen von Schichten im Recycling wird als eigenes Verfahren beschrieben.

Auch: Ablösung, Verbundtrennung

Delaminierungsfestigkeit Eigenschaft & Kennwert

Die Delaminierungsfestigkeit gibt an, welcher Kraft der Verbund zwischen zwei kaschierten Schichten standhält, bevor er sich flächig trennt. Ermittelt wird sie im Schälversuch; sie hängt von Klebstoff, Vorbehandlung und Aushärtung ab. Ein zu schwacher Verbund zeigt sich als Blasen, Tunnelbildung oder als Ablösen der Schichten im Gebrauch.

Abgrenzung: Delaminierung trennt zwei Schichten eines Verbunds voneinander, während ein Siegelnahtbruch die Verbindung zweier zusammengesiegelter Folienflächen löst.

Auch: Delaminationswiderstand, Trennfestigkeit im Verbund

Design for Recycling Nachhaltigkeit

Design for Recycling ist die Gestaltung eines Erzeugnisses mit Blick auf seine spätere Verwertung. Leitlinien sind sortenreine oder trennbare Aufbauten, verträgliche Klebstoffe und Druckfarben, sortiergerechte Einfärbung, flächenmäßig begrenzte Etiketten und der Verzicht auf schwer trennbare Barriereschichten. Bewertet wird nach den Vorgaben der Sortier- und Verwertungssysteme des Zielmarkts.

Abgrenzung: Recyclinggerechte Gestaltung kann mit technischen Anforderungen wie Barriere oder Siegelverhalten kollidieren; die Abwägung gehört in die Entwicklung, nicht ans Lebensende.

Bei Materialwechseln bewertet Pütz gemeinsam mit dem Kunden, ob ein sortenreinerer Aufbau die Anforderungen der Anwendung trägt.

Auch: recyclinggerechte Gestaltung, DfR

Dickentoleranz Eigenschaft & Kennwert

Dickentoleranz bezeichnet die zulässige Abweichung der Foliendicke vom Nennwert, angegeben als Spanne um den Sollwert oder als Schwankungsbreite über die Bahnbreite. Sie entsteht im Herstellprozess und wird über die Bahn hinweg laufend erfasst. Örtliche Überhöhungen summieren sich beim Wickeln zu harten Ringen im Rollenaufbau.

Abgrenzung: Die Dickentoleranz betrifft die Abweichung vom Sollmaß in Dickenrichtung, die Dimensionsstabilität dagegen die Maßhaltigkeit in der Fläche.

Beim Umrollen und Schneiden zeigt sich eine ungleichmäßige Dickenverteilung als Ringbildung und als ungleichmäßige Rollenhärte.

Auch: Dickenschwankung, Dickenabweichung, Dickenprofil Prüfnorm: ISO 4593

Dielektrikum Anwendung & Bauteil

Dielektrikum bezeichnet den elektrisch nicht leitenden Stoff zwischen zwei Elektroden, der die Ladungstrennung aufrechterhält und das elektrische Feld aufnimmt. Im Kondensator bestimmt es zusammen mit Fläche und Abstand die Kapazität des Bauteils. Polyesterfolien werden als Dielektrikum eingesetzt, weil sie sich in sehr geringer Dicke gleichmäßig herstellen und wickeln lassen.

Abgrenzung: Ein Isolator soll lediglich den Stromfluss verhindern; das Dielektrikum ist darüber hinaus funktionsbildender Bestandteil des Bauteils.

Auch: Isolierstoff, dielektrisches Medium

Dielektrischer Verlustfaktor Eigenschaft & Kennwert

Der dielektrische Verlustfaktor beschreibt den Anteil elektrischer Energie, der in einem Isolierstoff im Wechselfeld in Wärme umgesetzt wird, statt als Feldenergie gespeichert zu bleiben. Angegeben wird er als Tangens des Verlustwinkels. Er steigt mit Frequenz, Temperatur und Feuchteaufnahme und begrenzt den Einsatz in Hochfrequenz- und Kondensatoranwendungen.

Abgrenzung: Der Verlustfaktor kennzeichnet die Erwärmung im Wechselfeld, die Durchschlagfestigkeit dagegen die Spannungsgrenze bis zum schlagartigen Versagen.

Auch: Verlustfaktor, tan delta, dielektrische Verluste Prüfnorm: IEC 60250, ASTM D150

Dielektrizitätszahl Eigenschaft & Kennwert

Die Dielektrizitätszahl gibt an, um welchen Faktor die Kapazität eines Kondensators steigt, wenn statt Vakuum der betreffende Isolierstoff zwischen den Elektroden liegt. Sie beschreibt damit die Polarisierbarkeit des Werkstoffs und ist frequenz- sowie temperaturabhängig. Für Kondensatorfolien und Hochfrequenzanwendungen ist sie eine zentrale Auslegungsgröße.

Abgrenzung: Die Dielektrizitätszahl beschreibt die gespeicherte Feldenergie, der dielektrische Verlustfaktor den in Wärme umgesetzten Anteil.

Auch: relative Permittivität, Permittivitätszahl, Dielektrizitätskonstante Prüfnorm: IEC 60250, ASTM D150

Diffusorfolie Anwendung & Bauteil

Diffusorfolie ist eine Folie, die einfallendes Licht streut und dadurch aus punktförmigen Lichtquellen eine gleichmäßig leuchtende Fläche macht. Sie wird in Leuchten, hinterleuchteten Anzeigen und Werbedisplays eingesetzt. Die Streuwirkung entsteht durch eingelagerte Partikel oder eine strukturierte Oberfläche und geht immer mit einem Verlust an Transmission einher.

Abgrenzung: Die Diffusorfolie streut durchtretendes Licht, die Reflektorfolie wirft es zurück. Im Leuchtenaufbau arbeiten beide auf gegenüberliegenden Seiten.

Auch: Streufolie, Lichtstreufolie

Digitaldruck Verfahren

Digitaldruck bezeichnet Druckverfahren, die ohne feste Druckform arbeiten und das Motiv direkt aus den Druckdaten erzeugen, etwa per Inkjet oder Elektrofotografie. Weil keine Platten oder Zylinder gefertigt werden, entfallen Werkzeugkosten und Rüstzeit. Das macht Kleinserien, wechselnde Motive und variable Daten wirtschaftlich, während die Kosten je Fläche vergleichsweise hoch bleiben.

Abgrenzung: Digitaldruck startet ohne Vorkosten und rechnet sich bei kleinen Auflagen, Flexo- und Tiefdruck erst ab größeren Mengen.

Digitaldruck auf Folie läuft bei Pütz über spezialisierte Partnerdruckereien, mit anschließendem Zuschnitt im Haus.

Auch: Inkjetdruck, Druck ohne Druckform

Dimensionsstabilität Eigenschaft & Kennwert

Dimensionsstabilität bezeichnet die Fähigkeit einer Folie, ihre Abmessungen unter Wärme, Feuchte und mechanischer Belastung beizubehalten. Sie ergibt sich aus geringem Wärmeschrumpf, kleiner Wärmeausdehnung und niedriger Feuchteaufnahme. Für die Registerhaltigkeit im Mehrfarbendruck, für Belichtungs- und Ätzprozesse sowie für maßgenaue Stanzteile ist sie die maßgebliche Eigenschaft.

Abgrenzung: Dimensionsstabilität meint die Maßhaltigkeit in der Fläche, Formstabilität dagegen den Erhalt der Gestalt unter mechanischer oder thermischer Last.

Auch: Maßhaltigkeit, Maßstabilität Prüfnorm: ASTM D1204

DIN Norm & Zulassung

Deutsches Institut für Normung

DIN ist das Deutsche Institut für Normung, die nationale Normungsorganisation Deutschlands. In seinen Ausschüssen erarbeiten Vertreter aus Industrie, Wissenschaft, Handel und Verwaltung technische Regeln im Konsensverfahren. Eine Normnummer mit dem Zusatz EN oder ISO zeigt an, dass eine europäische oder internationale Norm unverändert in das deutsche Normenwerk übernommen wurde.

Abgrenzung: Reine DIN-Normen gelten national, DIN EN ISO bezeichnet dagegen eine Norm, die zugleich international, europäisch und deutsch gültig ist.

DIN 4102 Norm & Zulassung

Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen

DIN 4102 regelt das Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen im deutschen Baurecht. Baustoffe werden in nichtbrennbare und brennbare Klassen eingeteilt, wobei innerhalb der brennbaren Klassen zwischen schwerentflammbar, normalentflammbar und leichtentflammbar unterschieden wird. Für Bauteile beschreibt die Norm zusätzlich Feuerwiderstandsklassen. Europäisch wird sie zunehmend durch DIN EN 13501 überlagert.

Abgrenzung: DIN 4102 gilt für Bauprodukte, UL 94 dagegen für Kunststoffe in Geräten und Elektronik; die Klassen sind nicht ineinander überführbar.

Prüfnorm: DIN 4102

DIN 53363 Norm & Zulassung

Prüfung von Kunststoff-Folien – Weiterreißversuch an trapezförmigen Proben mit Einschnitt

DIN 53363 beschreibt den Weiterreißversuch an Kunststofffolien. Eine trapezförmige Probe mit definiertem Einschnitt wird in eine Zugprüfmaschine eingespannt und bis zum Durchreißen belastet. Gemessen wird die Kraft, die den vorhandenen Riss weitertreibt, bezogen auf die Foliendicke. Der Kennwert beschreibt die Empfindlichkeit einer Folie gegenüber vorgeschädigten Kanten.

Abgrenzung: Die Weiterreißfestigkeit bewertet das Verhalten bei bereits vorhandenem Anriss, die Zugfestigkeit dagegen die ungeschädigte Folie.

Kantenqualität und Anrissfreiheit sind ein Grund, weshalb beim Schneiden Werkzeugzustand und Schnittart aufeinander abgestimmt werden.

Prüfnorm: DIN 53363

DIN 53370 Norm & Zulassung

Prüfung von Kunststoff-Folien – Bestimmung der Dicke durch mechanische Abtastung

DIN 53370 regelt die Dickenmessung von Kunststofffolien durch mechanische Abtastung. Vorgegeben sind Tastfläche, Andruckkraft, Klimabedingungen sowie die Verteilung der Messstellen über Bahnbreite und Bahnlänge. Die Norm ist im deutschsprachigen Raum weit verbreitet und wird in Lieferspezifikationen häufig gemeinsam mit Toleranzangaben zur Dicke genannt.

Abgrenzung: DIN 53370 und ISO 4593 beschreiben dasselbe Messprinzip; abweichen können die festgelegte Tastfläche und die Andruckkraft.

Prüfnorm: DIN 53370

DIN 53380 Norm & Zulassung

Prüfung von Kunststoffen – Bestimmung der Gasdurchlässigkeit

DIN 53380 beschreibt die Bestimmung der Gasdurchlässigkeit von Kunststofffolien. Die Norm umfasst mehrere Teile mit unterschiedlichen Messprinzipien, darunter das manometrische Verfahren und die trägergasgestützte Sauerstoffmessung. Sie wird in älteren Spezifikationen häufig genannt und inhaltlich weitgehend durch die europäischen Fassungen der ISO-Reihe abgelöst.

Abgrenzung: Wo Lieferspezifikationen noch DIN 53380 nennen, entspricht das Messprinzip meist dem heutigen ISO 15105 oder ASTM D3985.

Prüfnorm: DIN 53380

DIN 53455 Norm & Zulassung

Prüfung von Kunststoffen – Zugversuch

DIN 53455 war die deutsche Norm für den Zugversuch an Kunststoffen und ist zurückgezogen; an ihre Stelle ist die europäische Reihe DIN EN ISO 527 getreten. Sie wird in älteren Spezifikationen und Zeichnungen weiterhin zitiert, weshalb ihre Kenntnis bei der Auswertung historischer Spezifikationen nötig bleibt.

Abgrenzung: Wer heute nach DIN 53455 geprüfte Werte mit aktuellen Angaben vergleicht, sollte die Prüfbedingungen abgleichen, weil Probenform und Geschwindigkeit abweichen können.

Prüfnorm: DIN 53455 (zurückgezogen), ersetzt durch DIN EN ISO 527

DIN 53481 Norm & Zulassung

Prüfung von Isolierstoffen – Bestimmung der elektrischen Durchschlagfestigkeit

DIN 53481 war die deutsche Norm zur Bestimmung der elektrischen Durchschlagfestigkeit von Isolierstoffen und ist zurückgezogen; maßgeblich ist heute die europäische Fassung der Reihe IEC 60243. Die Prüfung legt Elektrodenform, umgebendes Medium und Spannungsanstieg fest, weil das Ergebnis stark von diesen Randbedingungen abhängt.

Abgrenzung: Der Durchschlag zerstört die Probe, während die Widerstandsmessung nach IEC 60093 zerstörungsfrei erfolgt.

Prüfnorm: DIN 53481 (zurückgezogen), heute DIN EN 60243

DIN 53483 Norm & Zulassung

Prüfung von Isolierstoffen – Bestimmung der dielektrischen Eigenschaften

DIN 53483 beschreibt die Bestimmung der dielektrischen Eigenschaften von Isolierstoffen, insbesondere der Dielektrizitätszahl und des dielektrischen Verlustfaktors. Gemessen wird im Wechselfeld bei festgelegten Frequenzen, weil beide Größen frequenz- und temperaturabhängig sind. Die Kennwerte bestimmen das Verhalten von Folien in Kondensatoren und in der Hochfrequenztechnik.

Abgrenzung: Der Verlustfaktor beschreibt die im Dielektrikum in Wärme umgesetzte Energie, die Durchschlagfestigkeit dagegen die Grenze der Spannungsbelastbarkeit.

Prüfnorm: DIN 53483

Displayfolie Anwendung & Bauteil

Displayfolie bezeichnet eine Folienlage im Aufbau einer Anzeige, die optische oder schützende Aufgaben übernimmt: als Diffusor, Reflektor, Träger einer Funktionsschicht oder als Deckschicht. Maßgeblich sind Transmission, Trübung und Oberflächenqualität, dazu Kratzfestigkeit bei sichtbaren Lagen. Fehlstellen und Einschlüsse fallen im hinterleuchteten Aufbau unmittelbar auf.

Abgrenzung: Displayfolie ist der Sammelbegriff für die Lagen im Anzeigenaufbau; Diffusor- und Reflektorfolie benennen die einzelne optische Funktion darin.

Auch: Displayschichtfolie, Anzeigefolie

DNK Norm & Zulassung

Deutscher Nachhaltigkeitskodex

Der DNK, der Deutsche Nachhaltigkeitskodex, ist ein Berichtsrahmen für Nachhaltigkeitsleistungen. Unternehmen beschreiben darin Strategie, Prozessmanagement, Umwelt- und Gesellschaftsbelange anhand vorgegebener Kriterien und ergänzender Leistungsindikatoren. Die Erklärung wird in einer öffentlichen Datenbank veröffentlicht und formal geprüft. Der Rahmen ist besonders für mittelständische Unternehmen als Einstieg in die Nachhaltigkeitsberichterstattung angelegt.

Abgrenzung: Der Kodex ist ein Berichtsstandard und keine Zertifizierung: Er verlangt Transparenz über Maßnahmen, bewertet aber nicht deren Niveau.

Pütz Folien berichtet nach dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex.

Downcycling Nachhaltigkeit

Downcycling bezeichnet eine Verwertung, bei der das zurückgewonnene Material nur noch für anspruchslosere Anwendungen taugt als das Ausgangserzeugnis. Ursachen sind Verunreinigungen, Farbmischungen, Materialgemische und die thermische Schädigung der Molekülketten bei jedem Aufschmelzen. Das Material bleibt im Umlauf, jedoch auf einem niedrigeren Wertniveau und meist nur für einen weiteren Zyklus.

Abgrenzung: Beim geschlossenen Kreislauf ersetzt das Rezyklat dieselbe Anwendung, beim Downcycling verlässt es die ursprüngliche Wertstufe.

Drahtisolation Anwendung & Bauteil

Drahtisolation bezeichnet die isolierende Umhüllung eines einzelnen elektrischen Leiters. Neben Lackschichten und Extrusionsummantelungen werden dafür schmale Folienbänder verwendet, die um den Leiter gewickelt werden und dabei überlappen. Die Bandwicklung erlaubt dünne, temperaturbeständige Aufbauten und wird bei Wicklungsdrähten und in Kabelsätzen eingesetzt.

Abgrenzung: Die Drahtisolation umschließt den einzelnen Leiter; Wickelisolation trennt dagegen ganze Leiterlagen innerhalb einer Spule.

Pütz konfektioniert Schmalbänder für Wickel- und Isolieranwendungen an Kabelsätzen und Einzelleitern.

Auch: Leiterisolation, Aderisolation

Durchgangswiderstand Eigenschaft & Kennwert

Der Durchgangswiderstand beschreibt den Widerstand, den ein Werkstoff dem Stromfluss durch sein Volumen hindurch entgegensetzt, bezogen auf Fläche und Dicke der Probe. Er kennzeichnet die Isolationswirkung des Materials selbst, unabhängig von Oberflächenverschmutzung und anhaftender Feuchtigkeit, und wird mit Schutzringelektroden an vorbereiteten Prüflingen bestimmt.

Abgrenzung: Der Durchgangswiderstand ist eine Materialkenngröße, der Oberflächenwiderstand dagegen stark von Zustand und Klima der Oberfläche abhängig.

Auch: spezifischer Durchgangswiderstand, Volumenwiderstand Prüfnorm: IEC 60093, ASTM D257

Durchschlagfestigkeit Eigenschaft & Kennwert

Die Durchschlagfestigkeit gibt an, welcher elektrischen Feldstärke ein Isolierstoff standhält, bevor er schlagartig leitfähig wird. Sie ist der entscheidende Kennwert für Folien in der Elektroisolation und hängt neben dem Material von der Foliendicke, der Temperatur und der Prüfanordnung ab.

Abgrenzung: Nicht zu verwechseln mit dem Oberflächenwiderstand, der die Ableitfähigkeit einer Oberfläche beschreibt, nicht ihre Spannungsfestigkeit.

Für elektrisch beanspruchte Anwendungen führen die Substratseiten die belegten Werte je Folientyp.

Auch: Durchschlagspannung, elektrische Durchschlagfestigkeit Prüfnorm: DIN 53481, VDE 0345

Durchstichfestigkeit Eigenschaft & Kennwert

Die Durchstichfestigkeit beschreibt den Widerstand einer Folie gegen das Eindringen eines spitzen Gegenstands. Im Prüfverfahren wird ein genormter Dorn mit gleichbleibender Geschwindigkeit durch die eingespannte Probe gedrückt und dabei die erreichte Höchstkraft sowie die aufgenommene Energie erfasst. Der Kennwert ist für Verpackungen mit kantigem Füllgut maßgeblich.

Abgrenzung: Die Durchstichfestigkeit prüft die punktuelle Belastung durch einen Dorn, die Berstfestigkeit dagegen die flächige Belastung durch Druck.

Auch: Durchstoßfestigkeit, Durchstoßwiderstand, Penetrationswiderstand Prüfnorm: DIN EN 14477

E

EarthFirst® Marke

EarthFirst® ist ein Markenname für Folien auf Basis nachwachsender Rohstoffe. In der Substratsystematik von Pütz Folien steht die Marke in der Gruppe der Biopolymere, gemeinsam mit Nativia®. Welches Grundpolymer und welche Typen hinter einer konkreten Anwendung stehen, wird jeweils mit dem Hersteller geklärt.

Abgrenzung: Anders als Nativia® führt Pütz Folien für EarthFirst® keine eigene Substratseite; die Marke wird in der Übersicht genannt, ohne typbezogene Kennwerte auszuweisen.

EcoVadis Norm & Zulassung

EcoVadis ist eine Plattform zur Bewertung der Nachhaltigkeitsleistung von Unternehmen in Lieferketten. Bewertet werden die Themenfelder Umwelt, Arbeits- und Menschenrechte, Ethik sowie nachhaltige Beschaffung anhand eingereichter Nachweise. Das Ergebnis wird als Bewertung mit Medaillenstufen ausgewiesen und von Einkaufsorganisationen als Kriterium in der Lieferantenauswahl genutzt.

Abgrenzung: EcoVadis ist eine dokumentenbasierte Bewertung, keine Zertifizierung nach einer Norm und kein Ergebnis einer Vor-Ort-Auditierung.

Pütz Folien wurde von EcoVadis mit einer Bronze-Auszeichnung bewertet.

EFSA Norm & Zulassung

Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit

Die EFSA ist die wissenschaftliche Bewertungsbehörde der Europäischen Union für Fragen der Lebensmittelsicherheit. Für Lebensmittelkontaktmaterialien bewertet sie die gesundheitliche Unbedenklichkeit von Ausgangsstoffen, Additiven und Recyclingverfahren und gibt Stellungnahmen ab, auf deren Grundlage die Europäische Kommission Stoffe zulässt und in die Positivlisten aufnimmt.

Abgrenzung: Die EFSA bewertet, sie erlässt aber keine Rechtsakte; die Zulassung selbst spricht die Europäische Kommission aus.

Auch: European Food Safety Authority

Einschlagfolie Anwendung & Bauteil

Einschlagfolie ist eine Folie, die ein Einzelprodukt oder ein Bündel vollständig umschließt und an den Enden verdreht, gefaltet oder gesiegelt wird. Sie kommt bei Süßwaren, Hygieneartikeln und Multipacks zum Einsatz. Neben Optik und Bedruckbarkeit entscheidet das Verhalten auf schnellen Einschlaglinien: Rückstellung, Gleitverhalten und Maschinengängigkeit.

Abgrenzung: Anders als die Banderole, die nur einen Streifen bildet, umhüllt die Einschlagfolie das Produkt vollflächig.

Für Einschlaganwendungen konfektioniert Pütz Polyolefin- und Cellulosesubstrate als Kleinrollen nach Linienmaß.

Auch: Umhüllungsfolie, Volleinschlagfolie, Wickelfolie für Einzelprodukte

Einwegkunststoffrichtlinie Nachhaltigkeit

Die Einwegkunststoffrichtlinie ist die europäische Richtlinie zur Verringerung der Umweltauswirkungen bestimmter Einwegkunststoffprodukte. Sie verbietet einzelne Artikel, für die Alternativen verfügbar sind, schreibt Kennzeichnungen vor, verlangt Verbrauchsminderung und erweitert die Herstellerverantwortung auf Sammlung und Reinigungskosten. Umgesetzt wird sie über nationale Gesetze der Mitgliedsstaaten.

Abgrenzung: Die Richtlinie zielt auf bestimmte Einwegartikel, die Verpackungsverordnung PPWR dagegen auf alle Verpackungen im Binnenmarkt.

Auch: SUP-Richtlinie, Single-Use Plastics Directive

Elastizitätsmodul Eigenschaft & Kennwert

Elastizitätsmodul im Zugversuch

Der Elastizitätsmodul beschreibt die Steifigkeit einer Folie. Er ist das Verhältnis von Zugspannung zu Dehnung im Anfangsbereich des Zugversuchs, in dem sich das Material noch elastisch verhält. Je größer der Modul, desto weniger dehnt sich die Bahn unter Zug, was für Maßhaltigkeit beim Bedrucken und Kaschieren entscheidend ist.

Abgrenzung: Der Elastizitätsmodul sagt nichts über die Belastungsgrenze aus: Eine steife Folie kann bei geringer Dehnung brechen, eine weiche hohe Zugfestigkeit erreichen.

Auch: E-Modul, Zugmodul, Youngscher Modul Prüfnorm: ISO 527-3

Elektroisolation Anwendung & Bauteil

Elektroisolation bezeichnet die Aufgabe, spannungsführende Teile eines Bauteils dauerhaft voneinander und gegen Masse zu trennen. Folien übernehmen sie überall dort, wo wenig Bauraum zur Verfügung steht: als Nut- und Phasentrennung im Motor, als Lagenisolation in Wickelgütern und als Trennlage zwischen Zellen in Batteriemodulen.

Abgrenzung: Elektroisolation trennt Stromwege; thermische Dämmungen wie die Heizkörperisolation begrenzen dagegen Wärmeströme.

Elektrisch beanspruchte Substrate konfektioniert Pütz auf die Bahnenbreiten und Formate der Wickel- und Montageanlagen.

Auch: elektrische Isolation, Elektroisolierung

EN Norm & Zulassung

Europäische Norm

EN kennzeichnet eine Europäische Norm der Normungsorganisationen CEN, CENELEC und ETSI. Mitgliedsländer sind verpflichtet, sie unverändert in ihr nationales Normenwerk zu übernehmen und entgegenstehende nationale Normen zurückzuziehen. Harmonisierte Normen, deren Fundstellen im Amtsblatt veröffentlicht werden, begründen die Vermutung der Konformität mit europäischen Rechtsvorschriften.

Abgrenzung: ISO-Normen gelten international ohne Übernahmepflicht, EN-Normen dagegen müssen die europäischen Mitgliedsländer national umsetzen.

EN 13432 Norm & Zulassung

Anforderungen an die Verwertung von Verpackungen durch Kompostierung und biologischen Abbau

EN 13432 ist die europäische Norm für die Kompostierbarkeit von Verpackungen. Sie fordert vier Nachweise: chemische Charakterisierung mit Grenzwerten für Schwermetalle, vollständigen biologischen Abbau, Zerfall in der Kompostierung und Unbedenklichkeit des entstehenden Komposts für Pflanzen. Bestanden werden müssen alle Kriterien, gültig sind die Bedingungen der industriellen Kompostierung.

Abgrenzung: Bestandene Prüfung nach EN 13432 bedeutet industrielle Kompostierbarkeit, nicht Abbaubarkeit auf dem Gartenkompost oder in der Umwelt.

Auch: DIN EN 13432 Prüfnorm: DIN EN 13432

EN 14995 Norm & Zulassung

Kunststoffe – Bewertung der Kompostierbarkeit – Prüfschema und Spezifikationen

EN 14995 überträgt das Prüfschema der Verpackungsnorm EN 13432 auf Kunststoffe allgemein. Bewertet werden ebenfalls chemische Zusammensetzung, biologischer Abbau, Zerfall unter Kompostierbedingungen und Ökotoxizität des entstehenden Komposts. Die Norm wird herangezogen, wenn ein kompostierbares Erzeugnis keine Verpackung ist, etwa bei technischen Folien oder landwirtschaftlichen Anwendungen.

Abgrenzung: Der Unterschied zu EN 13432 liegt im Geltungsbereich, nicht in den Prüfkriterien: EN 13432 gilt für Verpackungen, EN 14995 für Kunststofferzeugnisse.

Auch: DIN EN 14995 Prüfnorm: DIN EN 14995

EN 16640 Norm & Zulassung

Biobasierte Produkte – Biobasierter Kohlenstoffgehalt – Bestimmung mittels Radiokarbonmethode

EN 16640 legt fest, wie der biobasierte Kohlenstoffgehalt eines Produkts über die Radiokarbonmethode bestimmt wird. Weil fossile Rohstoffe kein messbares Kohlenstoffisotop mit kurzer Halbwertszeit mehr enthalten, biogene Rohstoffe dagegen schon, lässt sich der biogene Anteil am Gesamtkohlenstoff analytisch trennen. Das Ergebnis stützt Aussagen zu biobasierten Werkstoffen.

Abgrenzung: Der biobasierte Kohlenstoffgehalt sagt nichts über biologische Abbaubarkeit aus; beide Eigenschaften werden getrennt geprüft.

Auch: DIN EN 16640 Prüfnorm: DIN EN 16640

EN 868 Norm & Zulassung

Verpackungsmaterialien für in der Endverpackung zu sterilisierende Medizinprodukte

EN 868 ist eine mehrteilige europäische Normenreihe für Verpackungsmaterialien sterilisierbarer Medizinprodukte. Die einzelnen Teile legen Anforderungen und Prüfverfahren für konkrete Materialien und Bauformen fest, etwa Sterilisationspapiere, Klarsichtbeutel und Schläuche aus Papier-Kunststoff-Verbunden sowie Vliese. Sie werden ergänzend zu den Systemanforderungen der EN ISO 11607 herangezogen.

Abgrenzung: ISO 11607 beschreibt System und Validierung, EN 868 die Eigenschaften einzelner Materialien und Verpackungsformen.

Auch: DIN EN 868 Prüfnorm: DIN EN 868

ESD Eigenschaft & Kennwert

elektrostatische Entladung, Electrostatic Discharge

ESD bezeichnet die plötzliche Entladung statischer Elektrizität zwischen zwei unterschiedlich geladenen Körpern. In der Elektronikfertigung kann ein solcher Entladungsimpuls empfindliche Bauteile schädigen, ohne dass der Defekt sofort erkennbar wird. ESD-Schutzverpackungen leiten Ladungen kontrolliert ab und schirmen den Inhalt gegen äußere Entladungen ab.

Abgrenzung: ESD benennt das Schadensereignis, Antistatik dagegen die Materialeigenschaft, die dessen Entstehung von vornherein verhindern soll.

Auch: elektrostatische Entladung Prüfnorm: IEC 61340-5-1

Estrichfolie Anwendung & Bauteil

Estrichfolie bezeichnet die Kunststoffbahn, die unter einem schwimmenden Estrich verlegt wird und ihn vom Untergrund sowie von der Dämmschicht trennt. Sie verhindert, dass Anmachwasser in die Dämmung abfließt, und lässt den Estrich beim Schwinden und bei Temperaturwechseln unabhängig arbeiten. Die Bahnen werden überlappend verlegt und an den Stößen verklebt.

Abgrenzung: Die Estrichfolie trennt Bauteile voneinander; eine Dampfbremse dagegen steuert gezielt den Wasserdampftransport durch einen Bauteilaufbau.

Auch: Trennlage unter Estrich, Estrichtrennlage

Etikettenfolie Anwendung & Bauteil

Etikettenfolie ist das Obermaterial eines Haftetiketts, das bedruckt wird und die Information trägt. Gegenüber Papier bleibt sie bei Feuchte, Kühlung und Reinigungsmitteln lesbar und reißt an der Spendekante nicht ein. In Industrie und Logistik werden Folienetiketten dort eingesetzt, wo die Kennzeichnung über die gesamte Produktlebensdauer haltbar bleiben muss.

Abgrenzung: Die Etikettenfolie ist die sichtbare Oberschicht; der Release-Liner darunter trägt sie nur bis zum Spenden und wird verworfen.

Pütz konfektioniert Etiketten- und Kennzeichnungssubstrate als Rollenware für Druck- und Etikettierlinien.

Auch: Etikettenmaterial, Folienetikett

EU Green Deal Nachhaltigkeit

Europäischer Grüner Deal

Der EU Green Deal ist das Wachstums- und Transformationsprogramm der Europäischen Union für eine emissionsarme und ressourcenschonende Wirtschaft. Aus ihm gehen Vorhaben zu Kreislaufwirtschaft, Verpackungen, Energie, Chemikalien und nachhaltiger Finanzierung hervor. Für Verarbeiter wirkt er weniger direkt als über die daraus abgeleiteten Verordnungen, Berichtspflichten und Anforderungen ihrer Kunden.

Abgrenzung: Der Green Deal selbst ist eine politische Strategie ohne unmittelbare Rechtswirkung; verbindlich werden erst die einzelnen Rechtsakte.

Die Nachhaltigkeitsstrategie von Pütz Folien nennt den EU Green Deal neben den Zielen der Vereinten Nationen als Leitprinzip.

Europlex® Marke

Europlex® ist ein Markenname für Folien aus Cycloolefin-Copolymer (COC) von Röhm. Das Material ist glasklar, nimmt praktisch kein Wasser auf und ist bis in den UV-Bereich hinein durchlässig. Entwickelt sind die Typen für mikrofluidische Bauteile in Diagnostik und Laborautomation. Sie lassen sich per Laser schneiden und fügen.

Abgrenzung: Anders als die transparenten Polyester- und PVC-Hartfolien ist COC auf Maßhaltigkeit gegenüber wässrigen Medien und auf UV-Durchlässigkeit ausgelegt, nicht auf Verpackungsfunktionen.

Pütz konfektioniert COC-Folien als Rollenware sowie als Formatware und Zuschnitt.

EVA Substrat & Material

Ethylen-Vinylacetat-Copolymer

EVA ist ein Copolymer aus Ethylen und Vinylacetat, dessen Eigenschaften über den Vinylacetatanteil eingestellt werden. Steigender Anteil bringt mehr Flexibilität, Klebkraft, Transparenz und niedrigere Siegeltemperaturen, senkt aber die Wärmestandfestigkeit. Verwendet wird EVA als Siegelschicht in Verbundfolien, als Schmelzklebstoffkomponente und als Einbettungsfolie in Photovoltaikmodulen.

Abgrenzung: EVOH klingt ähnlich, ist aber ein Barrierepolymer; EVA dient dagegen der Siegelung und Haftung.

Auch: EVAC, Ethylenvinylacetat

EVOH Substrat & Material

Ethylen-Vinylalkohol-Copolymer

EVOH ist ein Barrierepolymer aus Ethylen und Vinylalkohol, das Sauerstoff, Aromen und Gerüche wirksam zurückhält. Die Sperrwirkung entsteht durch die dicht gepackten Hydroxylgruppen und nimmt bei hoher Luftfeuchte ab. Deshalb wird EVOH als Kernschicht zwischen feuchtigkeitssperrenden Polyolefinschichten coextrudiert und kaum als eigenständige Folie eingesetzt.

Abgrenzung: PVDC behält seine Sperrwirkung auch bei Feuchtigkeit, EVOH verliert sie teilweise, ist dafür chlorfrei.

Auch: EVAL, Ethylenvinylalkohol

Extrusion Verfahren

Extrusion bezeichnet das Herstellverfahren, bei dem aufgeschmolzener Kunststoff kontinuierlich durch eine Breitschlitz- oder Ringdüse gepresst und anschließend abgekühlt wird. Aus der Schmelze entsteht so eine endlose Bahn oder ein Schlauch. Extrusion steht am Anfang nahezu jeder Folienfertigung; spätere Verstreckung und Veredelung setzen auf dem Extrudat auf.

Abgrenzung: Anders als beim Kalandrieren entsteht die Bahn hier direkt an der Düse und nicht durch Auswalzen zwischen mehreren Walzenspalten.

Auch: Extrudieren, Strangpressen

F

Faltschachtelfenster Anwendung & Bauteil

Faltschachtelfenster ist die transparente Folienfläche, die in den Ausschnitt einer Faltschachtel oder eines Briefumschlags eingeklebt wird und den Inhalt sichtbar macht. Sie wird auf der Fensterklebemaschine von der Rolle abgezogen, geschnitten und aufgeklebt. Planlage, Transparenz und ein sauberes Ablaufverhalten der Bahn entscheiden darüber, ob das Fenster gerade sitzt.

Abgrenzung: Anders als eine Kaschierfolie deckt die Fensterfolie nur den Ausschnitt ab und wird nicht vollflächig mit dem Karton verbunden.

