Folientyp · Substrat-Spoke

BOPP biaxial orientiertes Polypropylen.

Die Standardfolie der flexiblen Verpackung: transparent, matt, weiß-opak und metallisiert, siegelfähig und beschichtet.

Überblick

Was ist BOPP?

BOPP bezeichnet biaxial orientiertes Polypropylen, also Polypropylenfolie, die nach dem Extrudieren in Längs- und Querrichtung gereckt wird. Die Folie ist leicht, klar und siegelfähig und deckt einen großen Teil der flexiblen Verpackungen ab, die Sie im Lebensmittelhandel sehen.

Wird nur in Laufrichtung gereckt, entsteht MOPP, monoaxial orientiertes Polypropylen. Beide fasst der Oberbegriff OPP zusammen, der im Alltag oft zu hören ist, aber offen lässt, in welche Richtungen gereckt wurde. Gemeint ist fast immer BOPP, und so führen wir die Folie auch.

Die Reckung richtet die Molekülketten aus und verbessert Steifigkeit, Festigkeit und Transparenz gegenüber ungereckter Polypropylenfolie deutlich. Deshalb läuft BOPP auch auf schnellen Verpackungsmaschinen stabil.

Die meisten BOPP-Verpackungsfolien sind mehrschichtig aufgebaut: Ein Polypropylen-Kern trägt außen eine oder zwei Funktionsschichten, coextrudiert oder als Beschichtung aufgebracht. So lassen sich Siegelfähigkeit und Barrierewirkung einstellen, ohne den Kern zu verändern. (Quelle: Taghleef Industries/20250715_MUS_EU-2.pdf; Treofan/20250929_CLB - 07_18.pdf)

Technische Werte
BOPP – Folie

Eigenschaften

Eigenschaften von BOPP.

PlatzhalterInput Vertrieb

Worauf kommt es bei BOPP in der Praxis an? Bitte im Review dieser Seite stichpunktartig notieren. Daraus entsteht der Text für diesen Abschnitt. Zahlenwerte stehen nur in der Tabelle darunter.

Technische Daten

Technische Werte von–bis.

EigenschaftWertEinheit
Zugfestigkeit60–330MPa
Schrumpfung0,5–7,0%
Dickenbereich4–100µm

Die Werte sind Bereiche über alle Typen hinweg. Den passenden Typ für Ihre Anwendung wählen wir gemeinsam mit Ihnen aus.

Quellen (intern):

  • Zugfestigkeit: Taghleef Industries/20250715_ESO - ME.pdf; Nagase/20250929_function_film_e.pdf
  • Schrumpfung: Nagase/20250929_function_film_e.pdf; Innovia/20250718_Propafilm RC_0519.pdf
  • Dickenbereich: Nagase/20250929_function_film_e.pdf; Taghleef Industries/20250715_LIG_EU-2.pdf · 4 µm aus Fließtext Nagase EM-501

Varianten

BOPP-Varianten: Auszug aus dem Portfolio.

GruppeCharakter
Transparent, siegelfähigKlare Folien mit coextrudierter oder beschichteter Siegelschicht, auch mit niedrigem Siegelbeginn. (Quelle: Innovia/20250718_Propafilm RC_0519.pdf)
MattEinseitig seidenmatte Oberfläche mit deutlich reduziertem Glanz, für hochwertige Anmutung. (Quelle: Taghleef Industries/20250715_MUS_EU-2.pdf)
Weiß-opakHohe Opazität, für Etiketten und Verpackungen ohne Durchsicht. (Quelle: Taghleef Industries/20250715_PPGP_EU-2