Pütz konfektioniert Fensterfolien aus BOPP, Polyester und Cellulose auf die Bahnenbreite der Fensterklebemaschine.

Auch: Sichtfenster, Fensterfolie

Falzbeständigkeit Eigenschaft & Kennwert

Die Falzbeständigkeit beschreibt, wie oft eine Folie an derselben Stelle hin und her gefaltet werden kann, bevor sie bricht. Geprüft wird mit einem Falzprüfgerät unter festgelegter Zugvorspannung. Der Kennwert kennzeichnet Materialien, die im Einsatz dauerhaft geknickt oder bewegt werden, etwa in Faltverpackungen, Bälgen und flexiblen Leiterträgern.

Abgrenzung: Die Falzbeständigkeit beschreibt das Verhalten unter wiederholter Wechselbeanspruchung, während Zugfestigkeit und Reißdehnung aus einer einmaligen Belastung stammen.

Auch: Falzfestigkeit, Knickbeständigkeit, Dauerfalzverhalten

FDA Norm & Zulassung

Food and Drug Administration

Die FDA ist die Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde der Vereinigten Staaten. Für Verpackungen relevant sind ihre Vorschriften zu Materialien mit Lebensmittelkontakt im Code of Federal Regulations, die zulässige Ausgangsstoffe, Reinheitsanforderungen und Einsatzbedingungen beschreiben. Eine Angabe wie FDA-konform bezieht sich stets auf einen konkreten Paragraphen und die dort genannte Anwendung.

Abgrenzung: Eine FDA-Konformität ersetzt nicht die europäischen Anforderungen nach Verordnung (EG) Nr. 1935/2004 und Verordnung (EU) Nr. 10/2011.

FEP Substrat & Material

Fluorethylenpropylen

FEP ist ein schmelzverarbeitbares Fluorpolymer aus Tetrafluorethylen und Hexafluorpropylen. Folien daraus sind hochtransparent, chemisch nahezu inert, antihaftend, witterungsstabil und zuverlässige elektrische Isolatoren. Anders als PTFE lässt sich FEP extrudieren und siegeln, weshalb es für Schlauchauskleidungen, Kabelisolationen, Trennfolien im Formenbau und optische Schutzabdeckungen eingesetzt wird.

Abgrenzung: PTFE verträgt höhere Temperaturen, lässt sich aber nicht aus der Schmelze verarbeiten; FEP ist extrudier- und siegelbar.

Auch: Perfluorethylenpropylen, FEP-Folie

Feuchtebarriere Eigenschaft & Kennwert

Feuchtebarriere bezeichnet die Fähigkeit einer Folie, den Durchtritt von Wasserdampf zu behindern und damit die Feuchteaufnahme oder das Austrocknen des Packguts zu begrenzen. Verbessert wird sie durch unpolare Schichten, Metallisierungen und aufgedampfte Oxidschichten. Polare Werkstoffe nehmen selbst Feuchte auf und bieten daher eine schwächere Feuchtebarriere.

Abgrenzung: Feuchtebarriere ist die beschreibende Eigenschaft, die Wasserdampfdurchlässigkeit der zugehörige, messbar ausgewiesene Kennwert.

Auch: Wasserdampfbarriere, Feuchtesperre

Feuchtedurchlässigkeit Eigenschaft & Kennwert

Feuchtedurchlässigkeit bezeichnet allgemein den Durchtritt von Feuchtigkeit durch eine Folie oder ein fertiges Packmittel, sowohl als Wasserdampf durch die Fläche als auch entlang von Siegelnähten und Verschlüssen. Umgangssprachlich steht der Begriff für die genormte Wasserdampfdurchlässigkeit, meint in der Praxis jedoch häufig das Gesamtverhalten der Verpackung.

Abgrenzung: Die Wasserdampfdurchlässigkeit ist der genormte Flächenkennwert des Materials; Feuchtedurchlässigkeit beschreibt darüber hinaus das Verhalten der gesamten Verpackung.

Auch: Feuchtetransmission, Feuchtigkeitsdurchlässigkeit

Flächengewicht Eigenschaft & Kennwert

Das Flächengewicht gibt die Masse je Flächeneinheit einer Folie oder eines Vliesstoffs an. Bei Materialien mit gleichmäßiger Dichte lässt es sich aus der Dicke ableiten. Bei Vliesstoffen, geschäumten und gefüllten Folien ist es dagegen die aussagekräftigere Größe, weil deren Dicke keinen zuverlässigen Rückschluss auf die eingesetzte Materialmenge erlaubt.

Abgrenzung: Die Foliendicke beschreibt eine geometrische Abmessung, das Flächengewicht die tatsächlich vorhandene Materialmenge. Bei porösen Materialien fallen beide deutlich auseinander.

Auch: Grammatur, Flächenmasse Prüfnorm: ISO 536, ISO 2286-2

Flammschutzmittel Substrat & Material

Flammschutzmittel sind Additive, die das Entzünden eines Kunststoffs erschweren oder die Flammenausbreitung verlangsamen. Sie wirken je nach Typ in der Gasphase, indem sie Radikale abfangen, oder in der Festphase, indem sie eine schützende Schicht bilden. Gefordert werden sie für Folien in Elektro-, Bau-, Bahn- und Fahrzeuganwendungen mit definierten Brandschutzanforderungen.

Abgrenzung: Ein flammgeschützter Kunststoff bleibt brennbar; das Additiv verzögert die Entzündung, es verhindert sie nicht.

Auch: Flammhemmer, Brandschutzadditiv Prüfnorm: UL 94

Flexible Leiterplatte Anwendung & Bauteil

Flexible Leiterplatte bezeichnet eine Schaltungsträgerbauform, bei der die Leiterbahnen auf einer biegsamen Kunststofffolie statt auf einem starren Laminat sitzen. Dadurch lässt sich die Schaltung falten, um Kanten führen oder beweglich einbauen. Als Basismaterial dienen Polyimid- und Polyesterfolien, weil sie die Löt- und Trocknungstemperaturen der Fertigung maßhaltig überstehen.

Abgrenzung: Gegenüber der gedruckten Elektronik, bei der Leitpasten aufgedruckt werden, entsteht die flexible Leiterplatte durch Ätzen einer aufkaschierten Metallschicht.

Auch: Flexleiterplatte, FPC, Flexschaltung

Flexodruck Verfahren

Flexodruck ist ein Hochdruckverfahren mit flexiblen Druckplatten aus Photopolymer, die auf einen Formzylinder gespannt werden. Eine Rasterwalze dosiert die dünnflüssige Farbe auf die erhabenen Bildstellen. Das Verfahren arbeitet von der Rolle, eignet sich für großflächige, wiederkehrende Motive in mittlerer bis hoher Auflage und ist im Folien- und Verpackungsdruck verbreitet.

Abgrenzung: Beim Flexodruck liegen die druckenden Stellen erhaben, beim Tiefdruck vertieft als Näpfchen im Zylinder.

Flexodruck auf Folie läuft bei Pütz über spezialisierte Partnerdruckereien, mit anschließendem Zuschnitt im Haus.

Auch: Flexographie, Anilindruck

Folienkaschierung Verfahren

Folienkaschierung bezeichnet das Aufbringen einer Kunststofffolie auf ein anderes bahnförmiges Material: auf eine zweite Folie, auf Papier, Karton oder Aluminium. Ziel ist eine Eigenschaft, die der Träger allein nicht mitbringt: Barriere, Scheuerfestigkeit, Siegelfähigkeit oder eine definierte Oberflächenoptik. Der Aufbau des Verbunds folgt der Anforderung, nicht dem Katalog.

Abgrenzung: Bei der Folienkaschierung wird eine fertige Bahn aufgebracht, beim Beschichten entsteht die Schicht erst auf dem Träger.

Pütz kaschiert PET, PP, PE, Aluminium und Spezialfolien zu mehrlagigen Verbunden im eigenen Haus.

Auch: Folienlaminierung

Folientastatur Anwendung & Bauteil

Folientastatur bezeichnet eine Bedienoberfläche, bei der Tasten, Beschriftung und Schaltebene in einem geschlossenen Folienaufbau zusammengefasst sind. Weil keine offenen Spalte entstehen, lässt sie sich abwischen und wird in Medizin-, Labor- und Industriegeräten eingesetzt. Bedruckbarkeit, Rückstellverhalten und Maßhaltigkeit über die Fläche bestimmen, ob Druckbild und Schaltpunkt zueinander passen.

Abgrenzung: Die Folientastatur umfasst die gesamte Bedieneinheit einschließlich Frontfolie; der Membranschalter beschreibt nur den schaltenden Lagenaufbau darunter.

Auch: Folientastenfeld, Frontfolienbedienfeld

Folienveredelung Verfahren

Folienveredelung fasst alle Arbeitsschritte zusammen, die eine bereits hergestellte Folienbahn funktional oder optisch aufwerten: Bedrucken, Beschichten, Kaschieren, Metallisieren, Mattieren oder Prägen. Das Substrat bleibt dabei der tragende Werkstoff, die Veredelung ergänzt Eigenschaften, die die Rohfolie allein nicht mitbringt, etwa Barrierewirkung, Siegelfähigkeit oder Dekor.

Abgrenzung: Bei der Folienveredelung ist die Folie das veredelte Trägermaterial; bei Papier-, Karton- und Plattenveredelung dient sie umgekehrt als Veredelungsmittel für ein anderes Trägermaterial.

Pütz lässt veredeln über abgestimmte Partnerbetriebe und konfektioniert die veredelte Bahn anschließend im eigenen Haus.

Auch: Folienfinishing

Formatware Verfahren

Formatware bezeichnet Folie, die nicht als Endlosbahn, sondern als einzelne Bogen in definierter Kantenlänge geliefert wird. Sie entsteht durch Querschneiden oder Stanzen der Bahn und wird gestapelt verpackt. Formatware ist die passende Lieferform für Bogenverarbeitung, Stanzprozesse und manuelle Bestückung, bei denen keine Abwickelvorrichtung vorhanden ist.

Abgrenzung: Gegenüber Rollenware entfällt bei Formatware das Abwickeln, dafür entscheidet die Planlage des Stapels über die Weiterverarbeitung.

Pütz liefert Formatware als rechteckigen Zuschnitt und als gestanzte Kontur, in Klein- wie Großserie.

Auch: Bogenware, Zuschnittware

Formstabilität Eigenschaft & Kennwert

Formstabilität beschreibt, wie gut eine Folie ihre Gestalt unter Last, Wärme oder Eigenspannung behält, ohne sich zu wellen, zu verziehen oder durchzuhängen. Sie hängt von Steifigkeit, Dicke, Kristallinität und Orientierung ab. Bei Ausweisen, Trennlagen und flächigen Einlegern entscheidet sie darüber, ob das Teil plan und handhabbar bleibt.

Abgrenzung: Formstabilität betrifft die Gestalt des Bauteils, Dimensionsstabilität die Einhaltung seiner Abmessungen.

Auch: Formbeständigkeit, Eigensteifigkeit

Frontfolie Anwendung & Bauteil

Frontfolie bezeichnet die vorderste, sichtbare Folienlage eines Aufbaus. Im Photovoltaikmodul ersetzt sie das Deckglas und muss lichtdurchlässig, wetterfest und UV-stabil sein; in Bedienoberflächen trägt sie Beschriftung und Dekor und schützt die Schaltebene darunter. In beiden Fällen entscheidet die Frontfolie über Erscheinungsbild und Alterungsverhalten des gesamten Bauteils.

Abgrenzung: Die Frontfolie ist die Außenlage auf der Nutzseite; Backsheet und Trägerfolie liegen dahinter und tragen keine sichtbare Funktion.

Auch: Vorderseitenfolie, Deckfolie

FSC Norm & Zulassung

Forest Stewardship Council

FSC steht für den Forest Stewardship Council, eine internationale Organisation, die Standards für verantwortungsvolle Waldbewirtschaftung setzt und deren Einhaltung zertifizieren lässt. Neben der Waldzertifizierung besteht eine Produktkettenzertifizierung, die den Weg des Holzes über alle Verarbeitungsstufen nachweist. Nur wer selbst zertifiziert ist, darf das Zeichen auf Produkten verwenden.

Abgrenzung: FSC und PEFC verfolgen dasselbe Ziel über getrennte Systeme mit eigenen Standards, Gremien und Zeichen; sie sind nicht gegenseitig anerkannt.

Der Zellstoff der bei Pütz verarbeiteten NatureFlex™-Folien stammt nach Herstellerangabe aus FSC™- beziehungsweise PEFC™-zertifizierter Forstwirtschaft.

Auch: FSC™

G

GAG Substrat & Material

PET-GAG, coextrudierter Aufbau aus PETG, APET und PETG

GAG ist eine coextrudierte Polyesterfolie aus einem amorphen PET-Kern zwischen zwei PETG-Deckschichten. Die Buchstabenfolge steht für diesen Schichtaufbau. Die PETG-Außenlagen verbessern Siegelbarkeit, Bedruckbarkeit und Stanzverhalten, während der APET-Kern Steifigkeit und Wirtschaftlichkeit beisteuert. Verwendet wird GAG vorwiegend für Sichtverpackungen, Faltschachtelfenster und Klarsichtschalen im Lebensmittel- und Konsumgüterbereich.

Abgrenzung: Reines PETG besteht durchgehend aus modifiziertem Polyester, GAG kombiniert dagegen PETG-Deckschichten mit einem kostengünstigeren APET-Kern.

Pütz konfektioniert PET-GAG-Folien zu Rollen und Formatware für die Verpackungsverarbeitung.

Auch: PET-GAG, GAG-Folie

Gasbarriere Eigenschaft & Kennwert

Gasbarriere bezeichnet das Rückhaltevermögen einer Folie gegenüber Gasen wie Sauerstoff, Kohlendioxid und Stickstoff. Sie beruht auf dicht gepackten, polaren oder kristallinen Molekülstrukturen sowie auf Sperrschichten aus Metall oder Oxiden. In Schutzgasverpackungen hält die Gasbarriere die eingestellte Gaszusammensetzung über die vorgesehene Haltbarkeitsdauer aufrecht.

Abgrenzung: Die Gasbarriere wird über die Sauerstoffdurchlässigkeit beziffert, die Feuchtebarriere über die Wasserdampfdurchlässigkeit; gute Werte in einer Größe bedeuten nicht automatisch gute Werte in der anderen.

Auch: Gasdichtigkeit, Barrierewirkung gegen Gase

Gießfolie Substrat & Material

Gießfolie (Cast Film)

Gießfolie entsteht, indem die Polymerschmelze durch eine Breitschlitzdüse auf eine gekühlte Walze ausgetragen und dort rasch erstarrt wird. Die schnelle Abkühlung ergibt geringe Kristallinität, gute Klarheit, gleichmäßige Dicke und weichen Griff. Gießfolien lassen sich gut siegeln und tiefziehen, bleiben aber weniger fest als gereckte Folien.

Abgrenzung: Blasfolien kühlen langsamer im Luftstrom ab und sind trüber, dafür in beiden Richtungen ausgewogener; Gießfolien sind klarer und dickengenauer.

Auch: Cast Film, Castfolie, gegossene Folie

Gießverfahren (Cast) Verfahren

Gießverfahren, im Folienbereich auch Cast-Verfahren genannt, bezeichnet die Extrusion durch eine Breitschlitzdüse auf eine gekühlte Walze, an der die Schmelze rasch erstarrt. Die schnelle Abkühlung hält die Struktur weitgehend amorph. Cast-Folien sind dadurch klar, gleichmäßig in der Dicke und weich, ohne die Festigkeit gereckter Folien zu erreichen.

Abgrenzung: Anders als beim Blasverfahren kühlt die Bahn an einer Walze ab statt an Luft, was Dickengleichmäßigkeit und Klarheit begünstigt.

Auch: Cast-Verfahren, Castfolie, Chill-Roll-Verfahren

Glanz Eigenschaft & Kennwert

Glanz beschreibt, wie stark eine Folienoberfläche auftreffendes Licht gerichtet zurückwirft. Gemessen wird der unter einem festgelegten Winkel reflektierte Anteil mit einem Reflektometer. Glatte Oberflächen erscheinen glänzend, mattierte oder geprägte streuen die Reflexion und wirken stumpf. Der Kennwert prägt den optischen Eindruck bedruckter und kaschierter Verbunde.

Abgrenzung: Glanz beschreibt das an der Oberfläche zurückgeworfene Licht, Trübung dagegen die Streuung des durch die Folie hindurchtretenden Lichts.

Auch: Oberflächenglanz, Reflektometerwert Prüfnorm: ISO 2813, ASTM D2457

Glanzkaschierung Verfahren

Glanzkaschierung bezeichnet das Aufbringen einer glänzenden Folie auf einen bedruckten Bogen oder eine bedruckte Bahn. Die glatte Oberfläche reflektiert gerichtet, wodurch Farben tiefer und kontrastreicher erscheinen. Neben der optischen Wirkung schützt die Kaschierung das Druckbild vor Abrieb, Feuchtigkeit und Handhabungsspuren. Eingesetzt wird sie vor allem bei Verpackungen und Werbedrucksachen.

Abgrenzung: Gegenüber der Mattkaschierung erhöht sie Farbtiefe und Glanz, macht Fingerabdrücke und Kratzer aber deutlicher sichtbar.

Auch: Glanzfolienkaschierung

Glasübergangstemperatur Eigenschaft & Kennwert

Die Glasübergangstemperatur kennzeichnet den Bereich, in dem die amorphen Anteile eines Kunststoffs vom harten, glasartigen in den weichen, gummielastischen Zustand übergehen. Oberhalb dieses Übergangs werden die Molekülketten beweglich, Steifigkeit und Barrierewirkung nehmen ab, Schrumpf und Kriechen nehmen zu. Bestimmt wird sie meist kalorimetrisch.

Abgrenzung: Der Glasübergang betrifft die amorphen Bereiche und erstreckt sich über einen Temperaturbereich, während die Schmelztemperatur das Aufschmelzen der Kristallite kennzeichnet.

Auch: Glastemperatur, Tg, Erweichungsbereich Prüfnorm: ISO 11357-2

Gleitmittel Substrat & Material

Gleitmittel sind Additive, die den Reibungskoeffizienten einer Folienoberfläche senken. Sie wandern nach der Extrusion langsam an die Oberfläche und bilden dort eine dünne Gleitschicht, auf der Folienlagen leichter aufeinander gleiten. Das erleichtert Abwickeln, Maschinenlauf und Beutelbildung, kann aber Bedruckbarkeit, Siegelnahtqualität und Haftung von Beschichtungen beeinträchtigen.

Abgrenzung: Gleitmittel senken die Reibung zwischen Folienlagen, Antiblockmittel verhindern dagegen das Verkleben durch mikroskopische Oberflächenrauheit.

Auch: Slipmittel, Slip-Additiv

Gleitreibungskoeffizient Eigenschaft & Kennwert

Der Gleitreibungskoeffizient beschreibt das Verhältnis von Reibkraft zu Anpresskraft beim Gleiten zweier Flächen aufeinander, gemessen Folie gegen Folie oder Folie gegen Metall. Er entscheidet über den Lauf der Bahn in Maschinen: Ein zu hoher Wert erschwert den Transport, ein zu niedriger führt zu Teleskopieren und rutschenden Stapeln.

Abgrenzung: Der Haftreibungskoeffizient beschreibt den Widerstand beim Losbrechen aus dem Stillstand, der Gleitreibungskoeffizient den Widerstand bei bereits laufender Bewegung.

Der Reibwert bestimmt mit, wie fest eine Rolle gewickelt werden kann, ohne dass die Lagen im Wickel gegeneinander wandern.

Auch: Reibwert, Gleitreibwert, COF Prüfnorm: ISO 8295, ASTM D1894

GMP Norm & Zulassung

Gute Herstellungspraxis

GMP bezeichnet die gute Herstellungspraxis, also die Gesamtheit organisatorischer und technischer Maßnahmen, die eine gleichbleibende Produktqualität sichern. Dazu zählen Qualitätssicherungssystem, Hygiene, Räumlichkeiten, Dokumentation und Rückverfolgbarkeit. Für Lebensmittelkontaktmaterialien ist gute Herstellungspraxis europäisch verbindlich vorgeschrieben; in der Pharmazie besteht ein eigener, deutlich detaillierterer GMP-Rahmen.

Abgrenzung: GMP beschreibt die Herstellungsbedingungen, die Migrationsanforderungen an das Material selbst stehen in den Lebensmittelkontaktverordnungen.

Auch: Good Manufacturing Practice

H

Hart-PVC Substrat & Material

Weichmacherfreies Polyvinylchlorid

Hart-PVC ist weichmacherfreies oder weichmacherarmes Polyvinylchlorid mit hoher Steifigkeit und Formstabilität. Folien daraus sind maßhaltig, gut bedruckbar, verschweißbar und lassen sich sauber stanzen sowie thermoformen. Eingesetzt werden sie für Blisterverpackungen, Kartenmaterial, Ordnerdeckel, Trennstege und technische Zuschnitte, bei denen die Folie ihre Form dauerhaft behalten soll.

Abgrenzung: Weich-PVC enthält Weichmacher und bleibt biegsam, Hart-PVC behält seine Steifigkeit.

Pütz schneidet und konfektioniert Hart-PVC-Folien zu Rollen und Formatware.

Auch: PVC-U, Rigid-PVC, PVC hart

Hartfolie Substrat & Material

Hartfolie bezeichnet eine steife, weichmacherfreie oder weichmacherarme Kunststofffolie, die ihre Form ohne Stützkonstruktion behält. Gebräuchlich ist der Begriff vor allem für Hart-PVC, wird aber auch für steife Ausführungen aus Polyester, Polystyrol und Polypropylen verwendet. Hartfolien lassen sich stanzen, prägen, thermoformen und zu formstabilen Zuschnitten verarbeiten.

Abgrenzung: Die Abgrenzung zur Weichfolie beschreibt die Steifigkeit, nicht die Dicke: auch eine dünne Folie kann hart sein.

Pütz konfektioniert Hartfolien zu Formatware und Zuschnitten.

Auch: Rigidfolie, steife Folie

HDPE Substrat & Material

Polyethylen hoher Dichte

HDPE ist die Polyethylen-Variante mit hoher Dichte und weitgehend unverzweigten Molekülketten. Der hohe Kristallanteil macht Folien aus HDPE steifer, fester und undurchlässiger für Wasserdampf als Ausführungen mit niedriger Dichte, zugleich matter im Erscheinungsbild. Typisch sind Tragetaschen, Innenbeutel, Trennlagen sowie Spinnvliese und Verbunde für technische Anwendungen.

Abgrenzung: LDPE ist weicher, klarer und leichter siegelbar, HDPE steifer und sperrender gegen Wasserdampf.

Auch: PE-HD, High Density Polyethylene

Heimkompostierung Nachhaltigkeit

Heimkompostierung bezeichnet den Abbau organischer Abfälle auf dem privaten Kompost bei Umgebungstemperatur. Da weder erhöhte Temperaturen noch gesteuerte Belüftung vorliegen, verläuft der Prozess langsamer und ungleichmäßiger als in technischen Anlagen. Der Nachweis erfolgt über gesonderte Prüfschemata privater Zertifizierungsprogramme; eine harmonisierte europäische Norm für diesen Fall besteht bislang nicht.

Abgrenzung: Ein Werkstoff, der nach EN 13432 industriell kompostierbar ist, baut sich auf dem Gartenkompost nicht zwangsläufig vollständig ab.

Auch: Home Compostable, Gartenkompostierung

Heißsiegeln Verfahren

Heißsiegeln bezeichnet das Siegeln mit beheizten Werkzeugen, die die Wärme von außen durch die Folie in die Siegelschicht leiten. Die Backen halten die Lagen während des Aufschmelzens und des Abkühlens unter Druck. Das Verfahren ist einfach aufgebaut und verbreitet, belastet wärmeempfindliche Aufbauten aber stärker als Ultraschall- oder Impulsverfahren.

Abgrenzung: Beim Heißsiegeln kommt die Wärme von außen durch die Deckschicht, beim Ultraschallsiegeln entsteht sie durch Reibung in der Fügezone.

Auch: Wärmekontaktsiegeln, Heat Sealing

Heizkörperisolation Anwendung & Bauteil

Heizkörperisolation bezeichnet eine reflektierende Bahn, die zwischen Heizkörper und Außenwand angebracht wird, um Wärmestrahlung in den Raum zurückzuwerfen statt in das Mauerwerk. Üblich sind metallisierte oder kaschierte Folien auf einer dämmenden Trägerschicht. Der erzielbare Nutzen hängt stark von Wandaufbau, Montageabstand und der Sorgfalt der Verlegung ab.

Abgrenzung: Heizkörperisolation wirkt thermisch durch Reflexion und Dämmung, die Elektroisolation dagegen durch Trennung elektrisch leitender Teile.

Auch: Heizkörperreflexionsfolie, Heizkörperdämmung

Hilfsschicht Anwendung & Bauteil

Hilfsschicht bezeichnet eine Lage in einem Aufbau, die nicht zur eigentlichen Funktion beiträgt, sondern einen Fertigungsschritt erst möglich macht: als Stützlage, Abstandhalter, Saug- oder Ausgleichsschicht. Sie wird entweder später entfernt oder verbleibt ohne eigene Nutzfunktion im Verbund. Ihre Auswahl richtet sich am Verfahren aus, nicht an den Produktanforderungen.

Abgrenzung: Die Opferschicht ist eine Hilfsschicht, die im Prozess bewusst zerstört oder abgetragen wird; nicht jede Hilfsschicht wird verbraucht.

Auch: Hilfslage, Zwischenschicht

Hochbarrierefolie Substrat & Material

Hochbarrierefolie bezeichnet Folien, deren Durchlässigkeit für Sauerstoff und Wasserdampf so weit abgesenkt ist, dass empfindliche Güter über lange Zeiträume geschützt bleiben. Erreicht wird das durch aufgedampfte Oxidschichten, Metallisierung, Aluminiumverbunde oder Barrierepolymere wie EVOH und PVDC. Typische Einsatzfelder sind Pharmaverpackungen, Elektronikbauteile, Kaffee und sauerstoffempfindliche Lebensmittel.

Abgrenzung: Der Unterschied zur einfachen Barrierefolie liegt in der Größenordnung der Durchlässigkeit, nicht in einem anderen Wirkprinzip.

Auch: High-Barrier-Folie, Hochbarriereverbund, Hochbarriere

Hochspannungsisolation Anwendung & Bauteil

Hochspannungsisolation bezeichnet die Isolation von Bauteilen, die im Betrieb hohen Spannungen ausgesetzt sind, etwa Transformatoren, Umrichter und elektrische Antriebe. Neben der Durchschlagfestigkeit des Werkstoffs entscheiden Kriechstrecken, Teilentladungsverhalten und die Sauberkeit der Schnittkante darüber, ob die Isolation über die gesamte Lebensdauer trägt.

Abgrenzung: Gegenüber der Isolation im Niederspannungsbereich rücken Teilentladungen und Kriechstrecken in den Vordergrund; die Materialkennzahl allein genügt zur Auslegung nicht.

Bei hochspannungsbeanspruchten Zuschnitten kommt es auf gratfreie Kanten und partikelarme Konfektionierung an, die Pütz mit dem Kunden vorab festlegt.

Auch: Hochspannungsisolierung, HS-Isolation

Hochtemperaturfolie Anwendung & Bauteil

Hochtemperaturfolie bezeichnet Folien, die dauerhaft in Temperaturbereichen arbeiten, in denen Standardsubstrate erweichen, schrumpfen oder verspröden. Dazu zählen vor allem Polyimid- und Fluorpolymerfolien. Sie behalten Maßhaltigkeit und elektrische Eigenschaften über lange Einsatzzeiten und finden sich in Motoren, Sensoren, Lötprozessen und in der Luft- und Raumfahrt.

Abgrenzung: Der Begriff nennt kein festes Temperaturfenster; maßgeblich ist immer die für den jeweiligen Werkstoff belegte Dauergebrauchstemperatur.

Polyimidfolien gehören zu den Substraten, die Pütz auf schmale Bahnen und Formate konfektioniert.

Auch: Hochtemperaturfilm, temperaturbeständige Folie

Hologrammfolie Anwendung & Bauteil

Hologrammfolie ist eine Folie mit eingeprägter Mikrostruktur, die einfallendes Licht so beugt, dass ein blickwinkelabhängiges Bild entsteht. Weil die Struktur Spezialwerkzeuge und ein aufwendiges Verfahren erfordert, dient sie als Echtheits- und Manipulationsmerkmal auf Karten, Etiketten und Dokumenten. Häufig wird sie als Prägeschicht übertragen statt als Etikett aufgeklebt.

Abgrenzung: Die Hologrammfolie wirkt über ein sichtbares optisches Merkmal, das Sicherheitsetikett über sein Zerstörungs- oder Rückstandsverhalten beim Ablösen.

Auch: Hologrammetikett, Sicherheitshologramm

Hostaphan® Marke

Hostaphan® ist der Markenname für die BOPET-Folien von Mitsubishi Polyester Film. Die Typenreihe umfasst zahlreiche Ausführungen für unterschiedliche Zwecke: von klaren Standardfolien über hydrolysestabilisierte und weiße Typen bis zu vorbehandelten Varianten für Beschichtung und Kaschierung.

Pütz verarbeitet Hostaphan® seit Jahrzehnten; die Substratseite führt die Typen mit ihren belegten Kennwerten.

Hydrolysebeständigkeit Eigenschaft & Kennwert

Hydrolysebeständigkeit bezeichnet den Widerstand eines Kunststoffs gegen die Spaltung seiner Molekülketten durch Wasser, die unter Wärme und Feuchte beschleunigt abläuft. Polyester sind dafür grundsätzlich anfällig; hydrolysestabilisierte Typen enthalten Kettenverlängerer oder blockierte Endgruppen. Geprüft wird durch Feucht-Wärme-Lagerung mit anschließender Messung der verbliebenen Zugfestigkeit.

Abgrenzung: Hydrolyse greift die Molekülkette chemisch an, während reine Feuchteaufnahme nur physikalisch quillt und beim Trocknen reversibel bleibt.

Auch: Hydrolysestabilität, hydrolysestabilisiert

I

IATF 16949 Norm & Zulassung

Qualitätsmanagementsystem-Anforderungen für die Serien- und Ersatzteilproduktion in der Automobilindustrie

IATF 16949 ist der Qualitätsmanagementstandard der Automobilindustrie. Er baut auf ISO 9001 auf und ergänzt branchenspezifische Anforderungen zu Produktionslenkungsplänen, Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse, Bemusterung, Prozessfähigkeit, Fertigungsfreigabe und Lieferantenentwicklung. Getragen wird er von der International Automotive Task Force gemeinsam mit den Fahrzeugherstellern.

Abgrenzung: ISO 9001 ist branchenneutral, IATF 16949 gilt nur für automobile Liefer- und Ersatzteilketten und setzt eine ISO-9001-konforme Basis voraus.

IEC Norm & Zulassung

Internationale Elektrotechnische Kommission

Die IEC ist die internationale Normungsorganisation für Elektrotechnik, Elektronik und verwandte Technologien. Ihre Standards decken Prüfverfahren für Isolierstoffe, Sicherheitsanforderungen an Betriebsmittel und elektrische Kennwerte ab. In Europa werden IEC-Normen häufig als EN-Fassung übernommen und in Deutschland zusätzlich in das VDE-Vorschriftenwerk eingeordnet.

Abgrenzung: Die IEC deckt die Elektrotechnik ab, die ISO alle übrigen Fachgebiete; beide arbeiten in gemeinsamen Gremien zusammen.

Auch: International Electrotechnical Commission

IEC 60093 Norm & Zulassung

Prüfverfahren für Durchgangs- und Oberflächenwiderstand fester elektrischer Isolierstoffe

IEC 60093 legt die Messung von Durchgangs- und Oberflächenwiderstand fester Isolierstoffe fest. Über eine Schutzringelektrodenanordnung wird der Strom durch das Material vom Strom entlang der Oberfläche getrennt erfasst. Weil beide Größen stark von Temperatur, Luftfeuchte und Vorbehandlung abhängen, schreibt die Norm Klimatisierung und Elektrodenanordnung genau vor.

Abgrenzung: Der Durchgangswiderstand beschreibt das Volumen des Werkstoffs, der Oberflächenwiderstand nur die Ableitfähigkeit seiner Oberfläche.

Auch: DIN IEC 60093 Prüfnorm: DIN IEC 60093

IFS Norm & Zulassung

International Featured Standards

IFS bezeichnet eine Gruppe von Standards für Produktsicherheit und Qualität entlang der Lebensmittelkette, getragen vom deutschen und französischen Handel. Für Verpackungsmaterialien gilt der Standard IFS PACsecure mit Anforderungen an Gefahrenanalyse, Hygiene, Produktschutz und Rückverfolgbarkeit. Die Bewertung erfolgt über ein Punktesystem mit Knockout-Kriterien im Rahmen regelmäßiger Audits.

Abgrenzung: IFS PACsecure adressiert Packmittelhersteller, IFS Food dagegen lebensmittelverarbeitende Betriebe.

Auch: IFS PACsecure

Industrielle Kompostierung Nachhaltigkeit

Industrielle Kompostierung ist die Behandlung organischer Abfälle in technischen Anlagen mit gesteuerter Belüftung, Feuchte und erhöhter Prozesstemperatur. Diese Bedingungen sind die Bezugsbasis der gängigen Kompostierbarkeitsnormen. In der Praxis schleusen viele Anlagen Kunststoffe unabhängig von ihrer Zertifizierung aus, weil sie im Sortierprozess nicht von herkömmlichen Kunststoffen unterschieden werden können.

Abgrenzung: Heimkompostierung läuft bei Umgebungstemperatur ab und erfordert einen eigenen Nachweis; eine industrielle Zertifizierung gilt dort nicht.

Auch: gewerbliche Kompostierung

ISO Norm & Zulassung

Internationale Organisation für Normung

ISO ist die Internationale Organisation für Normung, ein Zusammenschluss nationaler Normungsinstitute. Sie erarbeitet internationale Normen für Werkstoffe, Prüfverfahren, Managementsysteme und Terminologie. ISO-Normen entfalten keine unmittelbare Rechtswirkung, werden aber durch Übernahme in nationale Normenwerke, durch Verträge oder durch Verweis in Rechtsvorschriften verbindlich.

Abgrenzung: Die IEC übernimmt dieselbe Rolle für die Elektrotechnik; ISO und IEC stimmen ihre Arbeitsgebiete miteinander ab.

Auch: International Organization for Standardization

ISO 11357 Norm & Zulassung

Kunststoffe – Dynamische Differenz-Thermoanalyse

ISO 11357 regelt die dynamische Differenz-Thermoanalyse an Kunststoffen. Probe und Referenz werden nach demselben Temperaturprogramm geführt, und der Unterschied im Wärmestrom wird aufgezeichnet. Aus den Signalen ergeben sich Glasübergangstemperatur, Schmelz- und Kristallisationstemperatur, Schmelzenthalpie sowie der Kristallinitätsgrad. Das Verfahren dient auch der Identifizierung unbekannter Polymere.

Abgrenzung: Die Differenz-Thermoanalyse misst thermische Übergänge, die thermogravimetrische Analyse dagegen den Masseverlust beim Aufheizen.

Auch: DIN EN ISO 11357, DSC, Differential Scanning Calorimetry Prüfnorm: DIN EN ISO 11357

ISO 11607 Norm & Zulassung

Verpackungen für in der Endverpackung zu sterilisierende Medizinprodukte

ISO 11607 regelt Verpackungen für Medizinprodukte, die in ihrer Endverpackung sterilisiert werden. Der erste Teil beschreibt Anforderungen an Materialien, Sterilbarrieresysteme und Schutzverpackungen samt Prüfung von Keimdichtheit, Siegelnaht und Alterung. Der zweite Teil regelt die Validierung der Form-, Siegel- und Montageprozesse beim Verarbeiter des Packmittels.

Abgrenzung: EN 868 ergänzt ISO 11607 um materialspezifische Anforderungen und Prüfverfahren, ersetzt die übergeordneten Systemanforderungen aber nicht.

Auch: EN ISO 11607, DIN EN ISO 11607 Prüfnorm: DIN EN ISO 11607

ISO 1183 Norm & Zulassung

Kunststoffe – Verfahren zur Bestimmung der Dichte von nicht verschäumten Kunststoffen

ISO 1183 legt Verfahren zur Bestimmung der Dichte kompakter Kunststoffe fest, darunter das Eintauchverfahren nach dem Prinzip von Archimedes, das Pyknometerverfahren und die Dichtegradientensäule. Die Dichte dient der Werkstoffidentifizierung, der Qualitätskontrolle und der Umrechnung zwischen Foliendicke, Flächengewicht und Laufmeterzahl einer Rolle.

Abgrenzung: Die Dichte des Werkstoffs ist nicht mit dem Flächengewicht der Folie zu verwechseln, das zusätzlich von der Dicke abhängt.

Auch: DIN EN ISO 1183 Prüfnorm: DIN EN ISO 1183

ISO 13468 Norm & Zulassung

Kunststoffe – Bestimmung des Gesamtlichttransmissionsgrades transparenter Materialien

ISO 13468 beschreibt die Bestimmung des Gesamtlichttransmissionsgrades transparenter Kunststoffe. Gemessen wird mit einer Ulbricht-Kugel der Anteil des einfallenden Lichts, der die Probe insgesamt durchdringt, einschließlich des gestreuten Anteils. Der Kennwert beschreibt die Helligkeit einer Folie im Durchlicht, nicht ihre optische Klarheit.

Abgrenzung: Der Transmissionsgrad sagt nichts über die Trübung aus: Eine Folie kann viel Licht durchlassen und dennoch milchig wirken.

Auch: DIN EN ISO 13468 Prüfnorm: DIN EN ISO 13468

ISO 14001 Norm & Zulassung

Umweltmanagementsysteme – Anforderungen mit Anleitung zur Anwendung

ISO 14001 ist die Norm für Umweltmanagementsysteme. Sie verlangt, dass ein Unternehmen seine Umweltaspekte systematisch ermittelt, bindende Verpflichtungen erfasst, Ziele ableitet und die Wirksamkeit seiner Maßnahmen überprüft. Wie ISO 9001 folgt sie dem Zyklus aus Planen, Durchführen, Prüfen und Handeln und bewertet das Managementsystem, nicht die Umweltwirkung eines einzelnen Produkts.

Abgrenzung: Während eine Ökobilanz die Umweltwirkung eines Produkts über seinen Lebensweg quantifiziert, prüft ISO 14001 nur die betriebliche Steuerung der Umweltaspekte.

Auch: DIN EN ISO 14001 Prüfnorm: DIN EN ISO 14001

ISO 14644 Norm & Zulassung

Reinräume und zugehörige Reinraumbereiche

ISO 14644 ist die Normenreihe für Reinräume. Der erste Teil klassifiziert die Luftreinheit anhand der zulässigen Partikelkonzentration je Größenklasse, weitere Teile regeln Überwachung, Prüfung, Betrieb und Reinigung. Die Klassifizierung wird für den Zustand nach Fertigstellung, im Ruhezustand und im Betrieb getrennt festgelegt und regelmäßig nachgewiesen.

Abgrenzung: ISO 14644 beschreibt die Umgebungsbedingungen der Fertigung, nicht die Reinheit des Erzeugnisses selbst.

Auch: DIN EN ISO 14644 Prüfnorm: DIN EN ISO 14644

ISO 15105 Norm & Zulassung

Kunststoffe – Folien und Bahnen – Bestimmung der Gasdurchlässigkeit

ISO 15105 beschreibt die Bestimmung der Gasdurchlässigkeit von Kunststofffolien und -bahnen. Die Folie trennt zwei Kammern, und die durch sie hindurchtretende Gasmenge wird zeitbezogen erfasst. Die Norm kennt ein Differenzdruckverfahren und ein Gleichdruckverfahren mit Trägergas und Detektor. Ergebnis ist die auf Fläche, Zeit und Druckdifferenz bezogene Durchlässigkeit.

Abgrenzung: Für Wasserdampf gilt nicht ISO 15105, sondern ISO 15106; Wasserdampf verhält sich in Polymeren anders als permanente Gase.

Auch: DIN EN ISO 15105 Prüfnorm: DIN EN ISO 15105

ISO 15106 Norm & Zulassung

Kunststoffe – Folien und Bahnen – Bestimmung der Wasserdampfdurchlässigkeit

ISO 15106 legt Verfahren zur Bestimmung der Wasserdampfdurchlässigkeit von Kunststofffolien fest. Die Probe trennt eine feuchte von einer trockenen Seite; der hindurchtretende Wasserdampf wird über einen Feuchtesensor, einen Infrarotsensor oder gravimetrisch erfasst. Angegeben wird die auf Fläche und Zeit bezogene Wasserdampfmenge bei definierter Temperatur und Luftfeuchte.

Abgrenzung: Die Sauerstoffdurchlässigkeit wird nach ISO 15105 oder ASTM D3985 gemessen; beide Kennwerte lassen sich nicht ineinander umrechnen.

Auch: DIN EN ISO 15106 Prüfnorm: DIN EN ISO 15106

ISO 15985 Norm & Zulassung

Kunststoffe – Bestimmung der vollständigen anaeroben biologischen Abbaubarkeit unter Faulschlammbedingungen

ISO 15985 beschreibt die Prüfung der anaeroben biologischen Abbaubarkeit von Kunststoffen unter Bedingungen hochkonzentrierter Faulschlämme. Die Probe wird unter Sauerstoffabschluss vergoren; gemessen werden das entstehende Biogas und der freigesetzte Kohlenstoff. Das Verfahren bildet die Vergärung in Biogasanlagen ab, wie sie in vielen Bioabfallbehandlungen der Kompostierung vorgeschaltet ist.

Abgrenzung: Anaerober Abbau nach ISO 15985 findet unter Sauerstoffabschluss statt, die Kompostierungsprüfungen nach EN 13432 dagegen unter aeroben Bedingungen.

Auch: DIN EN ISO 15985 Prüfnorm: DIN EN ISO 15985

ISO 17088 Norm & Zulassung

Kunststoffe – Organisches Recycling – Spezifikationen für kompostierbare Kunststoffe

ISO 17088 ist die internationale Spezifikation für kompostierbare Kunststoffe. Sie verlangt Nachweise zu biologischem Abbau, Zerfall unter Kompostierbedingungen, Grenzwerten für Schwermetalle und zur Qualität des entstehenden Komposts. Die Anforderungen entsprechen inhaltlich weitgehend EN 13432, gelten jedoch nicht nur für Verpackungen, sondern für kompostierbare Kunststoffprodukte allgemein.

Abgrenzung: ISO 17088 ist international angelegt, EN 13432 europäisch und ausschließlich auf Verpackungen bezogen.

Auch: DIN EN ISO 17088 Prüfnorm: DIN EN ISO 17088

ISO 22000 Norm & Zulassung

Managementsysteme für die Lebensmittelsicherheit

ISO 22000 verbindet die Grundsätze der Gefahrenanalyse nach HACCP mit den Strukturelementen eines Managementsystems und gilt für alle Stufen der Lebensmittelkette. Auch Hersteller und Verarbeiter von Verpackungsmaterialien fallen darunter, weil ein Packmittel Gefahren in das Lebensmittel eintragen kann. Gefordert sind Präventivprogramme, Rückverfolgbarkeit und geregelte Verifizierung.

Abgrenzung: Gegenüber BRCGS und IFS ist ISO 22000 eine ISO-Norm ohne Handelsträgerschaft und schreibt weniger detaillierte Einzelanforderungen vor.

Auch: DIN EN ISO 22000 Prüfnorm: DIN EN ISO 22000

ISO 2286 Norm & Zulassung

Mit Kautschuk oder Kunststoff beschichtete Textilien – Bestimmung der Rolleneigenschaften

ISO 2286 ist eine mehrteilige Norm für beschichtete Textilien. Die Teile regeln die Bestimmung der Rolleneigenschaften wie Länge, Breite und Nettomasse, die Ermittlung der flächenbezogenen Gesamtmasse sowie der Massen von Trägermaterial und Beschichtung und schließlich die Messung der Dicke. Angewendet wird sie bei Planen, Gewebeverbunden und beschichteten Bahnenwaren.

Abgrenzung: Für unbeschichtete Kunststofffolien gelten ISO 4593 und ISO 1183, nicht die auf Textilverbunde zugeschnittene ISO 2286.

Auch: DIN EN ISO 2286 Prüfnorm: DIN EN ISO 2286

ISO 2813 Norm & Zulassung

Beschichtungsstoffe – Bestimmung des Reflektometerwerts

ISO 2813 legt die Messung des Glanzes an nicht metallischen Oberflächen fest. Ein Reflektometer bestrahlt die Oberfläche unter einem festgelegten Winkel und misst den gerichtet reflektierten Lichtanteil. Für stark, mittel und schwach glänzende Oberflächen sind unterschiedliche Messgeometrien vorgesehen. Das Verfahren wird auch für lackierte und beschichtete Folienoberflächen angewendet.

Abgrenzung: Glanz beschreibt die gerichtete Reflexion an der Oberfläche, Trübung nach ASTM D1003 dagegen die Streuung des durchgehenden Lichts.

Auch: DIN EN ISO 2813, Glanzmessung Prüfnorm: DIN EN ISO 2813

ISO 306 Norm & Zulassung

Kunststoffe – Thermoplaste – Bestimmung der Vicat-Erweichungstemperatur

ISO 306 beschreibt die Bestimmung der Vicat-Erweichungstemperatur von Thermoplasten. Eine genormte Nadel wird mit festgelegter Prüfkraft auf die Probe gesetzt, die anschließend gleichmäßig aufgeheizt wird. Als Erweichungstemperatur gilt jene Temperatur, bei der die Nadel eine festgelegte Eindringtiefe erreicht. Der Kennwert dient dem Vergleich der Wärmeformbeständigkeit verschiedener Werkstoffe.

Abgrenzung: Die Vicat-Temperatur ist ein technischer Vergleichswert und keine Stoffkonstante wie der Schmelzpunkt, der über ISO 11357 ermittelt wird.

Auch: DIN EN ISO 306, Vicat-Erweichungstemperatur, VST Prüfnorm: DIN EN ISO 306

ISO 4593 Norm & Zulassung

Kunststoffe – Folien und Bahnen – Bestimmung der Dicke durch mechanisches Abtasten

ISO 4593 beschreibt die Dickenmessung von Kunststofffolien durch mechanisches Abtasten. Die Probe wird zwischen einem festen Amboss und einem beweglichen Taster mit festgelegter Andruckkraft und Tastfläche gemessen. Vorgegeben sind auch Klimatisierung und Anzahl der Messstellen, damit Dickenschwankungen über Bahnbreite und Bahnlänge erfasst werden.

Abgrenzung: Mechanisches Abtasten misst die geometrische Dicke; berührungslose Verfahren mit Betastrahlung oder Infrarot messen dagegen das Flächengewicht und rechnen daraus zurück.

Auch: DIN EN ISO 4593 Prüfnorm: DIN EN ISO 4593, DIN 53370

ISO 50001 Norm & Zulassung

Energiemanagementsysteme – Anforderungen mit Anleitung zur Anwendung

ISO 50001 ist die Norm für Energiemanagementsysteme. Sie fordert, den Energieeinsatz eines Betriebs zu erfassen, wesentliche Verbraucher zu identifizieren, eine energetische Ausgangsbasis festzulegen und die Energieleistung anhand von Kennzahlen fortlaufend zu verbessern. Der Nachweis kann in einzelnen Staaten Voraussetzung für steuerliche Entlastungen bei Energie- und Stromkosten sein.

Abgrenzung: ISO 50001 betrachtet ausschließlich Energie, ISO 14001 dagegen alle Umweltaspekte eines Betriebs einschließlich Abfall, Wasser und Emissionen.

Auch: DIN EN ISO 50001 Prüfnorm: DIN EN ISO 50001

ISO 527 Norm & Zulassung

Kunststoffe – Bestimmung der Zugeigenschaften

ISO 527 ist die mehrteilige Norm zur Bestimmung der Zugeigenschaften von Kunststoffen. Ein Probekörper wird in einer Zugprüfmaschine mit konstanter Geschwindigkeit gedehnt, bis er reißt. Aus Kraft und Verlängerung ergeben sich Zugfestigkeit, Reißdehnung, Streckspannung und Zugmodul. Der erste Teil enthält die allgemeinen Grundsätze, die weiteren Teile die werkstoffspezifischen Prüfbedingungen.

Abgrenzung: Für Folien und Tafeln gilt nicht der allgemeine Teil, sondern ISO 527-3 mit eigener Probenform und Einspannlänge.

Auch: DIN EN ISO 527 Prüfnorm: DIN EN ISO 527

ISO 527-3 Norm & Zulassung

Kunststoffe – Bestimmung der Zugeigenschaften – Prüfbedingungen für Folien und Tafeln

ISO 527-3 ist der Teil der Zugprüfnorm, der die Prüfbedingungen für Folien und dünne Tafeln festlegt. Geprüft werden Streifen oder Schulterstäbe geringer Dicke, wobei Probenzuschnitt, freie Einspannlänge und Prüfgeschwindigkeit vorgegeben sind. Weil Folien anisotrop sind, wird getrennt in Maschinenrichtung und Querrichtung geprüft und ausgewertet.

Abgrenzung: ASTM D882 verfolgt dasselbe Ziel, unterscheidet sich aber in Probengeometrie und Prüfablauf; die Ergebnisse sind nicht unmittelbar vergleichbar.

Für zugbeanspruchte Anwendungen führen die Substratseiten die belegten Werte je Folientyp.

Auch: DIN EN ISO 527-3 Prüfnorm: DIN EN ISO 527-3

ISO 534 Norm & Zulassung

Papier und Pappe – Bestimmung der Dicke, der Dichte und des spezifischen Volumens

ISO 534 regelt die Bestimmung von Dicke, Dichte und spezifischem Volumen bei Papier und Pappe. Gemessen wird mit einem Taster festgelegter Fläche und Andruckkraft, wahlweise am Einzelblatt oder am Stapel. Aus Dicke und flächenbezogener Masse ergeben sich Dichte und spezifisches Volumen, die die Voluminosität eines Papiers beschreiben.

Abgrenzung: Für Kunststofffolien gilt nicht ISO 534, sondern ISO 4593 beziehungsweise DIN 53370 mit anderer Tastfläche und Andruckkraft.

Auch: DIN EN ISO 534 Prüfnorm: DIN EN ISO 534

ISO 536 Norm & Zulassung

Papier und Pappe – Bestimmung der flächenbezogenen Masse

ISO 536 legt die Bestimmung der flächenbezogenen Masse von Papier und Pappe fest, die in der Praxis Grammatur heißt. Eine Probe bekannter Fläche wird nach Klimatisierung gewogen und die Masse auf die Fläche bezogen. Die Grammatur ist die übliche Sortenbezeichnung im Papierhandel und Bezugsgröße für Kalkulation und Verarbeitung.

Abgrenzung: Papiere werden über die Grammatur beschrieben, Kunststofffolien dagegen über die Dicke; beide Größen lassen sich nur über die Dichte ineinander umrechnen.

Auch: DIN EN ISO 536, Grammatur Prüfnorm: DIN EN ISO 536

ISO 62 Norm & Zulassung

Kunststoffe – Bestimmung der Wasseraufnahme

ISO 62 legt die Bestimmung der Wasseraufnahme von Kunststoffen fest. Getrocknete Probekörper werden in Wasser gelagert oder einem definierten Klima ausgesetzt und anschließend zurückgewogen. Die aufgenommene Wassermenge wird auf die Ausgangsmasse bezogen. Der Kennwert ist wichtig für Polyamid und andere hygroskopische Werkstoffe, deren Maße und Steifigkeit mit der Feuchte schwanken.

Abgrenzung: Wasseraufnahme beschreibt die im Werkstoff gespeicherte Feuchte, Wasserdampfdurchlässigkeit nach ISO 15106 dagegen den Durchtritt durch die Folie.

Auch: DIN EN ISO 62 Prüfnorm: DIN EN ISO 62

ISO 8256 Norm & Zulassung

Kunststoffe – Bestimmung der Schlagzugzähigkeit

ISO 8256 beschreibt die Bestimmung der Schlagzugzähigkeit von Kunststoffen. Ein Pendelhammer belastet eine eingespannte Probe schlagartig auf Zug, und die zum Bruch verbrauchte Energie wird auf den Probenquerschnitt bezogen. Das Verfahren eignet sich für dünne und zähe Werkstoffe, bei denen Biegeschlagversuche keine verwertbaren Ergebnisse liefern.

Abgrenzung: Anders als der Zugversuch nach ISO 527 belastet die Schlagzugprüfung sehr schnell und bildet damit stoßartige Beanspruchung ab.

Auch: DIN EN ISO 8256 Prüfnorm: DIN EN ISO 8256

ISO 8295 Norm & Zulassung

Kunststoffe – Folien und Bahnen – Bestimmung der Reibungskoeffizienten

ISO 8295 legt die Bestimmung des Haft- und Gleitreibungskoeffizienten von Kunststofffolien fest. Ein beschwerter Schlitten wird über die Folienoberfläche gezogen, wobei die Zugkraft aufgezeichnet wird. Geprüft wird Folie gegen Folie oder Folie gegen Metall. Der Kennwert bestimmt maßgeblich das Laufverhalten auf Verpackungsmaschinen und beim Wickeln.

Abgrenzung: Der Haftreibungskoeffizient beschreibt den Widerstand beim Losbrechen, der Gleitreibungskoeffizient den während der Bewegung.

Ein zu niedriger oder zu hoher Reibwert zeigt sich beim Umrollen und wird in der Konfektionierung berücksichtigt.

Auch: DIN EN ISO 8295 Prüfnorm: DIN EN ISO 8295

ISO 868 Norm & Zulassung

Kunststoffe und Hartgummi – Bestimmung der Eindruckhärte mit einem Durometer

ISO 868 beschreibt die Bestimmung der Shore-Härte von Kunststoffen und Hartgummi. Ein federbelasteter Eindringkörper wird in die Probe gedrückt; aus der Eindringtiefe ergibt sich der Härtewert auf einer dimensionslosen Skala. Für weiche und harte Werkstoffe gelten unterschiedliche Skalen mit jeweils eigener Nadelgeometrie und Federkraft.

Abgrenzung: Für dünne Folien ist die Shore-Härte kaum aussagekräftig, weil die Probendicke die Messung beeinflusst; sie wird vor allem an dicken Folien und Elastomeren angewendet.

Auch: DIN EN ISO 868, Shore-Härte Prüfnorm: DIN EN ISO 868

ISO 9001 Norm & Zulassung

Qualitätsmanagementsysteme – Anforderungen

ISO 9001 ist die international verbreitete Norm für Qualitätsmanagementsysteme. Sie stellt Anforderungen an Prozessorientierung, Kundenfokus, Verantwortlichkeiten, Dokumentenlenkung und fortlaufende Verbesserung, ohne Produkteigenschaften vorzugeben. Zertifiziert wird das Managementsystem eines Unternehmens durch eine akkreditierte Stelle. In industriellen Lieferketten gilt der Nachweis vielfach als Grundvoraussetzung für die Freigabe als Lieferant.

Abgrenzung: Anders als eine Produktnorm beschreibt ISO 9001 nicht die Eigenschaften einer Folie, sondern die Organisation, die sie liefert.

Pütz Folien ist nach DIN EN ISO 9001 zertifiziert.

Auch: DIN EN ISO 9001 Prüfnorm: DIN EN ISO 9001

Isolationsstrecke Anwendung & Bauteil

Die Isolationsstrecke ist der Abstand, den zwei spannungsführende Teile zueinander einhalten müssen, damit kein Überschlag entsteht. Ihre Mindestmaße richten sich nach Betriebsspannung, Verschmutzungsgrad und Umgebungsbedingungen. Eine eingelegte Isolierfolie verlängert die Strecke entlang der Oberfläche und erlaubt so kompaktere Bauformen, ohne den geforderten Sicherheitsabstand zu unterschreiten.

Abgrenzung: Die Luftstrecke misst den kürzesten Weg durch die Luft, die Kriechstrecke den Weg entlang der Bauteiloberfläche. Folien wirken vor allem auf die zweite.

Auch: Luft- und Kriechstrecke, Isolationsabstand

Isolierfolie Anwendung & Bauteil

Isolierfolie bezeichnet eine Folie, die in elektrischen Bauteilen leitfähige Teile voneinander trennt und so Kurzschluss und Überschlag verhindert. Gefordert sind hohe Durchschlagfestigkeit, geringe Leitfähigkeit und ausreichende Temperaturbeständigkeit über die Lebensdauer des Bauteils. Eingesetzt werden vor allem Polyester-, Polyimid- und Polypropylenfolien, je nach Temperaturklasse und Spannungsniveau.

Abgrenzung: Isolierfolien wirken elektrisch; Dämmfolien in der Bauwirtschaft begrenzen dagegen Wärmeströme und teilen mit ihnen nur den Wortbestandteil.

Pütz konfektioniert Isoliersubstrate als schmale Bahnen und Formatware für die Motoren-, Transformatoren- und Batteriefertigung.

Auch: Isolationsfolie, Elektroisolierfolie

IV-Wert Nachhaltigkeit

Intrinsische Viskosität

Der IV-Wert ist ein Maß für die mittlere Molekülkettenlänge von Polyester und wird über die Viskosität einer Lösung bestimmt. Er entscheidet darüber, ob ein Polyester für Fasern, Folien, Flaschen oder technische Anwendungen taugt. Hydrolyse und thermische Belastung beim Verarbeiten und Recyceln senken ihn, das Nachkondensieren im Festphasenprozess hebt ihn wieder an.

Abgrenzung: Der IV-Wert beschreibt die Kettenlänge des Polymers, nicht die Schmelzeviskosität bei der Verarbeitung, auch wenn beide zusammenhängen.

Auch: Grenzviskosität, Intrinsic Viscosity

K

Kaladex® Marke

Kaladex® ist der Markenname der PEN-Folien von Mylar Specialty Films. Grundpolymer ist biaxial orientiertes Polyethylennaphthalat, ein Polyester, der wie BOPET in zwei Achsen gereckt wird, aber höher temperaturbeständig ist. Zu den Varianten gehören unter anderem Typen für Kondensatoren und elektrisch beanspruchte Anwendungen.

Abgrenzung: Kaladex® und Teonex® stehen für dasselbe Substrat PEN, stammen aber von verschiedenen Herstellern mit unterschiedlichen Typenreihen.

Pütz konfektioniert Kaladex® als Rollenware, Formatware, Zuschnitt und Kreuzspule.

Kalandrieren Verfahren

Kalandrieren bezeichnet ein Herstellverfahren, bei dem eine plastifizierte Kunststoffmasse durch mehrere beheizte, gegenläufige Walzenspalte geführt und dabei schrittweise zu einer Bahn ausgewalzt wird. Der letzte Spalt bestimmt Dicke und Oberfläche. Das Verfahren ist vor allem für Weich- und Hart-PVC verbreitet und erlaubt hohe Ausstoßleistungen bei gleichbleibender Dicke.

Abgrenzung: Bei der Extrusion formt eine Düse die Bahn, beim Kalandrieren entsteht sie durch Auswalzen zwischen gegenläufigen Walzen.

Auch: Kalanderverfahren, Walzen

Kältefestigkeit Eigenschaft & Kennwert

Kältefestigkeit bezeichnet die Fähigkeit einer Folie, bei tiefen Temperaturen flexibel und schlagzäh zu bleiben, statt spröde zu brechen. Unterhalb des Glasübergangs verlieren viele Kunststoffe ihr Verformungsvermögen. Geprüft wird durch Schlag- oder Falzbeanspruchung an gekühlten Proben, wie sie bei Tiefkühlverpackungen und Außenanwendungen im Winter auftritt.

Abgrenzung: Kältefestigkeit beschreibt das Verhalten unterhalb der Raumtemperatur, Temperaturbeständigkeit dagegen das Verhalten bei Wärmebelastung.

Auch: Kälteflexibilität, Tieftemperaturbeständigkeit

Kaltformung Verfahren

Kaltformung bezeichnet das Ausformen einer Verbundfolie zu Näpfen ohne Wärmezufuhr, wobei eine eingelagerte Aluminiumschicht die Form dauerhaft hält. Das Verfahren wird in der Pharmaverpackung eingesetzt, wenn ein Wirkstoff besonders feuchtigkeits- oder lichtempfindlich ist und eine durchsichtige Kunststofffolie die Barriere nicht leisten kann.

Abgrenzung: Beim Tiefziehen wird die Folie erwärmt und bleibt durchsichtig; die Kaltformung liefert eine undurchsichtige, dafür deutlich dichtere Verpackung.

Auch: Kaltumformung, Alu-Kaltformblister

Kantenqualität Eigenschaft & Kennwert

Die Kantenqualität beschreibt, wie sauber die Schnittkante einer konfektionierten Folienbahn ausfällt: frei von Ausfransungen, Graten, Staub und Anhaftungen. Sie entscheidet darüber, ob die Bahn in schnell laufenden Verarbeitungsanlagen störungsfrei läuft, denn eine ausgefranste Kante reißt unter Bahnspannung bevorzugt ein.

Abgrenzung: Anders als die Breitentoleranz, die das Maß beschreibt, betrifft die Kantenqualität die Beschaffenheit der Schnittfläche selbst.

Ein zentrales Ergebnismerkmal jeder Konfektionierung. Messerart und Schnittparameter werden auf das jeweilige Substrat abgestimmt.

Auch: Schnittkantenqualität

Kapton® Marke

Kapton® ist der Markenname der Polyimidfolien von DuPont. Das Grundpolymer ist ein aromatisches Polyimid, das keinen Schmelzpunkt besitzt, sondern sich bei sehr hoher Temperatur zersetzt. Die Varianten umfassen den reinen Basistyp sowie Verbunde mit Fluorpolymer, maßstabilisierte und wärmeleitfähige Ausführungen für Elektroisolation und flexible Leiterplatten.

Abgrenzung: Kapton® und Upilex® sind beide Polyimidfolien, beruhen aber auf unterschiedlichen Polyimid-Grundpolymeren. Daraus folgen die abweichenden mechanischen Profile beider Marken.

Pütz konfektioniert Kapton® als Rollenware, Formatware, Zuschnitt und Kreuzspule; die Substratseite führt die Typen mit ihren belegten Kennwerten.

Auch: Kaptonfolie

Kartenfolie Anwendung & Bauteil

Kartenfolie bezeichnet die Folienlagen, aus denen eine Zahlungs-, Ausweis- oder Zutrittskarte laminiert wird: bedruckbare Kernlagen und transparente Overlays, die den Druck schützen. Jede Lage bringt ihre eigene Dickentoleranz mit, die sich im Laminat summiert. Die fertige Karte muss dennoch das genormte Maß einhalten und planliegen.

Abgrenzung: Die Kernfolie trägt Druck und Funktionselemente, das Overlay ist die transparente Deckschicht darüber; beide zählen zu den Kartenfolien.

Pütz konfektioniert Kern- und Overlaysubstrate für Kartenaufbauten als Bogenware in den üblichen Nutzenformaten.

Auch: Kernfolie, Overlay, Kartenaufbaufolie Prüfnorm: ISO/IEC 7810

Kartonveredelung Verfahren

Kartonveredelung bezeichnet das Aufwerten von Faltschachtelkarton und Vollpappe durch Kaschieren mit Folie, Lackieren, Prägen oder Einsetzen von Sichtfenstern. Verarbeitet wird überwiegend im Bogen statt von der Rolle. Neben Optik und Haptik am Verkaufsregal geht es um Scheuer- und Feuchtebeständigkeit sowie um saubere Rilllinien beim späteren Falten.

Abgrenzung: Karton bleibt nach der Veredelung rill- und faltbar; bei der Plattenveredelung ist das Trägermaterial starr und wird nicht mehr umgeformt.

Pütz konfektioniert Glanz- und Mattkaschierfolien in den Bahnenbreiten, die Kaschieranlagen der Druckindustrie verlangen.

Auch: Faltschachtelveredelung

Kaschieren Verfahren

Kaschieren bezeichnet das flächige, dauerhafte Verbinden zweier oder mehrerer Bahnen zu einem Verbund. Der Grund ist fast immer, dass keine einzelne Folie alle geforderten Eigenschaften mitbringt: Erst die Kombination liefert Barriere, mechanische Festigkeit und Siegelfähigkeit zugleich. Verbunden wird über Klebstoff oder über Wärme und Druck.

Abgrenzung: Kaschieren und Laminieren werden weitgehend synonym gebraucht; im deutschen Sprachgebrauch meint Kaschieren eher das Verbinden bahnförmiger Materialien.

Die Kaschierung führt Pütz im eigenen Haus aus, mit anschließender Konfektionierung im selben Auftrag.

Auch: Kaschierung, Verbundherstellung

Kaschierfolie Anwendung & Bauteil

Kaschierfolie ist eine Folie, die vollflächig mit einem anderen Werkstoff verbunden wird und dauerhaft Teil des Erzeugnisses bleibt. Auf Karton und Papier schützt sie die Oberfläche und verstärkt den Farbkontrast, in Verpackungsverbunden übernimmt sie Barriere oder Siegelfähigkeit. Am Falz entscheidet sich ihre Eignung: Eine brechende oder abhebende Kaschierung macht die Auflage unbrauchbar.

Abgrenzung: Die Kaschierfolie bleibt am Produkt; die Transferfolie gibt nur ihre Beschichtung ab und wird anschließend entfernt.

Pütz konfektioniert Kaschiersubstrate und lässt die Kaschierung selbst über spezialisierte Partnerbetriebe ausführen.

Auch: Laminierfolie für Druckerzeugnisse, Verbundfolie

Kern / Hülse Verfahren

Kern und Hülse bezeichnen den rohrförmigen Wickelträger, auf den eine Folienbahn aufgewickelt wird. Üblich sind Papp- und Kunststoffkerne. Maßgeblich ist der Innendurchmesser, weil er zum Dorn der Abwickelvorrichtung passen muss; hinzu kommen Wandstärke und Druckfestigkeit, die bei schweren Rollen über die Formstabilität des Kerns entscheiden.

Abgrenzung: Der Kern ist der Träger im Inneren der Rolle, der Rollenaußendurchmesser dagegen ein Maß der fertig bewickelten Rolle.

Welcher Kern zur Abwickelvorrichtung passt, gehört bei Pütz zur Auftragsklärung vor dem ersten Schnitt.

Auch: Wickelkern, Rollenkern, Papphülse

Kernbohrung Verfahren

Kernbohrung bezeichnet den Innendurchmesser eines Wickelkerns, also die lichte Weite des Rohrs, mit der die Rolle auf den Dorn oder die Spannwelle einer Anlage aufgenommen wird. Sie ist ein Abnahmemaß wie die Bahnenbreite: Passt die Kernbohrung nicht zur Aufnahme, lässt sich auch eine einwandfrei geschnittene Rolle nicht abwickeln.

Abgrenzung: Die Kernbohrung meint den Innendurchmesser des Kerns, nicht den Außendurchmesser der fertigen Rolle.

Den benötigten Kerninnendurchmesser erfragt Pütz in der Auftragsklärung, weil er an der Abwickelvorrichtung des Kunden hängt.

Auch: Kerninnendurchmesser, Hülseninnendurchmesser

Klarsichtverpackung Anwendung & Bauteil

Klarsichtverpackung bezeichnet jede Verpackung, die den Blick auf das Produkt freigibt: als vollflächig transparente Hülle, als Schale oder als Karton mit Fenster. Entscheidend sind Transparenz, geringe Trübung und eine Oberfläche ohne sichtbare Verzerrung. Hinzu kommt Planlage, weil sich wellende Folie im Regal Reflexe erzeugt und in der Verarbeitung schief verklebt.

Abgrenzung: Das Faltschachtelfenster ist die Teilfläche einer Kartonverpackung; die Klarsichtverpackung kann das Produkt vollständig umschließen.

Für Klarsichtanwendungen konfektioniert Pütz transparente Substrate wie Acetat, BOPP und Polyester in Rollen- und Formatware.

Auch: Sichtverpackung, Klarsichtpackung

Klebekaschierung Verfahren

Klebekaschierung bezeichnet das Verbinden von Folienbahnen über einen Klebstoff, der auf eine Bahn aufgetragen wird, bevor die zweite Bahn im Walzenspalt zugeführt wird. Unterschieden werden lösemittelhaltige, lösemittelfreie und wässrige Systeme. Der Klebstoff bestimmt die Verbundhaftung und muss zu beiden Oberflächen und zum späteren Medienkontakt passen.

Abgrenzung: Anders als bei der Thermokaschierung entsteht die Haftung über einen zusätzlichen Klebstoff, nicht über das Aufschmelzen einer der Lagen.

Auch: Klebstoffkaschierung, Nasskaschierung

Kompostierbar Nachhaltigkeit

Kompostierbar ist ein Werkstoff, der unter definierten Kompostierbedingungen biologisch abgebaut wird, in vorgegebener Zeit hinreichend zerfällt und einen Kompost hinterlässt, der Pflanzenwachstum und Bodenqualität nicht beeinträchtigt. Der Nachweis erfolgt über genormte Prüfschemata. Ohne Angabe des Bezugssystems bleibt die Bezeichnung unbestimmt, weil industrielle und häusliche Bedingungen erheblich voneinander abweichen.

Abgrenzung: Kompostierbarkeit ist kein Recycling: Der Werkstoff wird abgebaut und steht als Material nicht mehr zur Verfügung.

Auch: Kompostierbarkeit

Kondensatorfolie Anwendung & Bauteil

Kondensatorfolie ist die sehr dünne Kunststofffolie, die im Folienkondensator als Dielektrikum zwischen den Belägen liegt. Sie wird gemeinsam mit metallisierten Schichten zu Wickeln verarbeitet oder gestapelt. Die eigentliche Anforderung ist die Gleichmäßigkeit der Dicke über die gesamte Bahn, denn die dünnste Stelle bestimmt die Spannungsfestigkeit des fertigen Bauteils.

Abgrenzung: Gegenüber allgemeiner Isolierfolie ist die Kondensatorfolie auf extreme Dickenkonstanz und Fehlstellenfreiheit ausgelegt, nicht auf mechanische Belastbarkeit.

Auch: Dielektrikumsfolie, Kondensatordielektrikum

Kondenswasserbeständigkeit Eigenschaft & Kennwert

Kondenswasserbeständigkeit beschreibt das Verhalten einer Folie unter wiederkehrender Betauung, wie sie bei Temperaturwechseln an kalten Oberflächen entsteht. Anders als beim vollständigen Eintauchen wirken hier dünne Wasserschichten über lange Zeiträume, häufig zusammen mit Wärme und Sauerstoff. Typische Schadensbilder sind Eintrübung, Ablösen von Beschichtungen und hydrolytischer Abbau.

Abgrenzung: Die Kondenswasserbeständigkeit prüft die Dauerbetauung im Wechselklima, die Wasserbeständigkeit den durchgehenden Kontakt mit flüssigem Wasser.

Auch: Betauungsbeständigkeit, Schwitzwasserbeständigkeit

Konditionierung Verfahren

Konditionierung bezeichnet das gezielte Lagern von Folie unter definiertem Klima, bevor sie geschnitten, bedruckt oder verarbeitet wird. Folien nehmen je nach Substrat Feuchte auf und ändern dabei ihre Maße und ihr Planlageverhalten. Die Angleichung an das Raumklima der Verarbeitung verhindert Registerfehler, Wellenbildung und Maßabweichungen, die sonst erst in der Fertigung auffallen.

Abgrenzung: Konditionierung gleicht die Folie an ein Klima an, Tempern verändert dagegen dauerhaft die innere Struktur der Folie.

Auch: Klimatisierung, Akklimatisierung

Konfektionieren Verfahren

Konfektionieren ist die Tätigkeitsform der Konfektionierung: eine Folienbahn schneiden, wickeln, stapeln und so verpacken, dass sie in der nachgelagerten Fertigung verarbeitet werden kann. Konfektionieren umfasst damit mehr als den reinen Schnitt. Wickelparameter, Kernwahl, Kennzeichnung und Verpackungseinheit gehören zur Aufgabe und entscheiden über die Laufruhe der Bahn.

Abgrenzung: Konfektionieren beschreibt den Vorgang, Konfektionierung die Leistung als Ganzes samt Auftragsklärung und Lieferform.

Konfektionieren ist bei Pütz die erste der vier Leistungen und schließt an Veredelung und Lohnschnitt unmittelbar an.

Konfektionierung Verfahren

Konfektionierung bezeichnet die Überführung einer Folienbahn in die Liefer- und Verarbeitungsform, die der Abnehmer benötigt: Rollenware, Formatware oder Kreuzspule. Festgelegt werden dabei Bahnenbreite, Kerndurchmesser, Rollenaußendurchmesser, Wickelspannung und Verpackung. Die Konfektionierung verändert das Material nicht chemisch, sondern bringt es in eine Geometrie, die auf der Anlage des Verarbeiters störungsfrei läuft.

Abgrenzung: Lohnschneiden ist Konfektionierung an beigestelltem Material; der Begriff Konfektionierung selbst sagt nichts über die Materialherkunft aus.

Pütz konfektioniert Substrate aus dem eigenen Portfolio als Rollenware, Formatware und Kreuzspule.

Auch: Folienkonfektionierung, Konfektion

Konformitätserklärung Norm & Zulassung

Eine Konformitätserklärung ist das Dokument, mit dem ein Lieferant bestätigt, dass ein Material die einschlägigen Rechtsvorschriften erfüllt. Für Lebensmittelkontaktmaterialien nennt sie den Regelungsrahmen, verwendete Stoffe mit Beschränkungen, geprüfte Simulanzien sowie die Bedingungen, unter denen die Konformität gilt. Sie wandert mit dem Material durch die gesamte Lieferkette.

Abgrenzung: Eine Konformitätserklärung ist kein Prüfbericht: Sie erklärt die Einhaltung, während der Prüfbericht die zugrunde liegenden Messwerte dokumentiert.

Beim Lohnschneiden bleibt das Material Eigentum des Auftraggebers; die zugehörigen Erklärungen stammen vom jeweiligen Hersteller der Folie.

Auch: Declaration of Compliance, DoC

Kragenstäbchen Anwendung & Bauteil

Kragenstäbchen sind schmale, formstabile Kunststoffteile, die in eingearbeitete Taschen der Hemdkragenspitzen geschoben werden und den Kragen in Form halten. Gefertigt werden sie als Stanzteile aus Hartfolie. Gefordert sind definierte Steifigkeit, gratfreie Kanten, die den Stoff nicht durchscheuern, und Formstabilität auch nach mehrfachem Waschen und Bügeln.

Pütz konfektioniert Hartfoliensubstrate für Kragenstäbchen und ähnliche Verstärkungsteile als Zuschnitt oder gestanzte Kontur.

Auch: Kragenstäbe, Kragenspitzen

Kratzfestigkeit Eigenschaft & Kennwert

Die Kratzfestigkeit beschreibt den Widerstand einer Folienoberfläche gegen sichtbare Beschädigung durch einen einzelnen ritzenden Kontakt. Bewertet werden Eindringtiefe, Spurbreite und optische Sichtbarkeit der Verletzung. Hartbeschichtete Oberflächen erreichen höhere Werte als unbehandelte Folien, weil die Beschichtung die Verformung aufnimmt und die Spur nicht bis ins Substrat reicht.

Abgrenzung: Kratzfestigkeit betrifft die einmalige Ritzung, Abriebfestigkeit den fortschreitenden Abtrag durch wiederholte Reibung.

Auch: Ritzhärte, Kratzbeständigkeit

Kreislaufwirtschaft Nachhaltigkeit

Kreislaufwirtschaft ist ein Wirtschaftsmodell, das Materialien möglichst lange im Umlauf hält, statt sie nach der Nutzung zu entsorgen. Vorrang haben Vermeidung, längere Nutzung und Wiederverwendung, danach folgen werkstoffliche und rohstoffliche Verwertung, zuletzt die energetische Nutzung. Für Folien bedeutet das vor allem sortenreine Aufbauten, geringeren Materialeinsatz und funktionierende Rücknahmewege.

Abgrenzung: Recycling ist nur ein Baustein der Kreislaufwirtschaft; die vorgelagerten Stufen Vermeidung und Wiederverwendung haben ökologisch Vorrang.

Auch: Circular Economy

Kreuzlaminat Substrat & Material

Ein Kreuzlaminat besteht aus zwei oder mehr gereckten Folienlagen, die um einen Winkel zueinander verdreht miteinander verbunden werden. Weil die Vorzugsrichtungen der Lagen sich überkreuzen, verteilt sich eine einreißende Belastung auf beide Lagen. Die Weiterreißfestigkeit steigt gegenüber einer gleich dicken Einzelfolie deutlich.

Abgrenzung: Eine Verbundfolie kombiniert unterschiedliche Materialien für unterschiedliche Funktionen; ein Kreuzlaminat kombiniert gleichartige Lagen nur wegen ihrer Orientierung.

Auch: Kreuzlagenfolie

Kreuzspule Verfahren

Kreuzspule bezeichnet eine Wickelform für schmale Folienbänder, bei der das Band in einem Winkel hin und her über die Spulenbreite läuft, statt parallel übereinander. Die Lagen stützen sich gegenseitig ab. Dadurch nimmt die Spule deutlich mehr Lauflänge auf als eine parallel gewickelte Rolle gleicher Größe und bleibt seitlich stabil.

Abgrenzung: Gegenüber der Standardrolle lohnt die Kreuzspule nur bei Schmalbändern; bei breiten Bahnen bringt die Kreuzwicklung keinen Vorteil.

Pütz konfektioniert Schmalbänder auf Kreuzspule, wenn lange Laufzeiten ohne Rollenwechsel gefragt sind.

Auch: Kreuzspulwickel

Kreuzwicklung Verfahren

Kreuzwicklung bezeichnet das Aufwickeln eines Bandes im Winkel zur Spulenachse, sodass sich aufeinanderfolgende Lagen kreuzen und gegenseitig abstützen. Der Wickeldruck verteilt sich über die Spulenbreite, statt sich auf schmaler Fläche zu konzentrieren. Das schont dünne und flexible Materialien und verhindert, dass der Wickel seitlich auswandert.

Abgrenzung: Die Kreuzwicklung ist das Wickelprinzip, die Kreuzspule das damit erzeugte Produkt.

Auch: Kreuzspulwicklung

Kriechstromfestigkeit Eigenschaft & Kennwert

Kriechstromfestigkeit bezeichnet den Widerstand eines Isolierstoffs gegen die Bildung leitfähiger Pfade auf seiner Oberfläche, wenn Spannung, Verschmutzung und Feuchte zusammenwirken. Geprüft wird, indem eine Prüfflüssigkeit auf die Oberfläche getropft und die Spannung bis zum Auftreten eines Kriechwegs gesteigert wird. Der Kennwert geht in die Bemessung von Kriechstrecken ein.

Abgrenzung: Kriechströme laufen über die Oberfläche und wachsen allmählich, während der Durchschlag schlagartig durch das Material erfolgt.

Auch: Kriechstrombeständigkeit, CTI Prüfnorm: IEC 60112

Kristallinität Eigenschaft & Kennwert

Kristallinität bezeichnet den Anteil geordneter, kristalliner Bereiche in einem teilkristallinen Kunststoff neben den ungeordneten amorphen Bereichen. Mit steigendem kristallinem Anteil nehmen Steifigkeit, Wärmeformbeständigkeit, Chemikalienbeständigkeit und Barrierewirkung zu, während Transparenz, Dehnbarkeit und Siegelfähigkeit abnehmen. Eingestellt wird sie über Abkühlgeschwindigkeit, Verstreckung und Temperung.

Abgrenzung: Kristallinität beschreibt den Ordnungsgrad der Molekülketten, Orientierung dagegen ihre Ausrichtung in eine Vorzugsrichtung.

Auch: Kristallisationsgrad, kristalliner Anteil

L

Lab-on-a-Chip Anwendung & Bauteil

Lab-on-a-Chip bezeichnet ein Analysesystem, das Probenvorbereitung, Reaktion und Nachweis auf einem Bauteil in Kanalstrukturen zusammenführt. Folien bilden dabei Deck-, Kanal- und Verschlusslagen. Weil die Flüssigkeitsmengen sehr klein sind, wirken sich Abweichungen in Zuschnitt, Dicke und Oberflächenenergie unmittelbar auf das Fließverhalten und damit auf das Messergebnis aus.

Abgrenzung: Der Lateral-Flow-Teststreifen arbeitet mit kapillarem Transport in einem Vlies; das Lab-on-a-Chip führt die Probe durch definierte Kanalgeometrien.

Für mikrofluidische Aufbauten konfektioniert Pütz maßhaltige, partikelarm geschnittene Folienzuschnitte.

Auch: LOC, mikrofluidisches Chipsystem

Lagekarte Anwendung & Bauteil

Lagekarte bezeichnet eine Karte, auf der ein Einsatzstab die aktuelle Lage einträgt und laufend fortschreibt. Die darüberliegende Klarsichtfolie nimmt die Eintragungen auf, lässt sich abwischen und schützt die Karte darunter. Gefordert sind Planlage, Beschriftbarkeit mit gängigen Stiften und Formate, die zur vorhandenen Kartenausstattung passen.

Abgrenzung: Anders als eine Laminierfolie wird die Lagekartenfolie nicht dauerhaft verbunden, sondern bleibt lose auflegbar und wiederbeschreibbar.

Pütz konfektioniert beschriftbare Klarsichtfolien für Lagekarten und Einsatzplanung, auch in kleinen Abrufmengen.

Auch: Lagekartenfolie, Einsatzkartenfolie

Laminieren Verfahren

Laminieren bezeichnet das Verbinden mehrerer Lagen zu einem Schichtverbund, in dem die einzelnen Lagen ihre Funktion behalten. Im deutschen Sprachgebrauch wird der Begriff für Bahnenverbunde weitgehend gleichbedeutend mit Kaschieren verwendet; daneben meint er das beidseitige Einschließen eines Bogens zwischen zwei Folien, etwa bei Ausweisen und Dokumenten.

Abgrenzung: Kaschieren betont das Verbinden bahnförmiger Materialien im Prozess, Laminieren stärker den entstehenden Schichtaufbau und das Einschließen von Bogen.

Auch: Laminierung, Lamination

Laminierfolie Anwendung & Bauteil

Laminierfolie ist eine Folie, die einen Bedruckstoff ein- oder beidseitig einschließt und ihn dauerhaft gegen Feuchte, Abrieb und Knicken schützt. Der Verbund entsteht durch Wärme oder Klebstoff. Bei Ausweisen, Karten und Dokumenten übernimmt sie zusätzlich eine Sicherungsfunktion, weil sich das Laminat nicht zerstörungsfrei wieder öffnen lässt.

Abgrenzung: Die Laminierfolie umschließt den Bedruckstoff vollständig, die Kaschierfolie wird in der Regel einseitig aufgebracht.

Auch: Laminatfolie, Einschweißfolie

Lateral-Flow-Teststreifen Anwendung & Bauteil

Lateral-Flow-Teststreifen bezeichnet einen Schnelltestaufbau, bei dem die Probe durch Kapillarkraft seitlich über mehrere Vlies- und Membranzonen wandert und dabei eine sichtbare Nachweislinie erzeugt. Eine Trägerfolie hält die Zonen in Position und definiert den Abstand zwischen ihnen. Gleichbleibende Dicke und Oberfläche sind Voraussetzung für reproduzierbare Ergebnisse.

Abgrenzung: Anders als beim Lab-on-a-Chip erfolgt der Transport hier passiv durch Kapillarkraft und nicht durch definierte Kanalstrukturen.

Auch: Lateral-Flow-Test, Schnelltest-Teststreifen

LDPE Substrat & Material

Polyethylen niedriger Dichte

LDPE ist die Polyethylen-Variante mit niedriger Dichte, deren stark verzweigte Molekülketten eine geringe Kristallinität ergeben. Folien aus LDPE sind weich, dehnbar, klar und siegeln bereits bei moderaten Temperaturen. Eingesetzt werden sie als Siegelschicht in Verbunden, als Schrumpf-, Stretch- und Abdeckfolie sowie für Beutel und Säcke.

Abgrenzung: Lineares Polyethylen niedriger Dichte (LLDPE) erreicht durch lineare Ketten mit kurzen Seitenästen höhere Festigkeit bei gleicher Dicke, LDPE bleibt dafür weicher und klarer.

Auch: PE-LD, Low Density Polyethylene

Lebensmittelkontakt Norm & Zulassung

Lebensmittelkontakt bezeichnet die bestimmungsgemäße Berührung eines Materials mit einem Lebensmittel. Ein Material gilt als geeignet, wenn es die Anforderungen der europäischen Rahmen- und Kunststoffverordnungen einhält, insbesondere die Migrationsgrenzwerte, und die Eignung durch eine Konformitätserklärung belegt ist. Die Eignung gilt immer nur für definierte Lebensmittelarten, Temperaturbereiche und Kontaktzeiten.

Abgrenzung: Die umgangssprachliche Bezeichnung lebensmittelecht ist rechtlich nicht definiert; maßgeblich ist allein die dokumentierte Konformität für den konkreten Anwendungsfall.

Für lebensmittelnahe Anwendungen prüft Pütz gemeinsam mit dem Kunden, welche Angaben der Vorlieferant für den geplanten Einsatz belegt.

Auch: Food Contact, lebensmittelecht, Lebensmittelkontaktmaterial

Lichtdurchlässigkeit Eigenschaft & Kennwert

Lichtdurchlässigkeit gibt an, welcher Anteil des auftreffenden sichtbaren Lichts eine Folie durchdringt, unabhängig davon, ob er gerichtet oder gestreut wieder austritt. Gemessen wird mit einer Ulbrichtkugel im Spektralphotometer. Der Kennwert beschreibt die Helligkeit hinter der Folie, sagt jedoch nichts über die Bildschärfe des Durchblicks aus.

Abgrenzung: Lichtdurchlässigkeit misst die Menge des durchtretenden Lichts, Transparenz beurteilt zusätzlich, wie ungestört es durchtritt.

Auch: Transmission, Lichttransmission Prüfnorm: ASTM D1003

Lohnschneiden Verfahren

Lohnschneiden bezeichnet das Schneiden von Folienbahnen auf Kundenmaß im Auftrag: Der Auftraggeber stellt das Material bei, der Dienstleister schneidet es auf die gewünschte Bahnenbreite und wickelt es neu auf. Das Material bleibt Eigentum des Auftraggebers, abgerechnet wird die Bearbeitung, nicht die Folie.

Abgrenzung: Anders als beim Zukauf konfektionierter Ware trägt der Auftraggeber beim Lohnschneiden das Materialrisiko und behält die Kontrolle über seine Bezugsquelle.

Pütz schneidet im Lohnauftrag auf eigenen Anlagen, auch für Materialien, die nicht aus dem eigenen Lager stammen.

Auch: Lohnschnitt, Lohnkonfektionierung

Luftdurchlässigkeit Eigenschaft & Kennwert

Luftdurchlässigkeit gibt an, welches Luftvolumen eine Bahn unter einer festgelegten Druckdifferenz je Fläche und Zeit durchlässt. Dichte Kunststofffolien sind praktisch luftundurchlässig. Relevant wird der Kennwert bei Vliesstoffen, Spinnvliesen und perforierten Folien, wo gezielter Luftaustausch bei gleichzeitigem Partikel- oder Feuchteschutz gefordert ist.

Abgrenzung: Luftdurchlässigkeit beschreibt eine Strömung durch offene Poren, die Gasbarriere dagegen die Diffusion einzelner Gasmoleküle durch geschlossenes Material.

Auch: Luftpermeabilität, Luftdurchgang

Luftpolsterfolie Anwendung & Bauteil

Luftpolsterfolie ist ein Verpackungsmaterial aus zwei verschweißten Folienlagen, zwischen denen luftgefüllte Noppen eingeschlossen sind. Die Luftpolster nehmen Stöße auf und verteilen Druckkräfte, wodurch empfindliche Güter im Versand geschützt werden. Die Schutzwirkung hängt an Noppengröße, Dichtheit der Kammern und der Standzeit, über die die Luft im Polster verbleibt.

Abgrenzung: Im Fachgebrauch der Verpackung meint Blisterfolie das tiefziehfähige Halbzeug; nur umgangssprachlich wird damit Luftpolsterfolie bezeichnet.

Auch: Noppenfolie, Blisterfolie für Versand

Lumirror® Marke

Lumirror® ist der Markenname der Polyesterfolien (BOPET) von Toray Industries; die europäischen Typen fertigt Toray Films Europe in Frankreich. Das Typenspektrum ist fein gestuft und reicht von ultraklar über matt und weiß-opak bis zu antistatisch ausgerüsteten, siegelfähigen und hydrolysebeständigen Ausführungen für Außenanwendungen.

Abgrenzung: Wie Hostaphan®, Mylar®, Melinex® und Tenolan® steht Lumirror® für BOPET. Der Unterschied liegt im Hersteller und im Typenprogramm, nicht im Substrat.

Pütz konfektioniert Lumirror® als Rollenware, Formatware, Zuschnitt und Kreuzspule.

M

Masterbatch Substrat & Material

Masterbatch ist ein Konzentrat aus Farbmitteln oder Additiven in einem Trägerpolymer, das der Verarbeiter dem Basisgranulat in kleiner Dosierung zumischt. So lassen sich Farbe, Mattierung, Gleitverhalten, UV-Schutz oder Antistatik einstellen, ohne für jede Variante ein eigenes Compound zu bevorraten. Trägerpolymer und Basismaterial müssen dabei verträglich sein.

Abgrenzung: Ein Compound ist die fertige Mischung, ein Masterbatch das Konzentrat, das erst an der Maschine zudosiert wird.

Auch: Farbbatch, Additivkonzentrat

Materialeffizienz Nachhaltigkeit

Materialeffizienz beschreibt das Verhältnis zwischen dem erzielten Nutzen und dem dafür eingesetzten Material. Verbessert wird sie durch geringere Materialdicken bei gleicher Funktion, bedarfsgerechte Formate, geringeren Verschnitt und weniger Ausschuss. Ökologisch wirkt sie früher als Recycling, weil eingespartes Material weder hergestellt noch transportiert, verarbeitet oder später verwertet werden muss.

Abgrenzung: Materialeffizienz senkt den Verbrauch, Recyclingfähigkeit betrifft dagegen erst das Lebensende des Erzeugnisses.

Bedarfsgerechte Formate und Rollenlängen sind bei Pütz Teil der Auftragsklärung, weil sie den Verschnitt beim Kunden verringern.

Auch: Ressourceneffizienz

Mattierung Substrat & Material

Mattierung bezeichnet die gezielte Verringerung des Oberflächenglanzes einer Folie. Erreicht wird sie durch eingearbeitete Mattierungsmittel, durch Prägen mit einer strukturierten Walze, durch chemische Unverträglichkeit coextrudierter Deckschichten oder durch matte Beschichtungen. Matte Oberflächen streuen einfallendes Licht, wirken zurückhaltend, verbergen Kratzer besser und verändern Haptik, Bedruckbarkeit und Rutschverhalten.

Abgrenzung: Mattierung verändert die Oberfläche, Trübung dagegen die Lichtstreuung im Folienvolumen.

Auch: Mattierungseffekt, matte Ausführung

Mattkaschierung Verfahren

Mattkaschierung bezeichnet das Aufbringen einer matten Folie auf einen bedruckten Bogen oder eine bedruckte Bahn. Die mikroraue Oberfläche streut das Licht diffus, sodass der Glanz zurücktritt und die Haptik samtig wirkt. Farben erscheinen dadurch gedämpfter als bei glänzender Kaschierung; Fingerabdrücke und leichte Kratzer fallen weniger auf.

Abgrenzung: Die Mattkaschierung dämpft Glanz und Farbtiefe, die Glanzkaschierung verstärkt beides. Der Schutz des Druckbilds ist bei beiden vergleichbar.

Auch: Mattfolienkaschierung

MDR Norm & Zulassung

Medizinprodukteverordnung

Die MDR ist die europäische Verordnung über Medizinprodukte. Sie regelt Klassifizierung, klinische Bewertung, technische Dokumentation, Konformitätsbewertung, eindeutige Produktidentifikation und Marktüberwachung. Verpackungen und Sterilbarrieresysteme sind Teil des Produkts und damit Teil der Dokumentation, weshalb Hersteller von ihren Zulieferern belastbare Angaben zu Material und Prozessstabilität einfordern.

Abgrenzung: Die MDR regelt das Medizinprodukt insgesamt, die Anforderungen an sterilisierbare Verpackungen stehen in EN ISO 11607 und EN 868.

Auch: Medical Device Regulation, Verordnung (EU) 2017/745

Mechanisches Recycling Nachhaltigkeit

Mechanisches Recycling führt Kunststoffabfälle ohne Veränderung der Molekülstruktur in einen neuen Werkstoff zurück. Die Schritte sind Sammeln, Sortieren, Zerkleinern, Waschen, Trocknen, Aufschmelzen, Filtrieren und Granulieren. Das Verfahren ist energetisch günstiger als chemische Wege, setzt aber sortenreine Ströme voraus und mindert mit jedem Durchlauf die Kettenlänge und damit die mechanischen Eigenschaften.

Abgrenzung: Chemisches Recycling spaltet die Polymerketten in Bausteine auf und kann auch gemischte Ströme verwerten, benötigt dafür jedoch deutlich mehr Energie.

Auch: werkstoffliches Recycling

Melinex® Marke

Melinex® ist ein Markenname für Polyesterfolien (PET) von Mylar Specialty Films. Die Varianten umfassen glasklare Allzwecktypen, beidseitig haftungsfördernd vorbehandelte Ausführungen für den Druck sowie weiß-opake Typen, die als Basis für Etiketten, Karten, Tickets und Diagnostikstreifen dienen. Welche Oberfläche eine Type trägt, lässt sich am Markennamen nicht ablesen.

Abgrenzung: Melinex® und Mylar® stammen vom selben Hersteller und aus derselben Materialklasse; Melinex® ist die Reihe, in der die weiß-opaken Etiketten- und Kartentypen geführt werden.

Pütz konfektioniert Melinex® als Rollenware, Formatware und Zuschnitt und veredelt Oberflächen, wo die Anwendung es verlangt.

Membranschalter Anwendung & Bauteil

Membranschalter ist ein flacher Schaltaufbau aus mehreren Folienlagen, bei dem eine gedruckte Kontaktfläche durch Fingerdruck gegen eine zweite gedrückt wird. Eine Abstandslage mit Aussparungen hält die Kontakte im Ruhezustand getrennt. Die oberste Lage trägt Beschriftung und Dekor und schützt den Aufbau gegen Feuchte, Reinigungsmittel und Abrieb.

Abgrenzung: Der Membranschalter ist das schaltende Bauteil, die Folientastatur die daraus aufgebaute Bedieneinheit mit mehreren Tasten.

Pütz konfektioniert Front-, Abstands- und Trägerfolien für Membranschalteraufbauten als Zuschnitt oder Rolle.

Auch: Folienschalter, Membrantastatur

Metallisierung Verfahren

Metallisierung bezeichnet das Aufbringen einer sehr dünnen Metallschicht, meist Aluminium, auf eine Folienoberfläche. Im Vakuum wird das Metall verdampft und schlägt sich auf der vorbeilaufenden Bahn nieder. Die Schicht senkt die Durchlässigkeit für Sauerstoff, Wasserdampf und Licht deutlich und erzeugt zugleich eine metallisch glänzende Optik.

Abgrenzung: Anders als eine kaschierte Aluminiumfolie ist die metallisierte Schicht nicht eigenständig tragfähig, sondern haftet unmittelbar auf dem Substrat.

Auch: Bedampfung, Vakuumbedampfung, Aluminiumbedampfung

Migration Eigenschaft & Kennwert

Migration bezeichnet den Übergang von Stoffen aus einem Kunststoff in das umgebende Medium, bei Verpackungen also in das Lebensmittel. Unterschieden wird die Gesamtmigration aller übergehenden Bestandteile von der spezifischen Migration einzelner bewerteter Substanzen. Geprüft wird mit Simulanzlösungen unter festgelegten Bedingungen für Kontaktzeit und Temperatur.

Abgrenzung: Migration beschreibt den Stoffübergang aus der Folie heraus, Barriereeigenschaften dagegen den Durchtritt von Stoffen durch die Folie hindurch.

Auch: Stoffübergang, Gesamtmigration, spezifische Migration Prüfnorm: Verordnung (EU) Nr. 10/2011, EN 1186

Mikrofluidik Anwendung & Bauteil

Mikrofluidik bezeichnet die Führung kleinster Flüssigkeitsmengen durch Kanäle im Mikrometerbereich, wie sie in Diagnostikkassetten und Analysechips eingesetzt wird. Folien übernehmen darin zwei Aufgaben: Sie bilden als strukturierte Lage die Kanäle selbst oder verschließen sie als Deckfolie flüssigkeitsdicht und optisch klar.

Abgrenzung: Anders als in klassischen Laborgefäßen bestimmen im Mikrokanal Kapillarkräfte und Oberflächeneigenschaften das Fließverhalten, nicht die Schwerkraft.

Mineralölbarriere Eigenschaft & Kennwert

Mineralölbarriere bezeichnet das Rückhaltevermögen einer Folie gegenüber Mineralölbestandteilen, die aus Recyclingkartons, Druckfarben oder Klebstoffen in Lebensmittel übergehen können. Als Sperrschichten dienen Innenbeutel und Barrierefolien aus Werkstoffen, in denen diese unpolaren Kohlenwasserstoffe kaum löslich sind. Der Nachweis erfolgt über Migrationsuntersuchungen am fertigen Packmittel.

Auch: MOSH-MOAH-Barriere, Mineralölsperrschicht

Modultrennung Anwendung & Bauteil

Modultrennung bezeichnet die Isolier- und Schutzlage zwischen einzelnen Zellmodulen eines Batteriepacks oder zwischen Modul und Gehäuse. Sie hält die vorgesehene Isolationsstrecke ein und verhindert, dass sich Fehler eines Moduls elektrisch fortsetzen. Weil die Lage über große Flächen gleich dick sein muss, ist die Dickenkonstanz hier ebenso kritisch wie der elektrische Kennwert.

Abgrenzung: Modultrennung arbeitet auf Packebene; Zellisolation umschließt die einzelne Zelle innerhalb des Moduls.

Auch: Modulisolation, Modultrennfolie

Monoaxiale Verstreckung Verfahren

Monoaxiale Verstreckung bezeichnet das Recken einer Folienbahn in nur einer Richtung, meist längs zur Laufrichtung. Die Molekülketten orientieren sich entlang dieser Achse, sodass Festigkeit und Steifigkeit dort deutlich zunehmen, quer dazu jedoch kaum. Solche Folien lassen sich gezielt längs einreißen, was etwa bei Aufreißstreifen und Bändchengeweben genutzt wird.

Abgrenzung: Die biaxiale Verstreckung verfestigt in beiden Bahnrichtungen, die monoaxiale nur entlang einer Achse.

Auch: Monoaxiale Orientierung, uniaxiales Recken

Monomaterial Substrat & Material

Monomaterial bezeichnet einen Folienaufbau, dessen Schichten sämtlich einer Polymergruppe angehören, etwa ausschließlich Polyethylen oder ausschließlich Polyester. Weil kein Materialgemisch getrennt werden muss, lässt sich der Verbund in bestehenden Sortier- und Recyclingströmen leichter verwerten. Die geforderten Barriere- und Siegeleigenschaften müssen dabei innerhalb derselben Materialgruppe erreicht werden.

Abgrenzung: Ein Monomaterialaufbau kann ebenfalls mehrschichtig sein; entscheidend ist nicht die Zahl der Lagen, sondern ihre Zugehörigkeit zu einer Polymergruppe.

Auch: Monomaterialaufbau, sortenreiner Aufbau

MOPP Substrat & Material

Monoaxial orientiertes Polypropylen

MOPP ist eine monoaxial gereckte Polypropylenfolie, die nur in Maschinenrichtung verstreckt wird. Dadurch entstehen richtungsabhängige Eigenschaften: hohe Festigkeit und definiertes Reißverhalten längs zur Bahn, geringere Werte quer dazu. Genutzt wird dieser Effekt für Aufreißstreifen, Bänder, Etiketten und Anwendungen, in denen ein kontrolliertes Einreißen gewünscht ist.

Abgrenzung: BOPP wird in beide Richtungen gereckt und verhält sich gleichmäßig, MOPP behält bewusst eine Vorzugsrichtung.

Pütz schneidet MOPP-Folien zu Schmalrollen und Bändern für Aufreiß- und Etikettenanwendungen.

Auch: MO-PP, monoaxial verstrecktes Polypropylen

Musterrolle Verfahren

Musterrolle bezeichnet eine kleine Rolle des vorgesehenen Materials, die vor dem Serienauftrag zur Prüfung übergeben wird. An ihr lassen sich Schneidverhalten, Wickelverhalten, Oberfläche und Haftung beurteilen, ohne eine ganze Mutterrolle zu binden. Bei unbekannten oder empfindlichen Substraten ersetzt die Musterrolle Annahmen durch einen tatsächlichen Verarbeitungsversuch.

Abgrenzung: Ein Musterbogen zeigt nur Oberfläche und Dicke; erst die Musterrolle zeigt, wie sich das Material im Bahnlauf verhält.

Wer unsicher ist, ob ein Material verarbeitbar ist, kann Pütz eine Musterrolle zusenden.

Auch: Bemusterungsrolle

Mutterrolle Verfahren

Mutterrolle bezeichnet die breite Ausgangsrolle, wie sie vom Folienhersteller geliefert wird und aus der beim Rollenschnitt schmalere Nutzen entstehen. Ihre Breite, ihr Gewicht, ihr Kerndurchmesser und ihr Wickeldurchmesser müssen zur Abwickelvorrichtung der Schneidanlage passen. Der Begriff beschreibt die Funktion im Prozess, nicht eine Eigenschaft des Materials.

Abgrenzung: Die Mutterrolle ist die Ausgangsrolle vor dem Schnitt, die Musterrolle eine kleine Rolle zur vorherigen Prüfung.

Im Lohnschneiden liefert der Auftraggeber die Mutterrollen an; Rollengewicht und Kerndurchmesser klärt Pütz vorab.

Auch: Jumborolle, Ausgangsrolle

Mylar® Marke

Mylar® ist ein Markenname für biaxial verstreckte Polyesterfolien (BOPET) von Mylar Specialty Films. Die Varianten reichen von der klaren Allzwecktype über heißsiegelfähige Deckelfolien bis zu Ausführungen für elektrische und technische Anwendungen. Die einzelnen Typen unterscheiden sich in Oberfläche, Vorbehandlung, Siegelschicht und Dickenbereich.

Abgrenzung: Mylar®, Hostaphan®, Melinex®, Lumirror® und Tenolan® bezeichnen dasselbe Substrat BOPET von verschiedenen Herstellern; unterschiedlich sind die Typenprogramme, nicht die Materialklasse.

Pütz konfektioniert Mylar® als Rollenware, Formatware und Zuschnitt; die Substratseite führt die Typen mit ihren belegten Kennwerten.

N

Nahtversiegelungsband Anwendung & Bauteil

Nahtversiegelungsband ist ein schmales Folienband, das in der Funktionsbekleidung über die Nähstiche gelegt und mit Heißluft oder Wärme verklebt wird. Es schließt die Löcher, die die Nadel in das wasserdichte Material gestochen hat. Das Band muss flexibel bleiben und die Waschzyklen überstehen, sonst bricht die Versiegelung an Bewegungsstellen auf.

Abgrenzung: Anders als eine Kaschierfolie verbindet das Nahtband keine Flächen, sondern deckt gezielt eine Fügestelle ab.

Auch: Nahtband, Seam-Tape

Nassfestigkeit Eigenschaft & Kennwert

Nassfestigkeit beschreibt, welchen Anteil seiner Festigkeit ein Werkstoff behält, nachdem er durchfeuchtet wurde. Der Kennwert stammt aus der Papierprüfung, weil Cellulosefasern bei Wasseraufnahme ihren Verbund verlieren. Kunststofffolien und synthetische Papiere behalten ihre Festigkeit im nassen Zustand dagegen weitgehend, was sie für feuchte Umgebungen qualifiziert.

Abgrenzung: Nassfestigkeit meint den Festigkeitserhalt bei Durchfeuchtung, Wasserbeständigkeit dagegen die Unversehrtheit des Werkstoffs nach längerem Wasserkontakt.

Auch: Nassreißfestigkeit, Feuchtfestigkeit

Nativia® Marke

Nativia® ist der Markenname der BOPLA-Folien (biaxial orientierte Polymilchsäure) von Taghleef Industries. Grundstoff ist Polylactid, also Polymilchsäure aus nachwachsenden Rohstoffen, das biaxial gereckt wird. Die Folien sind biobasiert und industriell kompostierbar; belegt ist beides über Registriernummern der jeweiligen Zertifizierungssysteme. Eingesetzt werden sie überwiegend in Lebensmittelverpackung und Etikettendruck.

Abgrenzung: Nativia® beruht auf Polylactid aus nachwachsenden Rohstoffen, NatureFlex™ dagegen auf regenerierter Cellulose. Beide gelten als biobasiert, das Grundpolymer ist aber ein anderes.

Pütz konfektioniert Nativia® als Rollenware sowie als Formatware und Zuschnitt.

NatureFlex™ Marke

NatureFlex™ ist der Markenname der kompostierbaren Cellulosefolien von Futamura. Rohstoff ist Holzzellstoff aus kontrolliertem Plantagenanbau. Die Typen unterscheiden sich durch ihre Beschichtung: von unbeschichtet und stark wasserdampfdurchlässig über siegelfähige Ausführungen bis zu Hochbarrieretypen sowie eingefärbten, metallisierten und für Ofenanwendungen formulierten Varianten.

Abgrenzung: NatureFlex™ und Cellophan® stammen vom selben Hersteller und aus demselben Rohstoff; die Kompostierungs-Zertifizierungen gelten aber ausschließlich für NatureFlex™.

Pütz konfektioniert NatureFlex™ als Rollenware sowie als Formatware und Zuschnitt.

Nutisolation Anwendung & Bauteil

Nutisolation ist die Isolierlage, die im Elektromotor oder Generator zwischen der Wicklung und dem Blechpaket der Statornut liegt. Sie trennt den stromführenden Draht elektrisch vom geerdeten Eisen und schützt die Lackschicht des Drahtes zugleich mechanisch beim Einziehen der Wicklung. Gefragt sind Durchschlagfestigkeit bei geringer Dicke und Formstabilität unter Dauertemperatur.

Abgrenzung: Die Nutisolation trennt Wicklung und Blechpaket; die Phasentrennung liegt dagegen zwischen zwei Wicklungssträngen innerhalb der Maschine.

Pütz konfektioniert Polyester- und Polyimidsubstrate für Nutisolation als Schmalband und Formatzuschnitt.

Auch: Nutauskleidung, Nutgrundisolation

O

Oberflächenschutzfolie Anwendung & Bauteil

Oberflächenschutzfolie ist eine selbsthaftende Folie, die eine empfindliche Oberfläche von der Fertigung bis zur Montage abdeckt und danach abgezogen wird. Sie wird auf Blechen, Profilen, Glas und beschichteten Platten eingesetzt. Weil sich beschichtete, eloxierte und rohe Oberflächen unterschiedlich verhalten, wird das Ablöseverhalten am realen Untergrund geprüft, nicht allein anhand der Herstellerangaben.

Abgrenzung: Die Oberflächenschutzfolie schützt die Oberfläche selbst; die Transportschutzfolie sichert darüber hinaus die Ladeeinheit gegen äußere Einwirkung.

Für Oberflächenschutz konfektioniert Pütz Polyolefinsubstrate in den Bahnenbreiten der Platten- und Profilfertigung.

Auch: Oberflächenschutz, temporäre Schutzfolie

Oberflächenspannung Eigenschaft & Kennwert

Die Oberflächenspannung einer Folie, in der Praxis als Dyn-Wert bezeichnet, beschreibt, wie gut Flüssigkeiten ihre Oberfläche benetzen. Unpolare Kunststoffe wie Polyethylen und Polypropylen benetzen schlecht; erst eine Vorbehandlung durch Corona oder Beflammung hebt den Wert an und ermöglicht die Haftung von Druckfarben, Klebstoffen und Beschichtungen.

Abgrenzung: Die Oberflächenspannung ist die Voraussetzung für Haftung, die Verbundhaftung deren tatsächlich erreichtes Ergebnis im fertigen Verbund.

Vor dem Bedrucken und Kaschieren wird die Benetzbarkeit mit Prüftinten kontrolliert, weil vorbehandelte Ware mit zunehmender Lagerzeit an Oberflächenspannung verliert.

Auch: Dyn-Wert, Benetzungsspannung, Oberflächenenergie Prüfnorm: ISO 8296, DIN 53364

Oberflächenveredelung Verfahren

Oberflächenveredelung bezeichnet Verfahren, die die Oberfläche einer Folie verändern, ohne ihren Grundaufbau anzutasten. Optisch wirkende Ausführungen verändern Glanzgrad, Struktur und Haptik; funktionale Beschichtungen machen die Oberfläche kratzfest, antistatisch, rutschhemmend oder beständiger gegen Chemikalien und Bewitterung. Ausgeführt wird sie über Lackierung, Beschichtung oder Prägung.

Abgrenzung: Anders als die Kaschierung fügt die Oberflächenveredelung keine tragende zweite Bahn hinzu, sondern behandelt die vorhandene Oberfläche.

Die Oberflächenveredelung läuft bei Pütz über spezialisierte Partnerbetriebe; Auswahl, Auftragsklärung und Konfektionierung bleiben im Haus.

Auch: Oberflächenbehandlung, Finishing

Oberflächenwiderstand Eigenschaft & Kennwert

Der Oberflächenwiderstand beschreibt, welchen Widerstand eine Folienoberfläche dem Stromfluss entlang ihrer Fläche entgegensetzt. Gemessen wird zwischen zwei aufgesetzten Elektroden, angegeben meist als flächenbezogener Wert in Ohm je Quadrat. Der Kennwert entscheidet, ob eine Folie isolierend, ableitfähig oder leitfähig wirkt, und hängt stark von der Luftfeuchte ab.

Abgrenzung: Der Oberflächenwiderstand betrifft den Stromfluss längs der Oberfläche, der Durchgangswiderstand den Fluss quer durch die Foliendicke.

Auch: Flächenwiderstand, Oberflächenwiderstand je Quadrat Prüfnorm: IEC 60093, ASTM D257

Opazität Eigenschaft & Kennwert

Opazität bezeichnet die Undurchsichtigkeit einer Folie, also ihr Vermögen, Licht zu blockieren und Untergründe abzudecken. Erreicht wird sie durch Weißpigmente, Füllstoffe, eingelagerte Mikrohohlräume oder eingefärbte Schichten. Opake Folien schützen lichtempfindliche Füllgüter, dienen als Deckschicht im Druck und verhindern das Durchscheinen rückseitiger Bedruckung.

Abgrenzung: Opazität steht der Lichtdurchlässigkeit gegenüber, Trübung dagegen der Bildschärfe des Durchblicks.

Auch: Undurchsichtigkeit, Deckvermögen

Opferschicht Anwendung & Bauteil

Opferschicht bezeichnet eine Lage, die im Fertigungsprozess bewusst beansprucht, abgetragen oder zerstört wird, um die darunterliegende Fläche zu schonen. Sie nimmt Abrieb, Strahlung, Hitze oder Verunreinigung auf und wird anschließend entfernt. Der Nutzen liegt darin, ein hochwertiges Bauteil mit einem preiswerten Verbrauchsmaterial vor Schaden zu bewahren.

Abgrenzung: Anders als eine Schutzfolie, die unversehrt abgezogen wird, ist die Opferschicht auf ihren eigenen Verschleiß hin ausgelegt.

Auch: Opferlage, Sacrificial Layer

OPP Substrat & Material

Orientiertes Polypropylen

OPP bezeichnet orientiertes Polypropylen, also Polypropylenfolie, deren Molekülketten durch Verstreckung ausgerichtet wurden. Der Begriff umfasst sowohl monoaxial als auch biaxial gereckte Ausführungen. Gegenüber ungereckter Ware gewinnt OPP an Steifigkeit, Festigkeit, Klarheit und Barrierewirkung. Eingesetzt wird die Folie in Verpackung, Etikettierung, Klebebandherstellung und in kaschierten Verbunden.

Abgrenzung: OPP ist der Oberbegriff; BOPP und MOPP benennen die konkrete Reckrichtung.

Pütz konfektioniert BOPP- und MOPP-Folien zu Rollen und Formatware.

Auch: O-PP, orientierte Polypropylenfolie

OPS Substrat & Material

Orientiertes Polystyrol

OPS ist eine orientierte Polystyrolfolie, die nach der Extrusion biaxial gereckt wird. Die Reckung verbessert Schlagzähigkeit, Zugfestigkeit und Klarheit gegenüber ungerecktem Polystyrol erheblich, ohne die hohe Steifigkeit aufzugeben. Verwendet wird OPS für Klarsichtverpackungen, Deckel, Faltschachtelfenster und Schrumpfetiketten, wo Brillanz und sauberes Stanzverhalten gefragt sind.

Abgrenzung: Ungerecktes Polystyrol ist spröder und bruchanfälliger, OPS bleibt durch die Orientierung deutlich zäher.

Auch: O-PS, gerecktes Polystyrol

Optische Folie Anwendung & Bauteil

Optische Folie ist der Sammelbegriff für Folien, deren Aufgabe die gezielte Beeinflussung von Licht ist: Streuen, Reflektieren, Bündeln, Filtern oder Polarisieren. Bewertet werden sie nach Transmission, Trübung und Farbort statt nach mechanischen Kennwerten. Weil jede Fehlstelle im Strahlengang sichtbar wird, sind Oberflächenqualität und partikelarme Verarbeitung hier besonders wichtig.

Abgrenzung: Optische Folien wirken auf das Licht selbst; Klarsichtfolien sollen lediglich unauffällig transparent sein und tragen keine optische Funktion.

Auch: Optikfolie, optische Funktionsfolie

Orientierung Eigenschaft & Kennwert

Orientierung bezeichnet die gerichtete Ausrichtung der Molekülketten in einer Folie, die beim Verstrecken der noch verformbaren Bahn entsteht. Einachsige Orientierung wirkt nur in Maschinenrichtung, biaxiale in Längs- und Querrichtung. Sie erhöht Festigkeit und Steifigkeit, erzeugt aber zugleich richtungsabhängige Eigenschaften und ein Schrumpfpotenzial bei Wärme.

Abgrenzung: Orientierung betrifft die Ausrichtung der Ketten, Kristallinität ihren Ordnungsgrad; beide entstehen beim Verstrecken gemeinsam, sind aber getrennt zu betrachten.

Auch: Molekülorientierung, Verstreckung

Ö

Ökobilanz Nachhaltigkeit

Lebenszyklusanalyse

Eine Ökobilanz erfasst die Umweltwirkungen eines Produkts über seinen gesamten Lebensweg von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung. Sie umfasst Zieldefinition, Sachbilanz, Wirkungsabschätzung und Auswertung und weist Wirkungskategorien wie Klimawirkung, Versauerung und Ressourcenverbrauch aus. Ergebnisse sind nur vergleichbar, wenn Systemgrenzen, Bezugsgröße und Datenbasis übereinstimmen.

Abgrenzung: Der Product Carbon Footprint betrachtet allein die Klimawirkung und ist damit ein Ausschnitt der vollständigen Ökobilanz.

Auch: Life Cycle Assessment, LCA

Ökoprofit Norm & Zulassung

Ökologisches Projekt für integrierte Umwelttechnik

Ökoprofit ist ein kommunales Kooperationsprogramm, in dem Betriebe gemeinsam mit Stadt oder Landkreis und fachlicher Begleitung ihre Ressourceneffizienz verbessern. In Workshops und Betriebsberatungen werden Energieverbrauch, Abfallströme und Materialeinsatz analysiert und Maßnahmen umgesetzt. Nach einer Prüfung durch eine Kommission werden teilnehmende Betriebe als Ökoprofit-Betrieb ausgezeichnet.

Abgrenzung: Ökoprofit ist ein regional getragenes Einsteigerprogramm und ersetzt kein zertifiziertes Umweltmanagementsystem nach ISO 14001.

Pütz Folien wurde als Ökoprofit-Betrieb ausgezeichnet.

P

Palettenfolie Anwendung & Bauteil

Palettenfolie bezeichnet die Folie, mit der eine beladene Palette umwickelt wird, damit die Ladeeinheit während Transport und Lagerung zusammenhält. Die Folie wird unter Vorspannung aufgebracht und zieht sich zusammen, wodurch sie die Ladung an die Palette bindet. Zusätzlich schützt sie gegen Staub, Spritzwasser und unbefugten Zugriff.

Abgrenzung: Palettenfolie ist die Anwendung, Stretchfolie das dafür verwendete Material. Für dieselbe Aufgabe kommen auch Schrumpfhauben in Frage.

Auch: Wickelfolie, Palettensicherungsfolie

Papierveredelung Verfahren

Papierveredelung bezeichnet das Aufwerten einer Papierbahn oder eines Papierbogens durch Beschichten, Lackieren, Bedrucken oder Kaschieren mit einer Folie. Weil Papier saugfähig, faserig und feuchteempfindlich ist, zielt die Veredelung vor allem auf eine geschlossene Oberfläche, auf Feuchte- und Fettschutz sowie auf Scheuerfestigkeit im Versand.

Abgrenzung: Veredelt wird hier die flexible Papierbahn; die Kartonveredelung arbeitet nach demselben Prinzip an deutlich steiferem, meist bogenförmigem Trägermaterial.

Pütz konfektioniert die Kaschier- und Laminierfolien, die in der Papierveredelung eingesetzt werden.

Auch: Papierfinishing

PCR Nachhaltigkeit

Post-Consumer-Rezyklat

PCR ist die Abkürzung für Post-Consumer-Rezyklat, also Kunststoff aus Abfällen, die nach dem Gebrauch beim Endverbraucher gesammelt wurden. Typische Quellen sind Getränkeflaschen aus Sammelsystemen. PCR-Material ersetzt Neuware anteilig und ist der Rezyklattyp, den Rechtsvorschriften und Kundenvorgaben zur Rezyklateinsatzquote in aller Regel meinen.

Abgrenzung: Post-Industrial-Rezyklat entsteht aus Produktionsabfällen, hat den Verbraucher nie erreicht und wird auf Einsatzquoten meist nicht angerechnet.

Auch: PCR-Material, Post-Consumer Recycled

PCR-Anteil Nachhaltigkeit

Der PCR-Anteil gibt an, welcher Massenanteil eines Erzeugnisses aus Post-Consumer-Rezyklat besteht. Er kann physikalisch im Material vorliegen oder über einen Massenbilanzansatz zugerechnet sein, bei dem rezyklierte und fossile Ströme rechnerisch getrennt werden. Weil beide Nachweisformen dieselbe Prozentangabe erzeugen können, gehört die Nachweismethode in jede Spezifikation.

Abgrenzung: Ein hoher PCR-Anteil sagt nichts über die Recyclingfähigkeit des fertigen Erzeugnisses aus; beide Eigenschaften sind unabhängig voneinander.

Welchen Rezyklatanteil eine Folientype trägt und wie er belegt ist, klärt Pütz vor einem Materialwechsel gemeinsam mit dem Kunden.

Auch: Rezyklatanteil, Rezyklateinsatzquote

PCR-Rezyklat Substrat & Material

Post-Consumer-Rezyklat

PCR-Rezyklat ist Kunststoff aus Produkten, die bereits beim Endverbraucher im Gebrauch waren und über Sammelsysteme zurückfließen, etwa Getränkeflaschen oder Verpackungen. Weil Herkunft und Vorgeschichte gemischt sind, erfordert die Aufbereitung aufwendige Sortierung und Reinigung. Für Lebensmittelkontakt sind zusätzlich zugelassene Dekontaminationsverfahren und entsprechende Nachweise erforderlich.

Abgrenzung: Post-Industrial-Rezyklat stammt aus Produktionsabfällen mit bekannter Herkunft, PCR-Rezyklat dagegen aus dem Verbrauchermarkt.

Auch: PCR-Material, Post-Consumer-Recyclat

Peelfolie Anwendung & Bauteil

Peelfolie ist eine Deckel- oder Verschlussfolie, deren Siegelnaht sich von Hand vollständig abziehen lässt, ohne dass Folie oder Schale einreißen. Die Siegelschicht ist dafür so eingestellt, dass die Trennung innerhalb der Schicht oder an der Grenzfläche erfolgt. In der Sterilverpackung ist dieses Verhalten Voraussetzung für die keimarme Entnahme.

Abgrenzung: Anders als eine durchdrückbare Blisterdeckelfolie wird die Peelfolie nicht zerstört, sondern als Ganzes vom Siegelrand gelöst.

Auch: Peel-Folie, abziehbare Deckelfolie

PEFC Norm & Zulassung

Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes

PEFC ist ein internationales Dachsystem, das nationale Waldzertifizierungssysteme nach gemeinsamen Anforderungen anerkennt. Es umfasst eine Zertifizierung der Waldbewirtschaftung sowie eine Produktkettenzertifizierung für Verarbeiter und Händler. Das System entstand aus der Initiative europäischer Waldbesitzerverbände und ist vor allem bei kleinteiligem Privatwald verbreitet.

Abgrenzung: Während FSC einen einheitlichen internationalen Standard vorgibt, erkennt PEFC nationale Systeme an, die seine Rahmenanforderungen erfüllen.

Auch: PEFC™

PEN Substrat & Material

Polyethylennaphthalat

PEN ist ein thermoplastischer Polyester auf Basis von Naphthalindicarbonsäure. Der starrere Molekülaufbau hebt Temperaturbeständigkeit, Hydrolysestabilität, UV-Schutz und Barrierewirkung gegenüber PET deutlich an. Als biaxial gereckte Folie dient PEN für elektrische Isolation, flexible Schaltungen, Trägerfolien in der Elektronik und Anwendungen mit dauerhaft erhöhter thermischer Belastung.

Abgrenzung: PEN verhält sich wie ein thermisch und chemisch belastbarerer Verwandter von PET, liegt dafür preislich deutlich darüber.

Pütz konfektioniert PEN-Folien für elektrotechnische und industrielle Anwendungen.

Auch: PEN-Folie, Polyethylennaphthalat-Folie

Pentaclear® Marke

Pentaclear® ist eine Typenreihe der Hart-PVC-Folien von Klöckner Pentaplast für Faltschachteln. Die Folien sind verbessert schlagzäh und weißbrucharm, brechen an Rillungen und Falzkanten also nicht sichtbar weiß auf. Bedrucken lassen sie sich in einem breiten Spektrum gängiger Verfahren. Grundmaterial ist kalandriertes, weichmacherfreies PVC.

Abgrenzung: Pentaclear® ist auf das Rillen und Falzen transparenter Schachteln ausgelegt, Pentaform® dagegen auf das Tiefziehen dreidimensionaler Formteile.

Pütz konfektioniert Hart-PVC-Folien als Rollenware sowie als Formatware und Zuschnitt.

Pentafood® Marke

Pentafood® ist eine Typenreihe der Hart-PVC-Folien von Klöckner Pentaplast für Lebensmittelverpackungen. Die Folien sind verbessert tiefziehfähig, halbschlagzäh und für den Lebensmittelkontakt ausgewiesen. Eingesetzt werden sie für thermogeformte Schalen und Verpackungen. Ob eine konkrete Type für ein Füllgut freigegeben ist, entscheidet die typbezogene Konformitätserklärung.

Abgrenzung: Gegenüber Pentaform® ist Pentafood® die Reihe mit ausgewiesener Eignung für den Lebensmittelkontakt; die Formbarkeit unterscheidet beide Reihen nicht grundsätzlich.

Pütz konfektioniert Hart-PVC-Folien als Rollenware sowie als Formatware und Zuschnitt.

Pentaform® Marke

Pentaform® ist eine Typenreihe der Hart-PVC-Folien von Klöckner Pentaplast für das Thermoformen. Die Folien reichen von halbschlagzäh bis schlagzäh, sind verbessert tiefziehfähig und lassen sich im Hochfrequenzverfahren verschweißen. Grundmaterial ist kalandriertes, weichmacherfreies PVC. Typische Anwendungen sind tiefgezogene Schalen, Trays und Clamshells.

Abgrenzung: Pentaform® ist die allgemeine Thermoformreihe; Pentafood®, Pentamed® und Pentapharm® sind die auf Lebensmittel, Medizinprodukte und Pharmablister zugeschnittenen Ableitungen.

Pütz konfektioniert Hart-PVC-Folien als Rollenware sowie als Formatware und Zuschnitt.

Pentalabel® Marke

Pentalabel® ist eine Typenreihe der Hart-PVC-Folien von Klöckner Pentaplast für Schrumpfetiketten. Die Folien sind quer orientiert und schrumpfen deshalb in Umfangsrichtung, wenn sie als Sleeve über einen Behälter gezogen und erwärmt werden. Verarbeitet werden sie in Dampf- und Heißlufttunneln. Grundmaterial ist kalandriertes, weichmacherfreies PVC.

Abgrenzung: Anders als bei den übrigen Penta-Reihen ist der Schrumpf hier die gewollte Funktion und nicht die zu begrenzende Maßänderung.

Pütz konfektioniert Hart-PVC-Folien als Rollenware sowie als Formatware und Zuschnitt.

Pentamed® Marke

Pentamed® ist eine Typenreihe der Hart-PVC-Folien von Klöckner Pentaplast für die Verpackung von Medizinprodukten. Die Folien sind verbessert tiefziehfähig und damit für thermogeformte Trays und Blister ausgelegt, wie sie in Sterilbarrieresystemen eingesetzt werden. Die Eignung für ein Sterilisationsverfahren ist typbezogen zu prüfen.

Abgrenzung: Pentamed® verpackt Medizinprodukte, Pentapharm® dagegen Arzneimittel in Blistern; die zugrunde liegenden Regelwerke sind verschieden.

Pütz konfektioniert Hart-PVC-Folien als Rollenware sowie als Formatware und Zuschnitt.

Pentapharm® Marke

Pentapharm® ist eine Typenreihe der Hart-PVC-Folien von Klöckner Pentaplast für pharmazeutische Blister. Die Folien sind hochschlagzäh und kältefest und deshalb auch für die Kaltformung geeignet. Sie entsprechen dem einschlägigen Kapitel der Europäischen Pharmakopöe und sind im Drug Master File registriert. Grundmaterial ist kalandriertes, weichmacherfreies PVC.

Abgrenzung: Pentapharm® ist auf Blisterverpackung von Arzneimitteln ausgelegt, Pentamed® dagegen auf die Verpackung von Medizinprodukten. Die regulatorischen Nachweise unterscheiden sich entsprechend.

Pütz konfektioniert Hart-PVC-Folien als Rollenware sowie als Formatware und Zuschnitt.

Pentaprint® Marke

Pentaprint® ist eine Typenreihe der Hart-PVC-Folien von Klöckner Pentaplast für Druckanwendungen. Die Folien sind auf Siebdruck, UV-Offset und UV-Inkjet ausgelegt und dienen als Bedruckstoff für Schilder, Karten und Displays. Einzelne Typen sind zusätzlich schwerentflammbar und selbstverlöschend oder UV-stabilisiert, etwa für Leuchtkästen. Grundmaterial ist kalandriertes, weichmacherfreies PVC.

Abgrenzung: Pentaprint® ist auf Bedruckbarkeit ausgelegt, Pentaclear® dagegen auf Faltschachteln mit hoher Schlagzähigkeit und geringem Weißbruch.

Pütz konfektioniert Hart-PVC-Folien als Rollenware sowie als Formatware und Zuschnitt und veredelt Oberflächen, wo die Anwendung es verlangt.

Pentastat® Marke

Pentastat® ist eine Typenreihe der Hart-PVC-Folien von Klöckner Pentaplast für ESD-Verpackungen. Die Folien sind statisch ableitend und flammwidrig und schützen elektronische Bauteile vor elektrostatischer Entladung. Verarbeitet werden sie zu Clamshells, Blistern und Trays. Belegt sind Einstufungen nach den gängigen ESD-Prüfvorschriften.

Abgrenzung: Antistatisch ausgerüstete Folien verhindern die Aufladung; statisch ableitende Typen wie Pentastat® führen vorhandene Ladung kontrolliert ab. Das ist nicht dasselbe.

Pütz konfektioniert Hart-PVC-Folien als Rollenware sowie als Formatware und Zuschnitt.

Perforieren Verfahren

Perforieren bezeichnet das Einbringen regelmäßiger Löcher oder Schlitze in eine Folienbahn, mechanisch über Nadelwalzen oder berührungslos mit Laser. Je nach Lochbild entsteht eine gezielte Durchlässigkeit für Luft und Feuchtigkeit, eine definierte Aufreißlinie oder eine Trennperforation für Abrisspackungen. Perforation verringert zugleich die Festigkeit der Bahn.

Abgrenzung: Perforieren erzeugt eine Vielzahl kleiner Öffnungen in der Fläche, Stanzen dagegen ein Teil entlang einer geschlossenen Kontur.

Auch: Perforation, Lochen

PET Substrat & Material

Polyethylenterephthalat

PET ist ein thermoplastischer Polyester aus Terephthalsäure und Ethylenglykol, der als Foliensubstrat, Faserrohstoff und Flaschenmaterial dient. Je nach Verarbeitung entstehen amorphe, teilkristalline oder biaxial gereckte Zustände mit deutlich unterschiedlichem Eigenschaftsbild. Als Folie verbindet PET Formstabilität, chemische Beständigkeit, gute Bedruckbarkeit und die Möglichkeit zur sortenreinen Wiederverwertung.

Abgrenzung: PET bezeichnet den Werkstoff, BOPET dagegen eine bestimmte Verarbeitungsform dieses Werkstoffs zur biaxial gereckten Folie.

Polyesterfolien bilden den Schwerpunkt der bei Pütz verarbeiteten Substrate.

Auch: Polyester, PETP

PETG Substrat & Material

Glykolmodifiziertes Polyethylenterephthalat

PETG ist ein glykolmodifizierter Polyester, bei dem ein Teil des Ethylenglykols durch Cyclohexandimethanol ersetzt wird. Diese Modifikation unterdrückt die Kristallisation dauerhaft, wodurch das Material glasklar bleibt und sich leicht kalt umformen, kleben und schweißen lässt. Eingesetzt wird PETG für Displays, Sichtverpackungen, Karten und schützende Abdeckungen.

Abgrenzung: APET erreicht seine Klarheit durch schnelles Abkühlen, PETG dagegen chemisch über die Comonomer-Modifikation und behält sie auch nach Umformung und Verklebung.

Auch: PET-G, glykolmodifizierter Polyester

Phasentrennung Anwendung & Bauteil

Phasentrennung bezeichnet die Isolierlage zwischen den Wicklungssträngen unterschiedlicher Phasen einer elektrischen Maschine. Da zwischen zwei Phasen eine höhere Spannungsdifferenz auftritt als zwischen Wicklung und Masse, ist diese Lage besonders beansprucht. Sie wird als Zuschnitt oder Formteil zwischen die Wickelköpfe gelegt und muss dort trotz Vibration und Temperatur an ihrer Position bleiben.

Abgrenzung: Anders als die Nutisolation, die gegen das Blechpaket trennt, isoliert die Phasentrennung zwei stromführende Wicklungen gegeneinander.

Auch: Phasenisolation, Phasentrennfolie

Pigment Substrat & Material

Pigmente sind unlösliche Farbmittel, die als feine Teilchen im Kunststoff verteilt bleiben und ihn einfärben, aufhellen oder abdecken. Titandioxid erzeugt Weiß und Deckkraft, Ruß tiefes Schwarz und Lichtschutz, organische Pigmente die bunten Töne. Anders als Farbstoffe lösen sich Pigmente nicht im Polymer und beeinflussen daher Transparenz und Verarbeitung.

Abgrenzung: Farbstoffe lösen sich im Polymer und lassen es transparent, Pigmente bleiben als Teilchen erhalten und trüben es.

Auch: Farbpigment, Farbmittel

PLA Substrat & Material

Polylactid

PLA ist ein thermoplastischer Polyester aus Milchsäure, die durch Fermentation von Pflanzenstärke oder Zucker gewonnen wird. Folien daraus sind klar, brillant, gut bedruckbar, fettbeständig und unter industriellen Bedingungen kompostierbar. Begrenzt wird der Einsatz durch die geringe Wärmeformbeständigkeit und die Sprödigkeit, weshalb PLA häufig modifiziert oder mit anderen Schichten kombiniert wird.

Abgrenzung: Biobasiert und biologisch abbaubar sind nicht dasselbe: PLA ist beides, biobasiertes PET dagegen nur biobasiert.

Auch: Polymilchsäure, Polylactid

Planlage Eigenschaft & Kennwert

Planlage bezeichnet, wie eben eine Folienbahn oder ein Zuschnitt ohne äußere Kraft aufliegt. Abweichungen zeigen sich als Randwellen, Mittenbeulen, Sackfalten oder Verwerfungen. Ursachen sind eine ungleichmäßige Dickenverteilung, unterschiedliche Orientierung über die Bahnbreite, einseitige Wärmeeinwirkung sowie Spannungen aus Wicklung und Lagerung.

Abgrenzung: Planlage beschreibt die Ebenheit im spannungsfreien Zustand, Coil-Set dagegen die aus der Wicklung mitgebrachte Krümmung in Maschinenrichtung.

Bei Formatware entscheidet die Planlage darüber, ob Bogen sicher vereinzelt, bedruckt und gestanzt werden können.

Auch: Ebenheit, Flachlage

Plasmabehandlung Verfahren

Plasmabehandlung bezeichnet eine Vorbehandlung, bei der ein ionisiertes Gas auf die Folienoberfläche einwirkt und dort funktionelle Gruppen erzeugt. Über die Wahl des Prozessgases lässt sich einstellen, welche Gruppen entstehen, sodass die Oberfläche gezielter als bei der Corona-Behandlung angepasst werden kann. Unterschieden werden Niederdruck- und Atmosphärendruckplasma.

Abgrenzung: Corona arbeitet an Umgebungsluft und ist im Bahnbetrieb verbreitet; Plasma erlaubt über das Prozessgas eine gezieltere Oberflächenchemie, ist aber aufwendiger.

Auch: Plasmavorbehandlung, Plasmaaktivierung

Plattenveredelung Verfahren

Plattenveredelung bezeichnet das Beschichten oder Kaschieren starrer Platten aus Holzwerkstoff, Kunststoff oder Metall mit Dekor-, Press- oder Schutzfolien. Die Folie übernimmt Optik, Oberflächenstruktur und den Schutz gegen Kratzer, Feuchte und Chemikalien, während die Platte die Tragfähigkeit stellt. Aufgebracht wird sie überwiegend unter Wärme und Druck.

Abgrenzung: Anders als bei Papier- und Kartonveredelung ist das Trägermaterial hier dick und formstabil, weshalb Pressen statt Bahnkaschieranlagen eingesetzt werden.

Pütz konfektioniert Dekor-, Pressblech- und Schutzfolien für die Plattenveredelung als Rollen und Formatware.

Auch: Plattenbeschichtung, Plattenkaschierung

Polyamid Substrat & Material

Polyamid (PA)

Polyamid ist eine Gruppe teilkristalliner Thermoplaste, deren Molekülketten durch Amidgruppen verknüpft sind. Als Folie zeichnet sich Polyamid durch Zähigkeit, Durchstoßfestigkeit, Tiefziehfähigkeit und eine wirksame Sauerstoffbarriere aus. Weil das Material Feuchtigkeit aufnimmt, verändern sich Steifigkeit und Maße mit dem Klima. Verwendet wird es vorwiegend in Verpackungsverbunden und technischen Anwendungen.

Abgrenzung: Gegenüber Polyester nimmt Polyamid deutlich mehr Feuchtigkeit auf, sperrt dafür Sauerstoff wirksamer.

Pütz konfektioniert Polyamidfolien zu Rollen und Formatware.

Auch: PA, Nylon, Polyamidfolie

Polyart® Marke

Polyart® ist ein Markenname für synthetisches Papier auf Polyolefinbasis. Wie andere synthetische Papiere verbindet es die Bedruckbarkeit und Haptik eines Papiers mit der Reiß- und Feuchtebeständigkeit eines Kunststoffs. In der Substratsystematik von Pütz Folien steht die Marke in der Gruppe der synthetischen Papiere neben Yupo® und Valéron®.

Abgrenzung: Anders als Yupo® und Valéron® führt Pütz Folien für Polyart® keine eigene Substratseite; die Marke wird in der Übersicht genannt, ohne typbezogene Kennwerte auszuweisen.

Polycarbonat Substrat & Material

Polycarbonat (PC)

Polycarbonat ist ein amorpher Thermoplast mit Carbonatgruppen in der Hauptkette. Folien daraus sind glasklar, ausgesprochen schlagzäh, maßhaltig, gut bedruckbar und über einen weiten Temperaturbereich verwendbar. Verwendet wird Polycarbonatfolie für Frontplatten, Tastaturmembranen, Ausweis- und Kartenlaminate, Displayschutz sowie Anwendungen, in denen Bruchsicherheit und optische Qualität zusammenkommen müssen.

Abgrenzung: PET-Folie ist chemisch beständiger und günstiger, Polycarbonat deutlich schlagzäher und wärmeformbeständiger.

Pütz konfektioniert Polycarbonatfolien zu Rollen, Formatware und Zuschnitten.

Auch: PC, Polycarbonatfolie

Polyester Substrat & Material

Polyester bezeichnet die Polymergruppe, deren Ketten durch Esterbindungen verknüpft sind. Im Foliengeschäft steht der Begriff fast immer für Polyethylenterephthalat, umfasst aber auch Polyethylennaphthalat, glykolmodifizierte Typen und Polylactid. Weil dieselbe Bezeichnung für sehr unterschiedliche Materialien verwendet wird, empfiehlt sich in Anfragen und Spezifikationen die genaue Typangabe.

Abgrenzung: Polyesterfolie meint im Handel meist BOPET; die chemische Gruppe Polyester ist jedoch weiter gefasst.

Polyesterfolien bilden den größten Anteil der bei Pütz konfektionierten Substrate.

Auch: Polyesterfolie, PES

Polyethylen Substrat & Material

Polyethylen (PE)

Polyethylen ist ein teilkristalliner Thermoplast aus polymerisiertem Ethylen, der je nach Dichte und Kettenverzweigung sehr unterschiedliche Folieneigenschaften ergibt. Gemeinsam sind allen Typen gute Siegelfähigkeit, Feuchtigkeitsbarriere, chemische Beständigkeit und Zähigkeit bei niedrigen Temperaturen. Polyethylenfolien dienen als Siegelschicht in Verbunden, als Schutz- und Abdeckfolie sowie als Verpackungsmaterial.

Abgrenzung: Gegenüber Polypropylen siegelt Polyethylen bei niedrigeren Temperaturen und bleibt in der Kälte zäher, ist dafür weicher und weniger klar.

Pütz konfektioniert Polyethylenfolien zu Rollen, Formatware und Zuschnitten.

Auch: PE, Polyethen, Polyethylenfolie

Polyimid Substrat & Material

Polyimid (PI)

Polyimid ist ein Hochleistungspolymer mit aromatischen Imidgruppen in der Hauptkette, das als Folie überwiegend in bernsteinfarbener Ausführung vorliegt. Es bleibt über einen weiten Temperaturbereich formstabil, isoliert elektrisch zuverlässig und widersteht Strahlung sowie vielen Chemikalien. Eingesetzt wird Polyimidfolie in flexiblen Leiterplatten, Motorisolationen, Luft- und Raumfahrtkomponenten sowie Klebebändern.

Abgrenzung: Anders als BOPET schmilzt Polyimid nicht, sondern behält seine Form bis zur thermischen Zersetzung, ist dafür erheblich teurer.

Pütz konfektioniert Polyimidfolien bis in schmale Bandbreiten für Isolier- und Klebebandanwendungen.

Auch: PI, Polyimidfolie

Polyolefin Substrat & Material

Polyolefin bezeichnet Kunststoffe, die aus einfachen ungesättigten Kohlenwasserstoffen wie Ethylen und Propylen aufgebaut sind. Dazu zählen Polyethylen, Polypropylen und ihre Copolymere. Polyolefine sind unpolar, feuchtigkeitssperrend, chemisch beständig und gut siegelbar, haften jedoch ohne Vorbehandlung schlecht an Druckfarben, Klebstoffen und Beschichtungen. Ihre geringe Dichte lässt sie in Wasser schwimmen.

Abgrenzung: Polyester und Polyamide sind polar und lassen sich leichter bedrucken, Polyolefine benötigen dafür meist eine Corona- oder Haftvorbehandlung.

Auch: Polyolefine, PO, Polyolefinfolie

Polypropylen Substrat & Material

Polypropylen (PP)

Polypropylen ist ein teilkristalliner Thermoplast aus polymerisiertem Propylen. Folien daraus sind steifer, klarer und wärmebeständiger als Polyethylenfolien, sperren Wasserdampf zuverlässig und lassen sich gut bedrucken. In der Kälte wird Polypropylen dagegen spröder. Verarbeitet wird es zu gegossenen und zu orientierten Folien für Verpackung, Etiketten und technische Anwendungen.

Abgrenzung: Gegenüber Polyethylen bietet Polypropylen mehr Steifigkeit und Wärmebeständigkeit, verliert dafür bei tiefen Temperaturen an Schlagzähigkeit.

Auch: PP, Polypropen, Polypropylenfolie

Polystyrol Substrat & Material

Polystyrol (PS)

Polystyrol ist ein amorpher Thermoplast aus polymerisiertem Styrol. In der Standardausführung ist das Material glasklar, hart, formstabil und leicht zu bedrucken, zugleich spröde und schlagempfindlich. Folien aus Polystyrol lassen sich gut thermoformen und stanzen; typische Anwendungen sind Verpackungsschalen, Deckel, Trennlagen und Bauteile für Anzeige- und Displaytechnik.

Abgrenzung: Schlagzähmodifiziertes Polystyrol enthält Kautschukanteile und bricht weniger leicht, verliert dabei aber die Transparenz.

Pütz konfektioniert Polystyrolfolien zu Rollen und Formatware.

Auch: PS, Styrolpolymer, Polystyrolfolie, Styrolfolie

Post-Consumer-Rezyklat Nachhaltigkeit

Post-Consumer-Rezyklat ist Kunststoff, der aus gebrauchten und gesammelten Erzeugnissen zurückgewonnen wurde. Die Sammelware ist gemischt und verunreinigt, weshalb Sortierung, Wäsche und Aufbereitung aufwendiger sind als bei Produktionsabfällen. Farbe, Geruch und Molekulargewicht schwanken stärker als bei Neuware, was den Einsatz in optisch und mechanisch anspruchsvollen Folien begrenzt.

Abgrenzung: Anders als Post-Industrial-Rezyklat war Post-Consumer-Material bereits im Gebrauch und wird deshalb in Rezyklatquoten anerkannt.

Auch: PCR, Post-Consumer-Material

Post-Industrial-Rezyklat Nachhaltigkeit

Post-Industrial-Rezyklat ist Kunststoff aus Abfällen der Herstellung und Verarbeitung, etwa Randbeschnitt, Anfahrware oder Ausschuss. Herkunft und Zusammensetzung sind bekannt und sortenrein, wodurch die Aufbereitung einfacher und die Qualität gleichmäßiger ausfällt als bei Post-Consumer-Ware. Rechtsvorschriften und Kundenvorgaben rechnen dieses Material auf Rezyklatquoten überwiegend nicht an.

Abgrenzung: Post-Industrial-Material stammt aus dem Werk, Post-Consumer-Material aus der Sammlung nach dem Gebrauch; nur letzteres verringert das Aufkommen an Abfall aus dem Markt.

Auch: PIR, Pre-Consumer-Rezyklat, Produktionsrezyklat

Prägefolie Anwendung & Bauteil

Prägefolie ist eine Trägerbahn mit abziehbarem Schichtaufbau, dessen Metall-, Farb- oder Effektschicht mit einem beheizten Stempel auf das Substrat übertragen wird. Nur die Fläche unter dem Werkzeug geht über, der Rest bleibt auf dem Träger. Das Verfahren erzeugt metallisch glänzende oder matte Elemente, die sich mit Druckfarbe nicht erreichen lassen.

Abgrenzung: Anders als bei der flächigen Kaschierung überträgt die Prägefolie nur die Kontur des Prägewerkzeugs; die Trägerbahn wird abgeführt.

Auch: Heißprägefolie, Metallisierungsfolie für Prägung

Pressblechfolie Anwendung & Bauteil

Pressblechfolie bezeichnet die Zwischenlage, die in der Plattenpresse zwischen Werkstück und Pressblech liegt. Sie verhindert das Anhaften der Beschichtung am Werkzeug und überträgt zugleich dessen Oberfläche auf die Platte: glatt, matt oder strukturiert. Gleichmäßige Dicke über die volle Plattenbreite und definiertes Verhalten unter Druck und Wärme sind Voraussetzung.

Abgrenzung: Das Pressblech selbst ist das metallische Werkzeug; die Pressblechfolie ist die Verbrauchslage dazwischen, die nach dem Zyklus entnommen wird.

Pütz konfektioniert Trenn- und Pressenlagen bis in die vollen Plattenbreiten der Möbel- und Laminatfertigung.

Auch: Pressblech, Presslage, Pressenzwischenlage

Product Carbon Footprint Nachhaltigkeit

Produktbezogener CO2-Fußabdruck

Der Product Carbon Footprint beziffert die Treibhausgasemissionen, die einem Produkt über einen festgelegten Abschnitt seines Lebenswegs zugerechnet werden, umgerechnet in Kohlendioxid-Äquivalente. Üblich sind die Betrachtung bis zum Werkstor und die Betrachtung über den gesamten Lebensweg. Ohne Angabe der Systemgrenze, der Bezugsgröße und der Datenquellen ist ein Wert nicht vergleichbar.

Abgrenzung: Der Product Carbon Footprint gilt für ein Produkt, der Corporate Carbon Footprint dagegen für ein Unternehmen und ein Geschäftsjahr.

Auch: PCF, CO2-Fußabdruck

Prozessfolie Anwendung & Bauteil

Prozessfolie bezeichnet Folienmaterial, das nur während eines Fertigungsschritts gebraucht und danach entfernt oder verworfen wird: Trennlage, Abdeckung, Zwischenlage, Vakuumaufbau. Obwohl als Verbrauchsmaterial eingekauft, bestimmt sie häufig Oberflächenqualität und Ausschussquote des Erzeugnisses. Ihre Eigenschaften müssen zum gesamten Prozessfenster passen, nicht nur zum Nennwert eines einzelnen Parameters.

Abgrenzung: Die Funktionsfolie bleibt im Produkt und erfüllt dort dauerhaft eine Aufgabe; die Prozessfolie verlässt den Aufbau wieder.

Prozessfolien konfektioniert Pütz auf die Arbeitsbreite der Anlage, damit an der Maschine kein Umwickeln nötig wird.

Auch: Verfahrensfolie, Hilfsfolie

PTFE Substrat & Material

Polytetrafluorethylen

PTFE ist ein teilkristallines Fluorpolymer, dessen Kohlenstoffkette vollständig von Fluoratomen umhüllt ist. Daraus ergeben sich chemische Inertheit, sehr geringe Reibung, Antihafteigenschaften, breite Temperaturbeständigkeit und gute elektrische Isolation. Weil PTFE nicht fließfähig schmilzt, entstehen Folien durch Schälen von gesinterten Blöcken oder durch Verstrecken zu mikroporösen Membranen.

Abgrenzung: FEP lässt sich extrudieren und siegeln, PTFE muss dagegen gesintert oder geschält werden.

Auch: Teflon-Typ, Fluorkunststoff PTFE

PVC Substrat & Material

Polyvinylchlorid

PVC ist ein amorpher Thermoplast aus polymerisiertem Vinylchlorid, dessen Eigenschaften stark von der Rezeptur abhängen. Ohne Weichmacher entsteht ein hartes, steifes Material, mit Weichmacher ein flexibles. Folien aus PVC sind gut bedruckbar, verschweißbar und tiefziehfähig; wegen des Chloranteils erfordern Verarbeitung und Entsorgung besondere Aufmerksamkeit.

Abgrenzung: Hart-PVC und Weich-PVC unterscheiden sich nicht im Polymer, sondern im Weichmacheranteil der Rezeptur.

Auch: Vinyl, Polyvinylchloridfolie

PVDC Substrat & Material

Polyvinylidenchlorid

PVDC ist ein chlorhaltiges Polymer mit ausgeprägter Sperrwirkung gegen Sauerstoff, Wasserdampf, Aromen und Fette. Es wird selten als eigenständige Folie, meist als dünne Beschichtung auf PET, BOPP oder Polyamid eingesetzt, um deren Barriere zu verbessern. Die Sperrwirkung bleibt auch bei wechselnder Luftfeuchte weitgehend erhalten.

Abgrenzung: EVOH sperrt Sauerstoff ähnlich wirksam, verliert diese Wirkung jedoch bei hoher Feuchtigkeit, während PVDC feuchteunempfindlich bleibt.

Auch: PVdC, Vinylidenchlorid-Copolymer

Q

Quetschschnitt Verfahren

Quetschschnitt bezeichnet ein Längsschneidverfahren, bei dem ein Obermesser mit Druck gegen eine glatte, gehärtete Untermesserwalze läuft und die Folienbahn zwischen beiden abgequetscht wird. Das Verfahren ist robust und schnell eingerichtet, belastet die Schnittkante jedoch mechanisch stärker als der Scherenschnitt und neigt bei zähen Substraten zur Gratbildung.

Abgrenzung: Beim Quetschschnitt trennt Druck gegen eine glatte Walze, beim Scherenschnitt die Scherwirkung zweier aneinander vorbeilaufender Messer.

Auch: Crush-Cut, Quetschmesserschnitt

R

R-PET Nachhaltigkeit

Recycled Polyethylenterephthalat

R-PET ist Polyethylenterephthalat aus Recyclingströmen, überwiegend aus gesammelten Getränkeflaschen. Es wird sortiert, gemahlen, gewaschen, aufbereitet und je nach Verfahren im Festphasenprozess nachkondensiert, um die durch Hydrolyse gesunkene Molekülkettenlänge wieder anzuheben. Für Folienanwendungen bestimmt vor allem die Gleichmäßigkeit von Farbe, Reinheit und Viskosität die erreichbare Qualität.

Abgrenzung: Lebensmitteltauglichkeit ist bei R-PET nicht automatisch gegeben: Sie setzt ein von der EFSA bewertetes Dekontaminationsverfahren voraus.

Pütz verarbeitet PET-Folien mit Rezyklatanteil, sofern die technischen Anforderungen der Anwendung dies zulassen.

Auch: rPET, Recycling-PET

Rakelfolie Anwendung & Bauteil

Rakelfolie ist ein schmales Folienband, das in Druck- und Beschichtungswerken überschüssiges Medium von Walze oder Zylinder abstreift. Ihre Schnittkante bildet die eigentliche Arbeitskante, weshalb Gratfreiheit und gleichmäßige Dicke unmittelbar auf das Druckbild durchschlagen. Ein Ausbruch an der Kante hinterlässt eine sichtbare Spur über die gesamte Bahnlänge.

Abgrenzung: Anders als eine Metallrakel ist die Rakelfolie nachgiebig, verschleißärmer gegenüber der Walze und wird als Verbrauchsmaterial gewechselt.

Pütz konfektioniert Rakelfolien mit der Kantenqualität, die das Druckwerk verlangt, in schmalen Bahnenbreiten.

Auch: Rakelband, Abstreiffolie

Randbeschnitt Verfahren

Randbeschnitt bezeichnet das Abtrennen der äußeren Bahnkanten einer Folienbahn vor oder während des Längsschnitts. Die Ränder einer Mutterrolle weichen in Dicke, Planlage und Kantenqualität häufig vom Bahnmittelteil ab. Der Randbeschnitt entfernt diesen Bereich, damit die verbleibenden Nutzen gleichmäßig laufen und maßhaltig gewickelt werden können.

Abgrenzung: Der Randbeschnitt ist eine gezielte Maßnahme an der Bahnkante, Verschnitt der Sammelbegriff für alles nicht verwertete Material.

Bei Lohnaufträgen legt Pütz vorab fest, ob Randbeschnitt und Restmaterial zurückgeführt, entsorgt oder verrechnet werden.

Auch: Kantenbeschnitt, Besäumen

Rasierklingenschnitt Verfahren

Rasierklingenschnitt bezeichnet ein Längsschneidverfahren, bei dem eine feststehende, sehr dünne Klinge die laufende Folienbahn durchtrennt. Die Klinge kann frei in der Bahn stehen oder gegen eine Nut in der Gegenwalze arbeiten. Das Verfahren ist einfach einzurichten und günstig, eignet sich aber vorrangig für dünne, weiche Substrate.

Abgrenzung: Gegenüber dem Scherenschnitt ist der Klingenwechsel schneller, die erreichbare Kantenqualität bei zähen Materialien jedoch geringer.

Auch: Klingenschnitt, Razor-Schnitt

Rauchentwicklung Eigenschaft & Kennwert

Rauchentwicklung beschreibt Menge und optische Dichte des Rauchs, den ein Werkstoff im Brandfall freisetzt. Sie zählt neben Entzündbarkeit und brennendem Abtropfen zu den Kriterien des Brandverhaltens. Bewertet wird sie, weil dichter Rauch Fluchtwege unkenntlich macht und Rettungskräfte behindert, oft bevor die Hitze selbst gefährlich wird.

Abgrenzung: Die Rauchentwicklung sagt nichts über die Entflammbarkeit aus: Ein schwer entflammbarer Werkstoff kann im Brandfall dennoch viel Rauch abgeben.

Auch: Rauchdichte, Rauchgasentwicklung Prüfnorm: EN 13501-1, ISO 5659-2

REACH Norm & Zulassung

Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals

REACH ist die europäische Chemikalienverordnung. Sie verpflichtet Hersteller und Importeure, Stoffe zu registrieren und deren Eigenschaften offenzulegen, regelt die Bewertung und Zulassung besonders besorgniserregender Stoffe und ermöglicht Beschränkungen. In der Lieferkette müssen Informationen zu solchen Stoffen in Erzeugnissen weitergegeben werden, was für Folien und Additive Auskunftspflichten begründet.

Abgrenzung: REACH betrifft Stoffe in allen Anwendungen, RoHS dagegen nur bestimmte Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten.

Auch: REACH-Verordnung

Recken Verfahren

Recken bezeichnet das gezielte Dehnen einer erwärmten Folienbahn über ihre Streckgrenze hinaus, wodurch sich die Molekülketten in Zugrichtung ausrichten. Das Recken verfestigt die Folie, verringert ihre Dicke und erhöht Steifigkeit sowie Barrierewirkung. Es findet im Herstellprozess statt, längs über Walzengeschwindigkeiten und quer über einen Reckrahmen mit Kluppen.

Abgrenzung: Recken erzeugt die Orientierung, Tempern fixiert sie anschließend; ohne Tempern würde die gereckte Folie unter Wärme wieder schrumpfen.

Auch: Verstrecken, Orientieren

Recyclingfähigkeit Nachhaltigkeit

Recyclingfähigkeit beschreibt, ob ein Erzeugnis in bestehenden Sammel-, Sortier- und Verwertungssystemen zu einem verwendbaren Sekundärrohstoff wird. Monomateriale Aufbauten erleichtern das, weil sie sich eindeutig sortieren und homogen aufschmelzen lassen. Verbunde aus verschiedenen Polymeren, Metallisierungen, dunkle Einfärbungen und ganzflächige Etiketten erschweren Sortierung und Aufbereitung erheblich.

Abgrenzung: Recyclingfähigkeit ist eine Eigenschaft des Erzeugnisses in einem konkreten Verwertungssystem und keine allgemeingültige Materialeigenschaft.

Ob ein recyclingfreundlicherer Aufbau die technischen Anforderungen erfüllt, prüft Pütz gemeinsam mit dem Kunden vor einem Materialwechsel.

Auch: Rezyklierfähigkeit, Recyclability

Reflektorfolie Anwendung & Bauteil

Reflektorfolie ist eine weiße oder metallisierte Folie, die Licht zurückwirft, statt es durchzulassen. In Leuchten und hinterleuchteten Anzeigen sitzt sie hinter der Lichtquelle und lenkt den Anteil, der nach hinten abstrahlt, wieder in Richtung der Nutzfläche. Reflexionsgrad, Vergilbungsstabilität und Formstabilität bei Betriebstemperatur bestimmen die Materialauswahl.

Abgrenzung: Anders als die Diffusorfolie ist die Reflektorfolie nicht auf Lichtdurchlass ausgelegt, sondern auf möglichst vollständige Rückstrahlung.

Auch: Reflexionsfolie, weiße Reflektorfolie

Regenerat Substrat & Material

Regenerat ist Kunststoff, der als Randstreifen, Anfahrware oder Ausschuss im eigenen Produktionsprozess anfällt und nach Zerkleinerung unmittelbar wieder eingesetzt wird. Weil Zusammensetzung und Vorgeschichte bekannt sind, bleibt die Qualität besser vorhersagbar als bei Material aus dem Verbrauchermarkt. Wiederholtes Aufschmelzen kann das Molekulargewicht dennoch schrittweise verringern.

Abgrenzung: PCR-Rezyklat durchläuft den Gebrauch beim Endverbraucher, Regenerat verlässt den Produktionsbetrieb nie.

Auch: Post-Industrial-Rezyklat, Mahlgut

Regranulat Nachhaltigkeit

Regranulat ist Kunststoff, der nach dem Aufbereiten wieder in Granulatform gebracht wurde und damit erneut extrudierbar ist. Erzeugt wird es durch Mahlen, Waschen, Aufschmelzen, Filtrieren und Granulieren des Ausgangsmaterials. Die Qualität hängt von Sortenreinheit, Filterfeinheit und thermischer Vorbelastung ab, da jeder Aufschmelzvorgang die Molekülketten zusätzlich beansprucht.

Abgrenzung: Mahlgut ist zerkleinertes, aber nicht aufgeschmolzenes Material; erst das Granulieren macht daraus ein dosierbares Regranulat.

Auch: Recyclinggranulat

Reinraumkonfektionierung Verfahren

Reinraumkonfektionierung bezeichnet das Schneiden, Wickeln und Verpacken von Folie unter kontrollierten Reinraumbedingungen, bei denen Partikelzahl, Luftführung und Personalzugang geregelt sind. Gefordert wird sie dort, wo Partikel auf der Folienoberfläche die spätere Anwendung stören, etwa in der Medizintechnik, der Pharmaverpackung, der Displayfertigung und der Elektronikmontage.

Abgrenzung: Der Unterschied zur üblichen Konfektionierung liegt nicht im Schneidverfahren, sondern in der kontrollierten Umgebung und der Dokumentation.

Auch: Reinraumverarbeitung, Konfektionierung im Reinraum Prüfnorm: ISO 14644

Reißdehnung Eigenschaft & Kennwert

Die Reißdehnung gibt an, um welchen Anteil ihrer Ausgangslänge sich eine Folie im Zugversuch bis zum Reißen dehnen lässt. Sie beschreibt das Verformungsvermögen des Materials: Eine hohe Reißdehnung bedeutet, dass die Folie Stöße und Überdehnung durch plastisches Fließen aufnimmt, statt spröde zu brechen.

Abgrenzung: Reißdehnung und Bruchdehnung meinen denselben Vorgang; Reißdehnung ist die in der Folienbranche übliche Bezeichnung, Bruchdehnung die Benennung der Zugprüfnorm.

Auch: Dehnung beim Reißen, Elongation at break Prüfnorm: ISO 527-3

Release-Liner Anwendung & Bauteil

Release-Liner ist die silikonisierte Trägerbahn, auf der ein Haftmaterial bis zur Verarbeitung liegt und von der das Etikett beim Spenden abgezogen wird. Die Trennkraft muss zum Klebstoff und zur Spendegeschwindigkeit passen: Ist sie zu hoch, reißt das Etikett, ist sie zu niedrig, löst es sich vorzeitig von der Bahn.

Abgrenzung: Der Release-Liner trägt eine Klebeschicht und wird verworfen; eine Trennfolie im Pressprozess trennt dagegen zwei Werkstoffe im laufenden Verfahren.

Für die Etikettenproduktion konfektioniert Pütz silikonisierte Polyestersubstrate als Linermaterial in der benötigten Bahnenbreite.

Auch: Liner, Trennpapier, Abdeckfolie für Haftmaterial

Rewinding Verfahren

Rewinding ist die englische Bezeichnung für das Umwickeln, also das Abwickeln und erneute Aufwickeln einer Rolle ohne Änderung der Bahnenbreite. Anlass sind ein anderer Kern, ein anderes Rollengewicht, eine korrigierte Wickelspannung oder eine Warenschau zur Entnahme fehlerhafter Abschnitte. In Anlagenbezeichnungen erscheint der Begriff meist zusammen mit Slitting.

Abgrenzung: Rewinding verändert nur den Wickelaufbau, Slitting dagegen die Bahnenbreite.

Auch: Umrollen, Rewind

Rezyklat Nachhaltigkeit

Rezyklat ist Kunststoff, der aus Abfällen zurückgewonnen und erneut zu einem Werkstoff aufbereitet wurde. Je nach Herkunft unterscheidet man Post-Consumer- und Post-Industrial-Rezyklat, je nach Verfahren mechanisch und chemisch gewonnenes Material. Rezyklate ersetzen Neuware anteilig oder vollständig, unterliegen aber engeren Grenzen bei Farbe, Reinheit und gleichbleibenden mechanischen Eigenschaften.

Abgrenzung: Regranulat bezeichnet die Lieferform als Granulat, Rezyklat dagegen die Herkunft aus Abfall; nicht jedes Regranulat ist ein Rezyklat.

Auch: Recyclat, Sekundärrohstoff

RFID-Inlay Anwendung & Bauteil

RFID-Inlay bezeichnet die Zwischenlage aus Trägerfolie, Antenne und Chip, die später in ein Etikett, eine Karte oder ein Ticket einlaminiert wird. Die Folie trägt die Antennenstruktur und hält sie in Position, während das Inlay die Laminier-, Druck- und Stanzschritte durchläuft. Maßhaltigkeit entscheidet, ob Antenne und Chipkontakt zueinander passen.

Abgrenzung: Das Inlay ist die funktionsbildende Zwischenlage; das Smart Label ist das fertige, bedruckte und klebende Etikett darum herum.

Auch: Inlay, Transponder-Inlay

RoHS Norm & Zulassung

Restriction of Hazardous Substances

RoHS ist die europäische Richtlinie zur Beschränkung gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten. Sie begrenzt den Gehalt bestimmter Schwermetalle, bromierter Flammschutzmittel und Weichmacher in homogenen Werkstoffen. Da Isolierfolien, Klebebänder und Etiketten Bestandteil solcher Geräte sind, verlangen Hersteller entsprechende Erklärungen von ihren Lieferanten.

Abgrenzung: RoHS gilt für Elektro- und Elektronikgeräte, REACH für Chemikalien in allen Branchen; beide Regelwerke bestehen nebeneinander.

Auch: RoHS-Richtlinie

Rollenschnitt Verfahren

Rollenschnitt bezeichnet das Längsschneiden einer breiten Folienbahn in schmalere Bahnen, die anschließend einzeln zu Rollen aufgewickelt werden. Die Mutterrolle läuft dabei durch eine Schneidstation, wird durch Messer in Nutzen geteilt und auf Kerne gewickelt. Bahnenbreite, Bahnspannung und Messerführung bestimmen gemeinsam die Maßhaltigkeit des Ergebnisses.

Abgrenzung: Im Unterschied zum Querschnitt, der die Bahn in einzelne Bogen trennt, bleibt beim Rollenschnitt die Endlosform erhalten.

Der Rollenschnitt ist der Kernprozess bei Pütz, in der Konfektionierung wie im Lohnschneiden.

Auch: Längsschnitt, Slitting

Rückverfolgbarkeit Norm & Zulassung

Rückverfolgbarkeit bezeichnet die Fähigkeit, ein geliefertes Material lückenlos bis zu seiner Herkunftscharge zurückzuverfolgen. Dazu gehören Chargenkennzeichnung, Dokumentation der Verarbeitungsschritte und Zuordnung der Lieferung. In regulierten Branchen ist sie Voraussetzung dafür, im Reklamations- oder Rückrufall genau die betroffenen Lose einzugrenzen, statt eine ganze Lieferperiode zu sperren.

Abgrenzung: Eine Konformitätserklärung bescheinigt die Eignung eines Materials; die Rückverfolgbarkeit weist nach, aus welcher Charge das konkret gelieferte Material stammt.

Chargenbezug und Kennzeichnung gehören zum Ablauf jedes Auftrags.

Auch: Traceability, Chargenrückverfolgung

S

Sachet Anwendung & Bauteil

Sachet bezeichnet einen kleinen, flach gesiegelten Beutel für eine Einzelportion: Pulver, Creme, Granulat oder Flüssigkeit. Er entsteht auf der Verpackungslinie direkt aus der Folienbahn, wird befüllt und an allen Rändern versiegelt. Barriere gegen Feuchte und Aroma, Siegelnahtfestigkeit und Bedruckbarkeit der Außenseite bestimmen die Materialauswahl.

Abgrenzung: Der Stickpack ist die schmale, längliche Sonderform des Sachets mit nur einer Längsnaht; das Sachet ist breiter und meist vierseitig gesiegelt.

Auch: Portionsbeutel, Flachbeutel

Sauerstoffdurchlässigkeit Eigenschaft & Kennwert

Oxygen Transmission Rate

Die Sauerstoffdurchlässigkeit gibt an, welche Sauerstoffmenge eine Folienfläche in einer festgelegten Zeit unter definiertem Partialdruckunterschied durchlässt. Gemessen wird bei geregelter Temperatur und Luftfeuchte, weil beide Größen das Ergebnis stark beeinflussen. Der Kennwert entscheidet über die Haltbarkeit sauerstoffempfindlicher Füllgüter wie Fette, Aromen und Wirkstoffe.

Abgrenzung: Die Sauerstoffdurchlässigkeit betrifft ein permanentes Gas und wird volumenbezogen angegeben, die Wasserdampfdurchlässigkeit ein kondensierbares Medium und wird massebezogen ausgewiesen.

Auch: OTR, Sauerstofftransmissionsrate, Sauerstoffbarriere Prüfnorm: ISO 15105, ASTM D3985

Schälwiderstand Eigenschaft & Kennwert

Der Schälwiderstand ist die Kraft je Breiteneinheit, die zum Trennen zweier verbundener Schichten unter einem festgelegten Abzugswinkel nötig ist. Üblich sind Schälversuche im T-Winkel oder unter flachem Winkel. Der Kennwert dient sowohl zur Beurteilung von Kaschierverbunden als auch zur Einstellung von Trenn-, Abdeck- und Schutzfolien.

Abgrenzung: Beim Schälversuch wird die Grenzfläche fortschreitend an einer Linie getrennt, beim Zugversuch dagegen der Werkstoff selbst über den ganzen Querschnitt belastet.

Auch: Schälkraft, Peelkraft, Abzugskraft Prüfnorm: ISO 11339, ASTM D1876

Schleifmittelträger Anwendung & Bauteil

Schleifmittelträger bezeichnet die Bahn, auf der Schleifkorn mit einem Bindemittel befestigt wird. Folienträger werden gewählt, wenn Nassbeständigkeit, gleichmäßige Dicke oder feine Körnungen gefordert sind, für die Papier zu ungleichmäßig ist. Der Träger muss die Zugkräfte im Betrieb aufnehmen und dabei flexibel genug bleiben, um der Werkstückkontur zu folgen.

Abgrenzung: Anders als eine Trennfolie soll der Schleifmittelträger die aufgebrachte Schicht dauerhaft festhalten und wird mit ihr verbraucht.

Auch: Schleifträger, Trägerfolie für Schleifmittel

Schmelztemperatur Eigenschaft & Kennwert

Die Schmelztemperatur ist die Temperatur, bei der die kristallinen Bereiche eines teilkristallinen Kunststoffs aufschmelzen und das Material in den fließfähigen Zustand übergeht. Rein amorphe Kunststoffe besitzen keinen solchen Schmelzpunkt, sondern erweichen allmählich. Für Folien begrenzt der Schmelzbereich die Verarbeitungs- und die Siegeltemperatur nach oben.

Abgrenzung: Die Schmelztemperatur betrifft die Kristallite, die Glasübergangstemperatur die amorphen Bereiche desselben Werkstoffs.

Auch: Schmelzpunkt, Schmelzbereich Prüfnorm: ISO 11357-3

Schneidrollenschnitt (Scherenschnitt) Verfahren

Schneidrollenschnitt, auch Scherenschnitt genannt, bezeichnet ein Trennverfahren, bei dem zwei rotierende Kreismesser seitlich aneinander vorbeilaufen und die Folienbahn wie eine Schere durchtrennen. Das Verfahren erzeugt gratarme Kanten und eignet sich auch für dickere und zähe Substrate; es wird eingesetzt, wo enge Breitentoleranzen und definierte Kantenqualität gefordert sind.

Abgrenzung: Anders als beim Rasierklingenschnitt arbeiten zwei Messer gegeneinander, statt dass eine feststehende Klinge die Bahn durchsticht.

Auch: Scherenschnitt, Schere-Schnitt, Kreismesserschnitt

Schrumpf Eigenschaft & Kennwert

Schrumpf bezeichnet die bleibende Längenänderung einer Folie unter Wärmeeinwirkung. Verstreckte Folien geben dabei die bei der Herstellung eingefrorene Orientierung teilweise frei, die Molekülketten ziehen sich zusammen und die Bahn wird kürzer und dicker. Ausmaß und Richtungsverteilung hängen von der Verstreckung und der thermischen Nachbehandlung ab.

Abgrenzung: Schrumpf ist eine bleibende, einmalige Längenänderung durch Molekülrelaxation, während die Wärmeausdehnung reversibel ist und sich beim Abkühlen wieder zurückstellt.

Auch: Schrumpfung, Restschrumpf Prüfnorm: ASTM D1204

Schrumpffolie Anwendung & Bauteil

Schrumpffolie ist eine gereckte Folie, die sich bei Wärmezufuhr zusammenzieht und dabei eng an das umschlossene Produkt anlegt. Die Rückstellung ist im Herstellprozess durch Verstreckung angelegt und wird in der Verpackungslinie durch eine Heizstrecke ausgelöst. Anwendungen sind Multipacks, Flaschenbündel, Banderolen und Ladungssicherung mit Schrumpfhauben.

Abgrenzung: Die Schrumpffolie braucht eine Wärmequelle und legt sich an die Kontur an; die Stretchfolie wirkt allein über mechanische Vorspannung.

Auch: Schrumpfhaube, Schrumpfschlauch für Verpackung

Schutzfolie Anwendung & Bauteil

Schutzfolie ist der Oberbegriff für Folien, die eine Oberfläche oder ein Bauteil vorübergehend vor Kratzern, Verschmutzung, Feuchte oder mechanischer Beschädigung bewahren. Sie wird nach Fertigung, Transport oder Montage wieder entfernt. Die Kernanforderung ist die abgestimmte Haftung: fest genug über den gesamten Schutzzeitraum, danach rückstandsfrei ablösbar.

Abgrenzung: Die Schutzfolie haftet auf der Oberfläche, die sie schützt; eine Abdeckfolie wird lediglich lose aufgelegt oder umgelegt.

Pütz konfektioniert Schutz- und Abdecksubstrate für Platten, Profile und Baugruppen bis in große Bahnenbreiten.

Auch: Schutzlage, Protektionsfolie

Schutzschicht Anwendung & Bauteil

Schutzschicht bezeichnet die äußere Lage eines Folienaufbaus, die darunterliegende Funktionsschichten gegen Abrieb, Kratzer, Chemikalien und Bewitterung abschirmt. Ausgeführt wird sie als Decklack, aufkaschierte Folie oder Coextrusionslage. Sie ist fester Bestandteil des Verbunds und bleibt am Produkt, statt nach Transport oder Montage abgezogen zu werden.

Abgrenzung: Die Schutzschicht bleibt dauerhaft im Verbund; die Schutzfolie ist eine eigenständige Bahn, die nach Transport oder Montage wieder entfernt wird.

Auch: Schutzlage, Decklage

Schweißunterlage Anwendung & Bauteil

Schweißunterlage bezeichnet die Lage, die beim Fügen unter oder neben der Naht liegt und die umgebenden Flächen vor Wärme, Spritzern und Verfärbung schützt. Folienausführungen müssen der lokalen Hitze standhalten, ohne zu schrumpfen oder zu schmelzen. Eine Unterlage, die sich zusammenzieht, verändert die Nahtgeometrie und damit das Schweißergebnis.

Abgrenzung: Die Schweißunterlage liegt im Wärmebereich der Naht; eine Maskierfolie hält lediglich Flächen frei und wird thermisch kaum belastet.

Für Schweiß- und Fügeprozesse konfektioniert Pütz temperaturbeständige Substrate wie Polyimid als Band oder Zuschnitt.

Auch: Schweißbadsicherung aus Folie, Schweißschutzlage

Sicherheitsetikett Anwendung & Bauteil

Sicherheitsetikett bezeichnet ein Etikett, das einen Ablöseversuch dauerhaft sichtbar macht. Je nach Aufbau zerfällt das Material beim Abziehen, hinterlässt einen Schriftzug auf dem Untergrund oder lässt sich nicht zerstörungsfrei wieder anbringen. Entscheidend ist die Reproduzierbarkeit des Verhaltens: Ein Siegel, das sich gelegentlich sauber löst, erfüllt seinen Zweck nicht.

Abgrenzung: Ein gewöhnliches Etikett soll haften und lesbar bleiben; das Sicherheitsetikett soll darüber hinaus jeden Manipulationsversuch dokumentieren.

Auch: Manipulationsschutzetikett, Void-Etikett, Siegeletikett

Siebdruck Verfahren

Siebdruck ist ein Durchdruckverfahren: Farbe wird mit einer Rakel durch ein feinmaschiges Gewebe gedrückt, das an den nicht druckenden Stellen abgedeckt ist. Charakteristisch ist der vergleichsweise dicke Farbauftrag, der deckende, abriebfeste und witterungsbeständige Druckbilder ermöglicht. Eingesetzt wird das Verfahren für Frontplatten, Tastaturfolien, Schilder und dekorative Effekte.

Abgrenzung: Der Siebdruck bringt einen deutlich dickeren Farbauftrag auf als Flexo- und Tiefdruck, arbeitet dafür langsamer.

Siebdruck auf Folie läuft bei Pütz über spezialisierte Partnerdruckereien, mit anschließendem Zuschnitt im Haus.

Auch: Serigrafie, Durchdruck

Siegeln Verfahren

Siegeln bezeichnet das Verbinden zweier Folienlagen zu einer dichten Naht, indem eine siegelfähige Schicht aufgeschmolzen und unter Druck verfestigt wird. Temperatur, Druck und Siegelzeit bilden das Prozessfenster; liegt einer der Parameter daneben, entsteht eine undichte oder spröde Naht. Nicht jedes Substrat ist ohne Siegelschicht siegelfähig.

Abgrenzung: Siegeln verbindet Lagen an definierten Nahtstellen, Kaschieren verbindet sie vollflächig über die gesamte Bahn.

Wo eine Siegelschicht gefordert ist, wird sie bei Pütz als Lage in den kaschierten Verbund eingeplant.

Auch: Versiegeln, Siegelung

Siegelnahtfestigkeit Eigenschaft & Kennwert

Die Siegelnahtfestigkeit gibt an, welcher Zugkraft eine durch Wärme und Druck erzeugte Siegelnaht standhält. Geprüft wird ein Streifen quer zur Naht im Zugversuch. Die Werte hängen von Siegeltemperatur, Anpressdruck und Siegelzeit ab; zusätzlich wird zwischen dauerhaft festen Nähten und bewusst wieder zu öffnenden Peelnähten unterschieden.

Abgrenzung: Die Siegelnahtfestigkeit betrifft die Verbindung zweier Folienflächen miteinander, die Verbundhaftung dagegen den Zusammenhalt der Lagen innerhalb eines Verbunds.

Auch: Siegelfestigkeit, Nahtfestigkeit Prüfnorm: ASTM F88, DIN 55529

Siegelrandbeutel Anwendung & Bauteil

Siegelrandbeutel ist ein flacher Beutel, dessen Ränder ringsum versiegelt sind und der über eine dieser Nähte geöffnet wird. In der Medizintechnik verbindet er eine klare Folienseite mit einer durchlässigen Vliesseite, sodass das Produkt sichtbar bleibt und die Sterilisation möglich ist. Die Siegelnaht bestimmt Dichtheit und Öffnungsverhalten gleichermaßen.

Abgrenzung: Anders als der Standbodenbeutel steht der Siegelrandbeutel nicht auf; er ist auf Sichtbarkeit und definiertes Aufziehen ausgelegt.

Auch: Pouch, Klarsichtbeutel mit Siegelrand

Siegelschicht Anwendung & Bauteil

Siegelschicht bezeichnet die Lage eines Folienaufbaus, die beim Siegeln aufschmilzt und die Verbindung zweier Packmittelflächen herstellt. Sie liegt innen, zum Packgut hin, und besteht aus einem Werkstoff mit niedrigerem Schmelzpunkt als die tragenden Außenlagen, damit diese ihre Form behalten, während die Naht entsteht.

Abgrenzung: Die Siegelschicht stellt die Verbindung her, die Barriereschicht hält Gase und Feuchte zurück; beide liegen an unterschiedlichen Positionen im Verbund.

Auch: Heißsiegelschicht, Siegellage

Silberleiterbahn Anwendung & Bauteil

Silberleiterbahn bezeichnet eine elektrisch leitende Bahn, die als silberhaltige Paste auf eine Folie gedruckt und anschließend getrocknet wird. Sie verbindet Kontakte in Membranschaltern, Sensoren und gedruckter Elektronik. Weil die Trocknung Wärme einbringt, muss die Trägerfolie maßhaltig bleiben. Verzieht sie sich, wandert die Leiterbahngeometrie aus der Toleranz.

Abgrenzung: Anders als eine geätzte Kupferleiterbahn wird die Silberleiterbahn additiv aufgedruckt und erreicht eine geringere Leitfähigkeit als massives Metall.

Auch: Silberleitpaste, gedruckte Silberleiterbahn

Silikonisierung Verfahren

Silikonisierung bezeichnet das Aufbringen einer dünnen Silikonschicht auf eine Folie oder ein Papier, um die Oberfläche antihaftend zu machen. Sie ist die Grundlage jedes Trennmaterials: Der darauf haftende Klebstoff lässt sich später mit definierter Kraft ablösen, ohne dass Rückstände auf der Klebemasse verbleiben.

Abgrenzung: Eine Corona-Behandlung erhöht die Haftung, eine Silikonisierung setzt sie gezielt herab. Die Verfahren verfolgen entgegengesetzte Ziele.

Auch: Silikonbeschichtung

Skin-Verpackung Anwendung & Bauteil

Skin-Verpackung ist eine Verpackungsform, bei der eine erwärmte Folie unter Vakuum eng über das Produkt gezogen und mit der Unterlage verklebt wird. Die Folie legt sich wie eine zweite Haut an die Kontur an und fixiert das Produkt ohne zusätzliche Hilfsmittel. Anwendung finden Skin-Verpackungen bei Frischeprodukten und im Sichtverkauf technischer Artikel.

Abgrenzung: Beim Blister behält die vorgeformte Schale ihre eigene Geometrie, bei der Skin-Verpackung übernimmt die Folie die Form des Produkts.

Auch: Skinverpackung, Vakuum-Skin

Sleeve-Etikett Anwendung & Bauteil

Ein Sleeve-Etikett ist ein rundum bedruckter Folienschlauch, der über einen Behälter gezogen und durch Wärme auf dessen Kontur aufgeschrumpft wird. Weil die Folie sich der Form anlegt, lassen sich auch stark taillierte Behälter vollflächig gestalten, ohne Klebstoff und mit Dekor über die gesamte Mantelfläche.

Abgrenzung: Ein Haftetikett wird flach aufgeklebt und bleibt auf eine Fläche begrenzt; ein Sleeve umschließt den Behälter vollständig.

Auch: Schrumpfsleeve, Sleeve

Slitting Verfahren

Slitting ist die englische Bezeichnung für das Längsschneiden von Bahnenmaterial, im Deutschen Rollenschnitt. Eine breite Mutterrolle wird in schmalere Bahnen geteilt und einzeln neu aufgewickelt. Der Begriff begegnet vor allem in Anlagenbezeichnungen und internationalen Spezifikationen, etwa als Slitter oder als Slitter-Rewinder für die kombinierte Schneid- und Wickelmaschine.

Abgrenzung: Slitting meint das Längsschneiden, Rewinding das reine Umwickeln ohne Änderung der Bahnenbreite.

Was international als Slitting bezeichnet wird, führt Pütz als Rollenschnitt in Konfektionierung und Lohnschneiden aus.

Auch: Slitten, Slitter-Rewinding

Smart Label Anwendung & Bauteil

Smart Label bezeichnet ein Haftetikett, in das ein RFID-Inlay eingearbeitet ist, sodass es zusätzlich zur gedruckten Information berührungslos gelesen werden kann. Es wird in Logistik, Handel und Produktionssteuerung eingesetzt. Der Aufbau verbindet Etikettenmaterial, Inlay und Trägerliner und muss die Spendegeschwindigkeit des Etikettierers ohne Beschädigung der Antenne überstehen.

Abgrenzung: Gegenüber einem gewöhnlichen Etikett trägt das Smart Label eine elektronische Funktionsebene, die zusätzliche Anforderungen an Maßhaltigkeit und Handling stellt.

Auch: intelligentes Etikett, RFID-Etikett

Spinnvlies Substrat & Material

Spinnvlies ist ein Vliesstoff, dessen Endlosfasern direkt aus der Polymerschmelze gesponnen, auf einem Band abgelegt und anschließend thermisch verfestigt werden. Weil Faserherstellung und Vliesbildung in einem Schritt zusammenfallen, entsteht eine gleichmäßige, reißfeste Bahn. Spinnvliese aus Polypropylen oder Polyethylen dienen für Schutzhüllen, Baufolien, Hygieneartikel und technische Verbunde.

Abgrenzung: Meltblown-Vliese bestehen aus deutlich feineren Fasern und filtern besser, Spinnvliese sind dafür fester und formstabiler.

Auch: Spunbond, Spinnvliesstoff

Stabilisator Substrat & Material

Stabilisatoren sind Additive, die einen Kunststoff vor Abbau durch Wärme, Licht, Sauerstoff oder Hydrolyse schützen. Wärmestabilisatoren sichern die Verarbeitung in der Schmelze, Lichtschutzmittel verlangsamen Vergilbung und Versprödung im Freien, Hydrolysestabilisatoren verzögern die Kettenspaltung von Polyester bei feuchtwarmer Belastung. Ohne Stabilisierung verkürzt sich die Gebrauchsdauer erheblich.

Abgrenzung: Stabilisatoren verlangsamen den Abbau des Polymers, Flammschutzmittel wirken erst im Brandfall.

Auch: Stabilisierungsadditiv, Alterungsschutzmittel

Standbodenbeutel Anwendung & Bauteil

Standbodenbeutel ist ein Beutel mit eingefalteter Bodenpartie, der sich beim Befüllen aufstellt und dadurch im Regal wie eine Verpackung mit fester Form wirkt. Er ersetzt starre Behälter bei geringerem Materialeinsatz. Steifigkeit des Verbunds, Siegelnahtqualität an der Bodenfalte und Bedruckbarkeit der Schauseite bestimmen Auswahl und Aufbau.

Abgrenzung: Im Unterschied zum Flachbeutel trägt der Standbodenbeutel eine gefaltete Bodeneinlage, die ihn im gefüllten Zustand aufrichtet.

Auch: Doypack, Stand-up-Pouch

Stanzen Verfahren

Stanzen bezeichnet das Trennen einer Folie entlang einer geschlossenen Kontur mit einem Werkzeug, das das Teil in einem Hub aus der Bahn oder dem Bogen löst. Anders als beim geraden Zuschnitt sind beliebige Umrisse, Ausschnitte und Löcher möglich. Die Werkzeugkosten fallen einmalig an, das Teil ist danach reproduzierbar.

Abgrenzung: Der Zuschnitt erzeugt rechteckige Bogen ohne Werkzeug, das Stanzen konturierte Teile mit Werkzeugkosten.

Neben rechteckigen Zuschnitten fertigt Pütz gestanzte Konturen; welches Werkzeug nötig ist, wird vor der ersten Lieferung geklärt.

Auch: Ausstanzen, Konturenschnitt

Stanzteil Anwendung & Bauteil

Ein Stanzteil ist ein aus Folie oder Bahnenware ausgestanztes Formteil mit definierter Kontur, das direkt in eine Baugruppe eingelegt wird. Gegenüber dem rechteckigen Zuschnitt erlaubt das Stanzen Aussparungen, Radien und Durchbrüche, sodass das Teil ohne weiteren Zuschnitt an seinen Einbauort passt.

Abgrenzung: Ein Zuschnitt entsteht durch gerade Schnitte zu einem Rechteck, ein Stanzteil durch ein Werkzeug mit frei geformter Kontur.

Auch: Stanzling, Konturzuschnitt

Sterilbarrieresystem Anwendung & Bauteil

Sterilbarrieresystem bezeichnet die Verpackungseinheit, die ein sterilisiertes Medizinprodukt keimdicht umschließt und die aseptische Entnahme erlaubt. Typisch ist die Kombination aus einer geformten oder flachen Unterlage und einer aufgesiegelten, durchlässigen Deckschicht, durch die das Sterilisiermedium eintreten kann. Das System muss die Sterilität bis zum Öffnen im Anwendungsbereich erhalten.

Abgrenzung: Das Sterilbarrieresystem ist die innerste, funktionsbestimmende Lage; Schutz- und Umverpackungen zählen zur Verpackung ringsherum, nicht zur Barriere.

Auch: SBS, Sterile Barrier System, Sterilbarriere, Keimbarriere Prüfnorm: EN ISO 11607

Sterilisationsfolie Anwendung & Bauteil

Sterilisationsfolie bezeichnet die Folienbahn eines Sterilbarrieresystems, die zusammen mit Papier oder einer zweiten Folie zum Beutel oder zur Tiefziehverpackung verarbeitet wird. Sie muss das gewählte Sterilisationsverfahren unbeschadet überstehen, danach keimdicht bleiben und sich beim Anwender faserfrei und ohne Kontamination des Inhalts öffnen lassen.

Abgrenzung: Die Sterilisationsfolie ist der Werkstoff, das Sterilbarrieresystem die validierte Verpackung aus Folie, Siegelnaht und Handhabung.

Für medizintechnische Anwendungen konfektioniert Pütz unter kontrollierten Bedingungen bis hin zur Reinraumkonfektionierung.

Auch: Sterilisierfolie, Sterilgutfolie Prüfnorm: ISO 11607, EN 868

Sterilverpackung Anwendung & Bauteil

Sterilverpackung bezeichnet die Verpackung eines Medizinprodukts, das in der Endverpackung sterilisiert wird und bis zur Anwendung keimfrei bleiben muss. Sie besteht meist aus einer keimdichten Folienseite und einer durchlässigen Gegenseite, durch die das Sterilisiermedium eindringt und wieder entweicht. Material, Siegelnaht und Handhabung entscheiden gemeinsam über den Erhalt der Sterilität.

Abgrenzung: Sterilverpackung meint die praktische Verpackungslösung, Sterilbarrieresystem den normativ definierten Teil, der die Keimdichtheit tatsächlich herstellt.

Auch: Sterilgutverpackung, Sterilbarriereverpackung Prüfnorm: EN ISO 11607

Stickpack Anwendung & Bauteil

Stickpack ist ein schmaler, stabförmiger Portionsbeutel, der aus einer Folienbahn geformt, längs zu einem Schlauch gesiegelt und an beiden Enden quer verschlossen wird. Die Bauform eignet sich für Pulver und Granulate, die direkt in den Mund oder in ein Getränk entleert werden. Aufreißverhalten und Restentleerung sind die kritischen Größen.

Abgrenzung: Gegenüber dem Sachet hat der Stickpack nur eine Längsnaht und ein deutlich schmaleres Format, das zur Einhandbedienung passt.

Auch: Stick, Stickbeutel

Streckspannung Eigenschaft & Kennwert

Die Streckspannung ist die Zugspannung am Streckpunkt, an dem eine Folie vom elastischen in den plastischen Bereich übergeht und sich bleibend verformt. Oberhalb dieser Spannung bildet sich häufig eine Einschnürung aus, in der sich die Molekülketten nachträglich orientieren. Der Kennwert begrenzt die zulässige Bahnspannung bei Wickel- und Verarbeitungsprozessen.

Abgrenzung: Anders als die Zugfestigkeit markiert die Streckspannung nicht das Versagen, sondern den Beginn der bleibenden Verformung.

Beim Umrollen begrenzt die Streckspannung die Bahnspannung, mit der eine Folie ohne bleibende Längung gefahren werden kann.

Auch: Streckgrenze, Fließspannung Prüfnorm: ISO 527-3

Stretchfolie Anwendung & Bauteil

Stretchfolie ist eine dehnbare Folie, die unter Zug um eine Ladeeinheit gewickelt wird und durch ihre Rückstellkraft die Ladung fixiert. Sie arbeitet ohne Wärmezufuhr, allein über die Vorspannung beim Aufbringen. Maßgeblich sind Dehnfähigkeit, Rückstellkraft, Weiterreißwiderstand an Kanten und die Haftung der Lagen aneinander.

Abgrenzung: Die Stretchfolie hält durch mechanische Dehnung, die Schrumpffolie durch Wärmezufuhr. Stretchen benötigt keine Energie, Schrumpfen eine Heizstrecke.

Auch: Dehnfolie, Wickelfolie

Synthetisches Papier Substrat & Material

Synthetisches Papier ist eine Folie aus Kunststoff, meist Polypropylen oder Polyethylen, deren Oberfläche und Aufbau papierähnlich eingestellt sind. Es lässt sich mit üblichen Druckverfahren bedrucken, ist dabei jedoch reißfest, wasserfest, chemikalienbeständig und maßhaltig. Verwendet wird synthetisches Papier für Etiketten, Karten, Ausweise, Landkarten, Menükarten und Dokumente mit hoher Beanspruchung.

Abgrenzung: Zellstoffpapier saugt Feuchtigkeit auf und verliert dabei Festigkeit, synthetisches Papier bleibt maßhaltig und nass belastbar.

Pütz konfektioniert synthetische Papiere zu Rollen und Formatware für Druck und Weiterverarbeitung.

Auch: Kunststoffpapier, Synthetikpapier

T

Temperaturbeständigkeit Eigenschaft & Kennwert

Die Temperaturbeständigkeit beschreibt, bis zu welcher Wärmebelastung eine Folie ihre Eigenschaften behält, ohne zu schrumpfen, zu verspröden oder sich zu zersetzen. Sie ist keine einzelne Materialkonstante, sondern hängt von Einwirkdauer, mechanischer Belastung und Umgebungsmedium ab. Kurzzeitige Wärmespitzen werden deshalb anders bewertet als dauernde Wärmeeinwirkung.

Abgrenzung: Von der Dauergebrauchstemperatur unterscheidet sie sich dadurch, dass diese eine über lange Zeiträume zulässige Grenze benennt, während jene auch kurzzeitige Belastungen einschließt.

Auch: Wärmebeständigkeit, thermische Beständigkeit

Tempern Verfahren

Tempern bezeichnet eine Wärmebehandlung, bei der eine gereckte Folie unter definierten Bedingungen gehalten wird, damit innere Spannungen abgebaut und die Kristallstruktur stabilisiert wird. Die Orientierung bleibt erhalten, die Rückstellneigung sinkt. Getemperte Folien schrumpfen bei späterer Wärmebelastung deutlich weniger und behalten ihre Maße in Druck-, Kaschier- und Siegelprozessen.

Abgrenzung: Recken bringt die Orientierung ein, Tempern friert sie ein; ohne Tempern bliebe die Schrumpfneigung erhalten, wie sie Schrumpffolien gerade nutzen.

Auch: Thermofixieren, Heat-Setting

Tenolan® Marke

Tenolan® ist der Markenname der Polyesterfolien (BOPET) von Fatra a.s. aus Napajedla in Tschechien. Die Varianten sind auf gängige Verpackungsanforderungen zugeschnitten: unbehandelte und coronabehandelte Typen, acrylatbeschichtete Ausführungen für Kaschierung, Metallisierung und Bedruckung, in der Masse eingefärbte Folien sowie Backfolientypen für den Ofeneinsatz.

Abgrenzung: Tenolan® gehört zur selben Materialklasse wie Hostaphan®, Mylar®, Melinex® und Lumirror®; die Typenbezeichnungen folgen jedoch einer eigenen Buchstaben-Ziffern-Systematik des Herstellers.

Pütz konfektioniert Tenolan® als Rollenware, Formatware, Zuschnitt und Kreuzspule.

Teonex® Marke

Teonex® ist der Markenname der biaxial orientierten PEN-Folien von Toyobo. Grundpolymer ist Polyethylennaphthalat, das wie PET zu den Polyestern zählt, thermisch aber deutlich höher belastbar ist. Eingesetzt wird Teonex® dort, wo Temperatur- oder Maßhaltigkeitsanforderungen die Grenzen einer Standard-Polyesterfolie überschreiten, etwa in Elektronik, Sensorik und technischen Baugruppen.

Abgrenzung: Teonex® und Kaladex® bezeichnen beide PEN-Folie von verschiedenen Herstellern; gegenüber den BOPET-Marken unterscheidet sich nicht der Herstellprozess, sondern das Grundpolymer.

Pütz konfektioniert Teonex® als Rollenware, Formatware, Zuschnitt und Kreuzspule.

Thermokaschierung Verfahren

Thermokaschierung bezeichnet das Verbinden von Bahnen über Wärme und Druck, ohne separaten Nassklebstoff. Eine schmelzfähige Schicht (eine Kaschierfolie mit Heißklebeschicht oder eine thermoplastische Lage des Verbunds selbst) wird angeschmolzen und im Walzenspalt angepresst. Der Verbund ist unmittelbar nach dem Abkühlen belastbar, ohne Aushärtezeit.

Abgrenzung: Die Thermokaschierung braucht keine Aushärtung, setzt aber Substrate voraus, die die eingebrachte Wärme ohne Verzug vertragen.

Auch: Heißkaschierung, Thermolaminierung

Thermoplast Substrat & Material

Thermoplast bezeichnet einen Kunststoff, der beim Erwärmen erweicht, sich formen lässt und beim Abkühlen wieder verfestigt, ohne dass sich seine chemische Struktur ändert. Dieser Vorgang ist wiederholbar, weshalb Thermoplaste grundsätzlich stofflich verwertbar sind. Nahezu alle Folienwerkstoffe gehören zu dieser Gruppe, darunter Polyester, Polyolefine, Polyamide und Polyvinylchlorid.

Abgrenzung: Duroplaste härten irreversibel aus und lassen sich nicht erneut aufschmelzen; Polyimid nimmt eine Zwischenstellung ein.

Auch: thermoplastischer Kunststoff, Plastomer

Tiefdruck Verfahren

Tiefdruck ist ein Druckverfahren, bei dem die druckenden Bildstellen als Näpfchen in einen Zylinder eingraviert sind. Der Zylinder taucht in die Farbe, überschüssige Farbe wird von einer Rakel abgestreift, und die Farbe aus den Näpfchen überträgt sich auf die Bahn. Wegen der aufwendigen Zylinderherstellung lohnt sich Tiefdruck erst bei hohen Auflagen.

Abgrenzung: Der Tiefdruck erfordert gravierte Zylinder je Farbe, der Digitaldruck kommt ohne Druckform und damit ohne Werkzeugkosten aus.

Tiefdruck auf Folie läuft bei Pütz über spezialisierte Partnerdruckereien, mit anschließendem Zuschnitt im Haus.

Auch: Rotationstiefdruck, Rakeltiefdruck

Tiefziehen Verfahren

Tiefziehen bezeichnet das Umformen einer erwärmten dünnen oder dicken Folie in eine dreidimensionale Form, wobei das Material über einen Stempel gezogen und durch Vakuum oder Druckluft an die Werkzeugkontur gelegt wird. Geeignet sind amorphe, thermoplastische Substrate mit ausreichender Dehnbarkeit; stark gereckte Folien lassen sich nicht sinnvoll tiefziehen.

Abgrenzung: Amorphe Substrate wie APET lassen sich tiefziehen, biaxial gerecktes BOPET dagegen nicht. Es schrumpft, statt sich umzuformen.

Auch: Thermoformen, Warmformen

Tiefziehfolie Anwendung & Bauteil

Tiefziehfolie ist eine Hartfolie, die erwärmt und im Werkzeug zu Schalen, Näpfen oder Kavitäten umgeformt wird. Sie muss sich gleichmäßig verstrecken lassen, damit die Wandstärke auch an Ecken und Ziehtiefen ausreichend bleibt. Umformbarkeit, Rückstellverhalten und Siegelfähigkeit der Oberseite bestimmen, ob die Verpackung auf der Linie zuverlässig entsteht.

Abgrenzung: Gereckte Folien wie BOPET sind formstabil und für das Tiefziehen ungeeignet; dafür kommen amorphe oder kalandrierte Hartfolien zum Einsatz.

Pütz konfektioniert tiefziehfähige Hart-PVC- und Polyester-Hartfolien für Blister-, Schalen- und Form-Fill-Seal-Linien.

Auch: Formfolie, Thermoformfolie

Tönungsfolie Anwendung & Bauteil

Tönungsfolie bezeichnet eine eingefärbte oder metallbedampfte Folie, die auf Glas geklebt wird und den Lichteinfall verringert. Je nach Ausführung mindert sie Blendung, Wärmeeintrag und UV-Anteil oder verändert die Durchsicht. Träger ist meist Polyester, versehen mit Klebstoffschicht, Kratzschutzlack und einer auf Bewitterung ausgelegten Farb- oder Metallschicht.

Abgrenzung: Die Tönungsfolie verändert die Lichtdurchlässigkeit einer Scheibe; eine Sicherheitsfolie zielt dagegen auf den Splitterzusammenhalt im Bruchfall.

Auch: Sonnenschutzfolie, Scheibentönungsfolie

TPU Substrat & Material

Thermoplastisches Polyurethan

TPU ist ein thermoplastisches Elastomer aus abwechselnd harten und weichen Segmenten im Molekülaufbau. Folien daraus sind elastisch, abriebfest, weiterreißfest, öl- und witterungsbeständig und je nach Typ wasserdampfdurchlässig. Eingesetzt wird TPU für Kaschierungen in Textilien, Schutzfolien an Fahrzeugen, medizintechnische Artikel, Dichtungen und Verbunde mit hoher mechanischer Beanspruchung.

Abgrenzung: Weich-PVC erreicht seine Flexibilität über zugesetzte Weichmacher, TPU dagegen über den Aufbau der Molekülkette selbst.

Auch: TPE-U, thermoplastisches Polyurethan-Elastomer

Trägerfolie Anwendung & Bauteil

Trägerfolie bezeichnet eine Folie, die eine Funktionsschicht aufnimmt und dauerhaft oder vorübergehend trägt: eine Beschichtung, eine Leiterbahn, eine Klebemasse oder eine Dekorschicht. Sie bestimmt Maßhaltigkeit, Planlage und Oberflächenqualität des Ergebnisses mit. In vielen Aufbauten bleibt sie Bestandteil des fertigen Produkts und übernimmt dort zusätzlich mechanische Aufgaben.

Abgrenzung: Die Trägerfolie soll die aufgebrachte Schicht halten; eine Trennfolie ist umgekehrt darauf ausgelegt, sich rückstandsfrei von ihr zu lösen.

Trägerfolien für Beschichtung, Druck und Sensorik gehören zu den am häufigsten bei Pütz konfektionierten Anwendungen.

Auch: Substratfolie, Trägermaterial

Transferfolie Anwendung & Bauteil

Transferfolie ist eine Trägerbahn, von der eine Dekor-, Farb- oder Funktionsschicht unter Wärme und Druck auf ein anderes Material übergeht. Nach dem Übertrag wird die Folie abgezogen und verworfen. Weil sich die Oberfläche der Trägerbahn im Ergebnis abbildet, bestimmt ihre Glätte oder Struktur unmittelbar den Glanzgrad der übertragenen Schicht.

Abgrenzung: Bei der Kaschierfolie bleibt die Folie Teil des Produkts; bei der Transferfolie bleibt nur die übertragene Schicht zurück.

Pütz konfektioniert Polyester-Trägerfolien für Transferdruck- und Übertragungsverfahren in Möbel-, Textil- und Druckanwendungen.

Auch: Übertragungsfolie, Transferträger

Transparenz Eigenschaft & Kennwert

Transparenz bezeichnet die Fähigkeit einer Folie, Licht weitgehend ungestreut hindurchtreten zu lassen, sodass dahinterliegende Objekte scharf erkennbar bleiben. Sie setzt geringe Trübung und wenige Streuzentren wie Kristallite, Pigmente oder Füllstoffe voraus. Beurteilt wird sie über Lichtdurchlässigkeit, Trübung und Bildschärfe, die unabhängig voneinander schwanken können.

Abgrenzung: Eine Folie kann viel Licht durchlassen und trotzdem wenig transparent wirken, wenn das Licht beim Durchtritt gestreut wird.

Auch: Durchsichtigkeit, Klarheit Prüfnorm: ASTM D1003

Transportschutzfolie Anwendung & Bauteil

Transportschutzfolie bezeichnet Folienmaterial, das Produkte und Ladeeinheiten auf dem Weg zwischen Werk, Lager und Montageort vor Beschädigung, Nässe und Verschmutzung bewahrt. Sie kann haftend aufgebracht, umwickelt oder als Haube übergezogen werden. Reißfestigkeit an Kanten und Beständigkeit gegen Witterung während der Standzeit bestimmen die Materialauswahl.

Abgrenzung: Anders als die Oberflächenschutzfolie muss die Transportschutzfolie nicht zwingend haften; sie kann auch umwickelt oder übergezogen werden.

Auch: Transportschutz, Versandschutzfolie

Trennfolie Anwendung & Bauteil

Trennfolie ist eine Prozessfolie, die verhindert, dass zwei Materialien während eines Aushärte-, Press- oder Vulkanisationsvorgangs miteinander verkleben. Sie legt sich an die Kontur an, hält die Prozesstemperatur aus und wird danach abgezogen. Kritisch ist die Rückstandsfreiheit: Ein Übertrag von Trennmittel stört jede spätere Lackierung oder Verklebung.

Abgrenzung: Die Trennfolie soll sich lösen, die Trägerfolie soll halten. Beide können aus demselben Substrat bestehen, unterscheiden sich aber in der Ausrüstung.

Pütz konfektioniert Trennfolien für Composite-, Elastomer- und Pressprozesse auf die Arbeitsbreite der Anlage.

Auch: Releasefolie, Trennlage

Trübung Eigenschaft & Kennwert

Die Trübung, international als Haze bezeichnet, beschreibt den Anteil des durchgelassenen Lichts, der beim Durchtritt breit gestreut wird und dadurch den Kontrast mindert. Sichtbar wird sie als milchiger Schleier. Ursachen sind Kristallite, Additive und Füllstoffe sowie raue oder mattierte Oberflächen. Gemessen wird sie zusammen mit der Lichtdurchlässigkeit.

Abgrenzung: Trübung streut das durchtretende Licht, Opazität verhindert den Lichtdurchtritt weitgehend: Eine trübe Folie bleibt lichtdurchlässig, eine opake nicht.

Auch: Haze, Schleier Prüfnorm: ASTM D1003, ISO 14782

Typenschild Anwendung & Bauteil

Typenschild ist die dauerhafte Kennzeichnung an einem Gerät, einer Maschine oder einem Bauteil, die Hersteller, Typbezeichnung, technische Daten und Seriennummer ausweist. Als Folienausführung muss es Öl, Reinigungsmittel, UV-Strahlung und Temperaturwechsel über die gesamte Produktlebensdauer überstehen und dabei lesbar sowie maschinell erfassbar bleiben.

Abgrenzung: Anders als ein Prozess- oder Versandetikett ist das Typenschild auf Dauer angelegt und begleitet das Produkt bis zur Außerbetriebnahme.

Pütz konfektioniert beständige Substrate für Typenschilder und technische Kennzeichnungen, bis hin zu Polyimid für motornahe Einbauorte.

Auch: Geräteschild, Leistungsschild

Tyvek® Marke

Tyvek® ist der Markenname von DuPont für ein Spinnvlies aus Polyethylen. Das Material besteht aus feinen, miteinander verbundenen HDPE-Fasern und wird nach Vlies- und Papiernormen geprüft. Charakteristisch ist die Kombination aus Luftdurchlässigkeit und gemessener Keimbarriere, wie sie Folien nicht bieten können. Die Typen sind in Reihen für Medizin, Lebensmittelkontakt und Druck gegliedert.

Abgrenzung: Anders als synthetische Papiere wie Yupo® oder Polyart® ist Tyvek® kein Bedruckstoff mit geschlossener Oberfläche, sondern ein luftdurchlässiger Vliesstoff.

Pütz konfektioniert Tyvek® als Rollenware sowie als Formatware und Zuschnitt; Vliesstoff reagiert beim Schneiden empfindlicher als Folie.

U

UL Norm & Zulassung

Underwriters Laboratories

UL ist eine amerikanische Prüf- und Zertifizierungsorganisation für Produktsicherheit. Sie veröffentlicht eigene Sicherheitsstandards, prüft Werkstoffe und Bauteile danach und führt sie bei bestandener Prüfung in öffentlich einsehbaren Verzeichnissen. Eine UL-Listung ist an eine konkrete Type, deren Zusammensetzung und die geprüften Dicken gebunden und wird durch Werksinspektionen aufrechterhalten.

Abgrenzung: Eine UL-Listung ist eine Herstellerzertifizierung für ein bestimmtes Erzeugnis, keine allgemeingültige Werkstoffnorm.

Auch: UL Solutions

UL 746 Norm & Zulassung

Polymeric Materials – Standardreihe für den Einsatz in elektrischen Betriebsmitteln

UL 746 ist eine Standardreihe für die Bewertung polymerer Werkstoffe in elektrischen Betriebsmitteln. Die Teile behandeln Kurzzeiteigenschaften, Langzeitverhalten über den relativen Temperaturindex, den Einsatz im Gerät sowie Fertigteile und Schichtpressstoffe. Bewertet werden unter anderem Kriechstromfestigkeit, Lichtbogenbeständigkeit und die Alterung mechanischer und elektrischer Eigenschaften.

Abgrenzung: UL 94 prüft ausschließlich das Brennverhalten, UL 746 dagegen das gesamte elektrisch und thermisch relevante Eigenschaftsprofil.

Prüfnorm: UL 746

UL 94 Norm & Zulassung

Standard for Safety of Flammability of Plastic Materials for Parts in Devices and Appliances

UL 94 ist der Prüfstandard für das Brennverhalten von Kunststoffen in Geräten und Bauteilen. Proben werden waagerecht oder senkrecht beflammt; bewertet werden Nachbrennzeit, Abtropfen und das Entzünden einer darunterliegenden Watte. Für dünne Materialien wie Folien existiert eine eigene Prüfreihe, deren Ergebnis stets an die geprüfte Materialdicke gebunden bleibt.

Abgrenzung: Eine UL-Klassifizierung gilt nur für die geprüfte Type in der geprüften Dicke und lässt sich nicht auf andere Ausführungen desselben Werkstoffs übertragen.

Prüfnorm: UL 94

Umwickeln Verfahren

Umwickeln bezeichnet das Abwickeln einer bestehenden Rolle und erneutes Aufwickeln, ohne die Bahnenbreite zu verändern. Anlässe sind ein anderer Kerndurchmesser, ein anderes Rollengewicht, eine korrigierte Wickelspannung, die Entnahme fehlerhafter Bahnabschnitte oder eine Warenschau. Umwickeln erzeugt kein neues Format, sondern behebt Eigenschaften des Wickels, die der Weiterverarbeitung entgegenstehen.

Abgrenzung: Anders als der Rollenschnitt verändert das Umwickeln die Bahnenbreite nicht, sondern nur Kern, Wickelaufbau oder Lauflänge.

Pütz klärt Kern, Rollendurchmesser und Wickelparameter vorab, damit gelieferte Ware nicht erst umgewickelt werden muss.

Auch: Umspulen, Rewinding

Upilex® Marke

Upilex® ist der Markenname der Polyimidfolien von UBE. Das Grundpolymer unterscheidet sich von dem der klassischen Polyimidfolie: Es beruht auf einem Biphenyl-Baustein, woraus ein deutlich steiferes und zugfesteres Verhalten folgt. Eingesetzt wird die Folie in elektrisch und thermisch beanspruchten Baugruppen der Elektronik und Fahrzeugtechnik.

Abgrenzung: Upilex® ist mechanisch deutlich steifer und fester als Kapton®; für Kapton® sind dagegen die thermischen Grenzwerte ausführlicher dokumentiert.

Pütz konfektioniert Upilex® als Rollenware, Formatware, Zuschnitt und Kreuzspule; die hohe Steifigkeit verlangt angepasste Schnitt- und Wickelparameter.

UV-Beständigkeit Eigenschaft & Kennwert

UV-Beständigkeit bezeichnet den Widerstand einer Folie gegen Schädigung durch ultraviolette Strahlung. Deren Energie spaltet Molekülketten, was zu Vergilbung, Kreidung, Versprödung und Festigkeitsverlust führt. Der Abbau beginnt an der Oberfläche und schreitet mit der Bestrahlungsdauer in die Tiefe fort. Absorber, Radikalfänger und Pigmente verzögern ihn. Geprüft wird beschleunigt in Bewitterungsgeräten mit Xenonbogen- oder Fluoreszenzlampen.

Abgrenzung: UV-Beständigkeit betrachtet allein die Strahlungswirkung, Witterungsbeständigkeit zusätzlich Feuchte, Temperaturwechsel und Luftschadstoffe.

Auch: UV-Stabilität, Lichtbeständigkeit Prüfnorm: ISO 4892

V

Vakuumsackfolie Anwendung & Bauteil

Vakuumsackfolie ist die äußere Hülle im Vakuumaufbau der Faserverbundfertigung. Sie schließt Bauteil, Trennlage und Saugvlies luftdicht ein, sodass der Aufbau evakuiert und unter Atmosphärendruck ausgehärtet werden kann. Die Folie muss die Aushärtetemperatur überstehen, sich faltenfrei in Ecken legen und über die gesamte Zykluszeit dicht bleiben.

Abgrenzung: Die Vakuumsackfolie hält das Vakuum und berührt das Bauteil nicht; die Trennfolie liegt direkt darunter und verhindert das Anhaften des Harzes.

Für Composite-Aufbauten konfektioniert Pütz Trenn- und Vakuumaufbaufolien, unter anderem aus Polyamid-Gießfolie.

Auch: Vakuumaufbaufolie, Vacuum-Bagging-Folie

Valéron® Marke

Valéron® ist ein Markenname für ein Kreuzlaminat auf HDPE-Basis. Zwei orientierte Polyethylenlagen werden im rechten Winkel zueinander verbunden, sodass sich die Vorzugsrichtungen aufheben und ein einmal begonnener Riss in der zweiten Lage gestoppt wird. Daraus folgen die hohe Reiß- und Durchstichfestigkeit sowie die Eignung als belastbarer Bedruckstoff.

Abgrenzung: Valéron® wird zwar den synthetischen Papieren zugeordnet, ist aber ein Laminat aus zwei orientierten HDPE-Lagen und nicht wie Yupo® ein gefülltes Polypropylen.

Pütz konfektioniert Valéron® als Rollenware sowie als Formatware und Zuschnitt; die hohe Reißfestigkeit verlangt scharfe Werkzeuge.

VDE Norm & Zulassung

Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik

Der VDE ist ein deutscher Technikverband, der zugleich das VDE-Vorschriftenwerk für die Elektrotechnik betreut und über sein Prüfinstitut Produkte zertifiziert. Elektrotechnische Normen tragen in Deutschland neben der DIN- oder EN-Nummer eine VDE-Klassifikationsnummer, die den fachlichen Ort im Vorschriftenwerk angibt. Das VDE-Prüfzeichen bestätigt eine bestandene Produktprüfung.

Abgrenzung: Die VDE-Klassifikation ordnet eine Norm nur ein; der normative Inhalt stammt aus der zugehörigen DIN-, EN- oder IEC-Fassung.

Verbundfolie Substrat & Material

Verbundfolie ist ein Flächengebilde aus mindestens zwei dauerhaft verbundenen Schichten unterschiedlicher Materialien. Durch Kaschieren, Coextrudieren oder Beschichten werden Eigenschaften kombiniert, die eine einzelne Folie nicht vereint, etwa Barriere, Siegelfähigkeit, Bedruckbarkeit und mechanische Festigkeit. Der Schichtaufbau bestimmt Funktion, Preis und die Möglichkeiten der späteren Verwertung.

Abgrenzung: Monomaterialaufbauten bestehen aus einer Polymergruppe und sind leichter zu recyceln, Verbundfolien aus verschiedenen Kunststoffen dagegen schwerer.

Pütz kaschiert und konfektioniert Folienverbunde nach Kundenvorgabe.

Auch: Laminat, Mehrschichtfolie, Folienverbund

Verbundhaftung Eigenschaft & Kennwert

Die Verbundhaftung beschreibt die Haftkraft zwischen den Lagen eines Folienverbunds, also zwischen kaschierten Folien, Beschichtungen, Druckfarben und Metallisierungen. Sie entsteht durch Klebstoff, Extrusionsschicht oder direkte Oberflächenbindung und setzt eine ausreichende Oberflächenspannung der Fügepartner voraus. Unzureichende Haftung führt zu Ablösungen, Farbabplatzern und vorzeitigem Versagen.

Abgrenzung: Verbundhaftung benennt die Eigenschaft, Schälwiderstand und Delaminierungsfestigkeit die zugehörigen Messwerte aus dem Schälversuch.

Auch: Schichthaftung, Kaschierhaftung

Vergilbung Eigenschaft & Kennwert

Vergilbung bezeichnet die im Gebrauch fortschreitende Gelbverfärbung einer Folie durch ultraviolette Strahlung, Wärme, Sauerstoff oder Verarbeitungsspannungen. Beschrieben wird sie über den Gelbwert und dessen Zunahme nach Bewitterung oder Wärmelagerung. Stabilisatoren und Absorber verzögern den Vorgang, halten ihn bei dauernder Außenbewitterung jedoch nicht vollständig auf.

Auch: Gelbwert, Yellowness Index Prüfnorm: ASTM E313

Verordnung (EG) Nr. 1935/2004 Norm & Zulassung

Rahmenverordnung über Materialien und Gegenstände mit Lebensmittelkontakt

Die Verordnung (EG) Nr. 1935/2004 ist die europäische Rahmenverordnung für Materialien und Gegenstände, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen. Sie verlangt, dass keine Bestandteile in Mengen übergehen, die die Gesundheit gefährden, die Zusammensetzung des Lebensmittels unvertretbar verändern oder Geruch und Geschmack beeinträchtigen. Ergänzend fordert sie Rückverfolgbarkeit und gute Herstellungspraxis.

Abgrenzung: Die Rahmenverordnung gilt materialübergreifend; die stoffliche Detailregelung für Kunststoffe steht in der Verordnung (EU) Nr. 10/2011.

Auch: Framework Regulation, Rahmenverordnung Lebensmittelkontakt

Verordnung (EU) Nr. 10/2011 Norm & Zulassung

Verordnung über Materialien und Gegenstände aus Kunststoff mit Lebensmittelkontakt

Die Verordnung (EU) Nr. 10/2011 regelt Kunststoffe im Lebensmittelkontakt. Sie enthält eine Unionsliste zugelassener Monomere, Additive und Hilfsstoffe, legt spezifische und globale Migrationsgrenzwerte fest und beschreibt die Prüfbedingungen mit Lebensmittelsimulanzien. Verlangt wird zudem eine Konformitätserklärung, die Anwendungsbedingungen und Beschränkungen entlang der Lieferkette dokumentiert.

Abgrenzung: Für Klebstoffe, Druckfarben und Beschichtungen gibt es keine vergleichbare Unionsliste; hier gilt die Rahmenverordnung (EG) Nr. 1935/2004 mit nationalen Regelungen.

Auch: Kunststoffverordnung, Plastics Regulation

Verpackungsverordnung PPWR Nachhaltigkeit

Packaging and Packaging Waste Regulation

Die Verpackungsverordnung PPWR ist die europäische Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle. Sie löst die bisherige Richtlinie ab und gilt als Verordnung unmittelbar in allen Mitgliedsstaaten. Vorgesehen sind Anforderungen an die Recyclingfähigkeit aller Verpackungen, Mindestanteile an Rezyklat, Vorgaben gegen unnötigen Leerraum, Beschränkungen einzelner Formate sowie einheitliche Kennzeichnung und erweiterte Herstellerverantwortung.

Abgrenzung: Als Verordnung gilt die PPWR unmittelbar, während die frühere Verpackungsrichtlinie erst durch nationale Gesetze wirksam wurde.

Auch: PPWR, EU-Verpackungsverordnung

Verschnitt Verfahren

Verschnitt bezeichnet den Materialanteil, der bei der Konfektionierung nicht als verkaufsfähiger Nutzen anfällt: Randbeschnitt, Restbreiten aus der Bahnenaufteilung, Anlaufbahnen beim Rüsten und fehlerhafte Abschnitte. Wie eine Mutterrolle in Nutzen aufgeteilt wird, entscheidet über die Ausbeute und ist bei teuren Substraten ein spürbarer Kostenfaktor.

Abgrenzung: Verschnitt entsteht in der Verarbeitung, Post-Consumer-Material dagegen erst nach dem Gebrauch beim Endanwender.

Umgang mit Verschnitt und Bahnenaufteilung legt Pütz bei Lohnaufträgen vor dem Schnitt mit dem Auftraggeber fest.

Auch: Randstreifen, Schnittabfall

Verschnittminimierung Nachhaltigkeit

Verschnittminimierung ist die Planung von Zuschnitten und Rollenbreiten so, dass möglichst wenig unbrauchbarer Rest entsteht. Grundlage sind die Breite der Mutterrolle, die benötigten Nutzenbreiten, Randbeschnitt und Schnittspaltmaße. Sie wirkt doppelt: Der eingesparte Rest muss weder bezahlt noch entsorgt werden, und der Materialeinsatz je gefertigtem Teil sinkt.

Abgrenzung: Verschnitt lässt sich rechnerisch verringern, aber nicht beseitigen: Randbeschnitt und Anfahrware bleiben verfahrensbedingt bestehen.

Bei der Auftragsklärung prüft Pütz, welche Nutzenaufteilung aus der verfügbaren Bahnbreite den geringsten Rest erzeugt.

Auch: Verschnittoptimierung, Abfallminimierung im Zuschnitt

Vicat-Erweichungstemperatur Eigenschaft & Kennwert

Die Vicat-Erweichungstemperatur ist die Temperatur, bei der eine genormte Nadel unter festgelegter Prüfkraft eine vorgegebene Tiefe in den gleichmäßig erwärmten Probekörper eindringt. Der Kennwert dient als praxisnahes Maß für die Formbeständigkeit in der Wärme und erlaubt einen einfachen Vergleich thermoplastischer Werkstoffe untereinander.

Abgrenzung: Die Vicat-Temperatur ist ein Prüfwert aus einer festgelegten Eindringprüfung und keine Materialkonstante wie die Schmelztemperatur.

Auch: Vicat-Temperatur, VST Prüfnorm: ISO 306

Vliesstoff Substrat & Material

Vliesstoff ist ein flächiges Textil aus Fasern, die ohne Weben oder Stricken zu einer Bahn verfestigt werden, mechanisch, thermisch oder chemisch. Die Bahn bleibt luft- und wasserdampfdurchlässig und lässt sich gut kaschieren, bedrucken und konfektionieren. Vliesstoffe dienen als Filtermedien, Trennlagen, Kaschierträger, Schutzbekleidung und als Komponente in Folienverbunden.

Abgrenzung: Gewebe entstehen durch Verkreuzen von Garnen, Vliesstoffe dagegen durch direktes Verfestigen loser Fasern.

Pütz konfektioniert Vliesstoffe und vliesbasierte Verbunde zu Rollen und Formatware.

Auch: Nonwoven, Faservlies

Vorbehandlung Verfahren

Vorbehandlung bezeichnet die Aufbereitung einer Folienoberfläche, bevor Farbe, Klebstoff oder Beschichtung aufgebracht werden. Unbehandelte Kunststoffoberflächen sind unpolar und energiearm, sodass Flüssigkeiten abperlen statt zu benetzen. Übliche Verfahren sind Corona- und Plasmabehandlung sowie chemische Haftvermittler. Die Wirkung lässt mit der Lagerzeit nach.

Abgrenzung: Die Vorbehandlung bereitet die Haftung vor, die Beschichtung bringt anschließend die eigentliche Funktionsschicht auf.

Ob eine Type ohne Vorbehandlung bedruckbar ist, prüft Pütz vor der Auftragsfreigabe.

Auch: Oberflächenvorbehandlung, Aktivierung

W

Wärmeausdehnung Eigenschaft & Kennwert

Die Wärmeausdehnung beschreibt die reversible Längenänderung einer Folie bei Temperaturänderung, angegeben als linearer Wärmedehnungskoeffizient. Bei orientierten Folien fällt sie richtungsabhängig aus. In geklebten oder bedruckten Verbunden führen Unterschiede zwischen Folie, Klebstoff und Trägermaterial zu Verzug, Wellenbildung und inneren Spannungen im Bauteil.

Abgrenzung: Die Wärmeausdehnung stellt sich beim Abkühlen zurück, der Schrumpf nicht: Er beruht auf dem bleibenden Abbau der Orientierung.

Auch: Wärmedehnungskoeffizient, linearer Ausdehnungskoeffizient, CTE, Wärmedehnung Prüfnorm: ISO 11359-2, ASTM E831

Wärmeleitfähigkeit Eigenschaft & Kennwert

Die Wärmeleitfähigkeit gibt an, wie gut ein Werkstoff Wärme durch sich hindurchleitet. Kunststofffolien leiten Wärme schlecht und wirken daher isolierend. In der Verarbeitung bestimmt dieser Kennwert, wie schnell eine Siegelnaht durchwärmt wird, in der Anwendung, wie gut Verlustwärme aus Bauteilen abgeführt oder ferngehalten wird.

Auch: thermische Leitfähigkeit Prüfnorm: ISO 22007

Wärmeschrumpf Eigenschaft & Kennwert

Wärmeschrumpf bezeichnet die durch Wärme ausgelöste Verkürzung einer verstreckten Folie, gemessen als Längenänderung nach festgelegter Lagerung im Wärmeschrank oder Wasserbad. Bei Schrumpffolien ist der Effekt gewollt und wird zum Aufschrumpfen auf Behälter genutzt; bei technischen Folien gilt er als unerwünschte Maßabweichung.

Abgrenzung: Als Schrumpf wird der Effekt allgemein bezeichnet, als Wärmeschrumpf speziell der bei einer festgelegten Prüftemperatur und Prüfdauer ermittelte Kennwert.

Auch: thermischer Schrumpf, Schrumpfwert Prüfnorm: ASTM D1204

Wärmestabilisierung Verfahren

Wärmestabilisierung bezeichnet das Nachbehandeln einer gereckten Folie unter Wärme und definierter Spannung, damit innere Spannungen abgebaut werden. Die Folie schrumpft dadurch später im Einsatz deutlich weniger. Das ist Voraussetzung für alle Anwendungen, in denen die Folie erwärmt wird und ihr Maß dennoch halten muss.

Abgrenzung: Tempern bezeichnet allgemein das Halten auf Temperatur; Wärmestabilisierung meint speziell die Spannungsfreisetzung nach dem Recken.

Auch: Thermofixierung, Heat-Setting

Waschbeständigkeit Eigenschaft & Kennwert

Waschbeständigkeit beschreibt, ob eine Folie, ein Etikett oder ein aufgebrachter Druck wiederholte Waschgänge übersteht, ohne sich abzulösen, zu verblassen oder aufzuquellen. Geprüft werden Haftung, Farbton und Oberflächenbild nach festgelegten Wasch- und Trockenzyklen unter der kombinierten Einwirkung von Waschmittel, Temperatur und mechanischer Beanspruchung.

Abgrenzung: Waschbeständigkeit prüft das Zusammenwirken von Wasser, Alkalität, Wärme und Reibung; die Wasserbeständigkeit betrachtet allein den Wasserkontakt.

Auch: Waschechtheit, Waschfestigkeit Prüfnorm: ISO 105-C06

Wasserbeständigkeit Eigenschaft & Kennwert

Wasserbeständigkeit beschreibt, wie ein Werkstoff auf längeren Wasserkontakt reagiert, also ob er Wasser aufnimmt, quillt, eintrübt, sich verformt oder chemisch abgebaut wird. Bei Folien fällt die Wasseraufnahme materialabhängig sehr unterschiedlich aus: Polyolefine bleiben nahezu unbeeinflusst, während Polyamide messbar Feuchte einlagern und dabei ihre Steifigkeit ändern.

Abgrenzung: Wasserbeständigkeit betrifft den Werkstoff selbst, die Feuchtebarriere dagegen seine Fähigkeit, Feuchte vom verpackten Gut fernzuhalten.

Auch: Wasserfestigkeit, Wasseraufnahmeverhalten Prüfnorm: ISO 62

Wasserdampfdurchlässigkeit Eigenschaft & Kennwert

Water Vapour Transmission Rate

Die Wasserdampfdurchlässigkeit gibt an, welche Wasserdampfmenge eine Folienfläche in einer festgelegten Zeit unter definiertem Feuchtegefälle durchlässt. Gemessen wird bei konstanter Temperatur und Klimadifferenz, gravimetrisch oder mit Infrarotsensor. Der Kennwert bestimmt, wie gut ein Packmittel feuchteempfindliche Güter wie Tabletten, Pulver oder Elektronikbauteile schützt.

Abgrenzung: Die Wasserdampfdurchlässigkeit beschreibt den Durchtritt von Feuchte, die Sauerstoffdurchlässigkeit den eines permanenten Gases; beide werden getrennt geprüft.

Auch: WVTR, Wasserdampftransmissionsrate Prüfnorm: ISO 15106, ASTM F1249

Weich-PVC Substrat & Material

Weichmacherhaltiges Polyvinylchlorid

Weich-PVC ist Polyvinylchlorid, dem Weichmacher zugesetzt sind, um die Ketten beweglicher zu machen. Die Folien sind biegsam, dehnbar, hochfrequenzschweißbar und gut einfärbbar. Verwendet werden sie für Sichtfenster, Planen, Schutzabdeckungen, Dichtungen und Dekorfolien. Weichmacher können mit der Zeit migrieren, was bei Kontakt mit anderen Materialien zu beachten ist.

Abgrenzung: Hart-PVC bleibt formstabil und steif, Weich-PVC schmiegt sich an und lässt sich falten.

Pütz konfektioniert Weich-PVC-Folien zu Rollen und Zuschnitten.

Auch: PVC-P, PVC weich

Weichfolie Substrat & Material

Weichfolie bezeichnet eine biegsame, dehnbare Kunststofffolie, die sich ohne Bruch falten und drapieren lässt. Bei PVC entsteht diese Eigenschaft durch Weichmacher, bei Polyolefinen und thermoplastischen Elastomeren durch den Polymeraufbau selbst. Weichfolien dienen für Planen, Abdeckungen, Sichtfenster, Beutel, Dichtungen und überall dort, wo Anschmiegsamkeit gefordert ist.

Abgrenzung: Hartfolien behalten ihre Form von selbst, Weichfolien passen sich der Unterlage an.

Auch: flexible Folie, Softfolie

Weichmacher Substrat & Material

Weichmacher sind Zusatzstoffe, die sich zwischen die Polymerketten schieben und deren Beweglichkeit erhöhen, wodurch der Kunststoff biegsam und dehnbar wird. Eingesetzt werden sie vor allem in PVC. Weil Weichmacher nicht chemisch gebunden sind, können sie mit der Zeit an die Oberfläche wandern, in Kontaktmaterialien übergehen und die Folie versprödet zurücklassen.

Abgrenzung: Thermoplastische Elastomere erreichen ihre Flexibilität ohne Weichmacher über den Molekülaufbau und können daher nicht migrieren.

Auch: Plastifizierer, Weichmacheradditiv

Weißbruch Eigenschaft & Kennwert

Weißbruch bezeichnet das weißliche Eintrüben einer transparenten Folie an Stellen starker Verformung, etwa an Falzkanten, Knicken oder Tiefziehradien. Ursache sind mikroskopische Hohlräume, die unter Zugbelastung im Material entstehen und das Licht streuen. Der Effekt ist meist irreversibel und bei Klarsichtverpackungen ein Reklamationsgrund.

Abgrenzung: Trübung beschreibt die gleichmäßige Streuung über die ganze Fläche, Weißbruch dagegen eine örtlich begrenzte Eintrübung durch mechanische Belastung.

Auch: Spannungsweißbruch

Weißgrad Eigenschaft & Kennwert

Weißgrad kennzeichnet, wie hell und wie neutral weiß eine opake Folie erscheint. Bewertet wird die Remission über das sichtbare Spektrum, wobei ein leichter Blaustich als weißer wahrgenommen wird als ein Gelbstich. Optische Aufheller und Weißpigmente heben den Weißgrad an; er dient als Vergleichsmaßstab für weiße Druck- und Etikettenfolien.

Abgrenzung: Weißgrad beschreibt den Farbeindruck der weißen Fläche, Opazität allein ihr Deckvermögen gegenüber dem Untergrund.

Auch: Weißheit, Weißgehalt

Weiterreißfestigkeit Eigenschaft & Kennwert

Die Weiterreißfestigkeit gibt an, welchen Widerstand eine Folie dem Weiterlaufen eines bereits vorhandenen Einschnitts oder Anrisses entgegensetzt. Geprüft wird an eingekerbten Proben, meist im Pendelverfahren nach Elmendorf. Der Kennwert entscheidet darüber, ob kleine Kantenverletzungen folgenlos bleiben oder unter Bahnspannung zum Bahnriss führen.

Abgrenzung: Die Zugfestigkeit beschreibt das Verhalten der unverletzten Folie, die Weiterreißfestigkeit dagegen das einer bereits eingerissenen Bahn.

Saubere Schnittkanten ohne Ausrisse sind die Voraussetzung dafür, dass eine Bahn beim Abwickeln nicht von der Kante her weiterreißt.

Auch: Weiterreißkraft, Elmendorf-Festigkeit Prüfnorm: ISO 6383, ASTM D1922

Weiterreißwiderstand Eigenschaft & Kennwert

Der Weiterreißwiderstand ist die Kraft, die zum Fortsetzen eines Risses in einer Folie aufgewendet werden muss, bezogen auf die Foliendicke. Ermittelt wird er entweder im Pendelverfahren an eingekerbten Proben oder als Hosenprobe im Zugversuch. Er dient zur Beurteilung der Kerbempfindlichkeit dünner Bahnen und stark orientierter Folien.

Abgrenzung: Weiterreißwiderstand und Weiterreißfestigkeit bezeichnen dieselbe Eigenschaft; die Normen sprechen vom Widerstand, die Praxis meist von der Festigkeit.

Auch: Weiterreißkraft, Kerbzähigkeit Prüfnorm: ISO 6383

Wickelisolation Anwendung & Bauteil

Wickelisolation bezeichnet die Folienlage, die beim Wickeln von Spulen, Transformatoren oder Kabeln zwischen die Leiterlagen eingebracht wird. Sie trennt benachbarte Windungen und Lagen elektrisch voneinander und stützt den Wickel mechanisch. Verarbeitet wird sie als Schmalband auf schnellen Wickelanlagen, weshalb neben der Durchschlagfestigkeit die Laufruhe der Bahn zählt.

Abgrenzung: Im Unterschied zur Drahtisolation, die den einzelnen Leiter umschließt, trennt die Wickelisolation ganze Lagen eines Wickels.

Für Wickelanwendungen konfektioniert Pütz Schmalbänder, auf Wunsch als Kreuzspule für lange Laufzeiten ohne Rollenwechsel.

Auch: Wickelfolie, Lagenisolation

Wickelkern Verfahren

Der Wickelkern ist die Hülse, auf die eine Folienbahn aufgewickelt wird. Sein Innendurchmesser muss zur Aufnahme der Verarbeitungsmaschine passen, seine Wandstärke dem Wickeldruck standhalten. Übliche Materialien sind Pappe, Kunststoff und Aluminium, wobei Pappkerne bei hoher Bahnspannung nachgeben können.

Abgrenzung: Kern und Hülse bezeichnen dasselbe Bauteil; die Kernbohrung meint dagegen dessen Innendurchmesser als Maßangabe.

Kerndurchmesser und Kernmaterial gehören zu den Angaben jedes Konfektionierauftrags.

Auch: Hülse, Kern

Wickeln Verfahren

Wickeln bezeichnet das Aufbringen einer laufenden Folienbahn auf einen Kern zu einer Rolle. Wickelspannung, Anpressdruck und Bahnführung müssen zum Substrat passen: Zu lose gewickelte Rollen teleskopieren, zu fest gewickelte prägen Falten ein oder verspannen die Folie. Eine maßhaltig geschnittene Rolle kann durch fehlerhaftes Wickeln unbrauchbar werden.

Abgrenzung: Das Schneiden legt die Bahnenbreite fest, das Wickeln entscheidet darüber, ob die Rolle auf der Anlage abläuft.

Wickelparameter stimmt Pütz auf das jeweilige Substrat ab, statt sie pauschal zu fahren.

Auch: Aufwickeln, Wicklung

Wickelqualität Eigenschaft & Kennwert

Die Wickelqualität beschreibt, wie gleichmäßig eine Folienrolle aufgebaut ist: planer Rollenspiegel, gleichmäßige Härte über den Durchmesser, keine Teleskopierung, keine eingeschlossene Luft und keine Falten. Sie entscheidet darüber, ob sich die Rolle im Verarbeitungsprozess störungsfrei abwickeln lässt, und zeigt sich oft erst beim Kunden an der Maschine.

Abgrenzung: Die Planlage betrifft das Verhalten der abgewickelten Bahn, die Wickelqualität dagegen den Zustand der aufgewickelten Rolle.

Wickelbild und Rollenspiegel werden bei Pütz vor der Freigabe kontrolliert.

Auch: Rollenqualität

Wickelspannung Verfahren

Wickelspannung bezeichnet den Spannungszustand, mit dem die Folienlagen in einer Rolle aufeinanderliegen. Sie entsteht aus Bahnspannung, Anpressdruck und Wickelverfahren und nimmt vom Kern nach außen typischerweise ab. Eine zu hohe Wickelspannung verspannt oder blockiert die Rolle, eine zu niedrige lässt die Lagen gegeneinander wandern und die Rolle teleskopieren.

Abgrenzung: Bahnspannung ist eine Prozessgröße an der laufenden Bahn, Wickelspannung eine Eigenschaft der fertigen Rolle.

Auch: Wickelhärte

Witterungsbeständigkeit Eigenschaft & Kennwert

Witterungsbeständigkeit beschreibt, wie dauerhaft eine Folie im Außeneinsatz dem Zusammenwirken von Sonnenstrahlung, Regen, Temperaturwechsel, Frost und Luftschadstoffen standhält. Beurteilt werden Farbveränderung, Glanzverlust, Rissbildung und der Rückgang mechanischer Kennwerte. Ermittelt wird sie in Freibewitterung oder beschleunigt in Geräten mit Strahlungs-, Feuchte- und Temperaturzyklen.

Abgrenzung: Witterungsbeständigkeit umfasst mehrere gleichzeitig wirkende Einflüsse, UV-Beständigkeit dagegen nur die Wirkung der Strahlung.

Auch: Bewitterungsbeständigkeit, Außenbeständigkeit Prüfnorm: ISO 4892

Y

Yupo® Marke

Yupo® ist ein Markenname für synthetisches Papier aus Polypropylen, anorganischen Füllstoffen und Additiven. Holzfaser oder Zellstoff enthält das Material nicht. „Papier" beschreibt Optik, Haptik und Bedruckbarkeit, nicht den Rohstoff. Daraus folgen Wasser- und Chemikalienbeständigkeit, wie sie echtes Papier nicht bietet; eingesetzt wird es vor allem als Bedruckstoff.

Abgrenzung: Yupo®, Polyart® und Valéron® gelten alle als synthetische Papiere, unterscheiden sich aber im Aufbau; Tyvek® ist dagegen ein Spinnvlies und kein Papierersatz im gleichen Sinn.

Pütz konfektioniert Yupo® als Rollenware sowie als Formatware und Zuschnitt.

Z

Zellisolation Anwendung & Bauteil

Zellisolation bezeichnet die Isolierlage, die eine einzelne Batteriezelle gegen ihre Umgebung und gegen benachbarte Zellen elektrisch trennt. Sie umschließt den Zellkörper oder liegt als Zuschnitt zwischen den Zellen im Modul. Gefordert sind Durchschlagfestigkeit bei geringer Dicke, gleichmäßige Dicke über die Fläche und Beständigkeit gegen die Temperaturen im Betrieb.

Abgrenzung: Zellisolation wirkt auf Ebene der einzelnen Zelle, Modultrennung dagegen zwischen ganzen Zellblöcken innerhalb des Batteriepacks.

Pütz konfektioniert Polyester- und Polyimidsubstrate für Zellisolationsaufgaben als Zuschnitt, Stanzteil oder Rolle.

Auch: Zelltrennfolie, Zellwickelisolation

Zugfestigkeit Eigenschaft & Kennwert

Die Zugfestigkeit bezeichnet die maximal ertragene Zugspannung, die eine Folie im Zugversuch aufnimmt, bevor sie versagt. Gemessen wird die Kraft bezogen auf den Ausgangsquerschnitt des Prüfstreifens. Bei verstreckten Folien wird längs und quer zur Maschinenrichtung getrennt geprüft, weil die Orientierung der Molekülketten die Werte richtungsabhängig macht.

Abgrenzung: Während die Zugfestigkeit die Belastungsgrenze angibt, beschreibt der Elastizitätsmodul die Steifigkeit im Bereich kleiner Dehnungen, also den Widerstand gegen Verformung.

Auch: Reißfestigkeit, Höchstzugkraft Prüfnorm: ISO 527-3

Zuschnitt Verfahren

Zuschnitt bezeichnet sowohl den Vorgang des Trennens einer Folienbahn auf ein definiertes Format als auch das entstehende Einzelteil. Rechteckige Zuschnitte entstehen durch Längs- und Querschnitt, konturierte durch Stanzen. Maßhaltigkeit, Kantenqualität und Planlage bestimmen, ob sich der Zuschnitt in der nachgelagerten Bestückung oder Montage verarbeiten lässt.

Abgrenzung: Formatware ist die Lieferform, Zuschnitt bezeichnet enger den Trennvorgang und das daraus hervorgehende Einzelteil.

Zuschnitte fertigt Pütz aus eigenem Portfolio ebenso wie aus beigestelltem Material im Lohnauftrag.

Auch: Formatzuschnitt

Zwischenlage Anwendung & Bauteil

Zwischenlage bezeichnet die Folie, die zwischen gestapelte Produkte gelegt wird, damit diese nicht aneinander haften, verkratzen oder verkleben. Sie kommt bei Blechen, Platten, Lebensmittelportionen und Rohteilen zum Einsatz. Sie wirkt unscheinbar, ist aber prozesskritisch: Eine Zwischenlage, die klebt oder sich statisch auflädt, blockiert die automatisierte Entnahme.

Abgrenzung: Die Zwischenlage trennt gestapelte Teile im Lager oder Transport; die Trennfolie wirkt dagegen innerhalb eines laufenden Press- oder Aushärteprozesses.

Pütz konfektioniert Zwischen- und Einlegelagen als Formatware oder Rolle in der benötigten Stapelgeometrie.

Auch: Interleaver, Interleaving-Folie, Einlegefolie

Zu prüfenintern · Normzuordnungen im Glossar

Von den 126 Normnummern im Glossar sind 83 durch Angaben belegt, die bereits auf den Substratseiten stehen. Die folgenden 43 sind fachlich gängige Zuordnungen, die beim Schreiben ergänzt wurden. Sie sollten vor der Freigabe einmal fachlich bestätigt werden, weil eine falsche Normnummer in einem Kundendokument schwerer wiegt als eine fehlende:

ASTM D1876 · ASTM D1894 · ASTM D1922 · ASTM D2457 · ASTM E313 · ASTM F88 · DIN 4108-3 · DIN 53364 · DIN 55529 · DIN EN 14477 · EN 1186 · EN 13501-1 · IEC 60093 · IEC 60112 · IEC 60216 · IEC 60250 · IEC 61340-5-1 · ISO 105-C06 · ISO 11339 · ISO 11357-2 · ISO 11357-3 · ISO 11359-2 · ISO 14644 · ISO 14782 · ISO 175 · ISO 22007 · ISO 4892 · ISO 5659-2 · ISO 6383 · ISO 8296 · ISO 9352 · ISO/IEC 7810 · UL 746B · Verordnung (EU) Nr. 10/2011

Zwei inhaltliche Punkte zum Gegenlesen: Die Zuordnung Teonex® zu Toyobo stammt von der Substratseite, marktüblich wird die Marke Teijin zugeschrieben. Der Eintrag Ausgangsfestigkeit ist als Bezugswert für Alterungsprüfungen geschrieben. Gemeint sein könnte auch die Anfangshaftung beim Siegeln.

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Wenn Sie einen Fachbegriff vermissen oder zu einer Anwendung genauer wissen möchten, welches Substrat infrage kommt, sprechen Sie uns an. Wir ordnen Ihre Anforderung ein und sagen Ihnen, was sich damit umsetzen lässt.

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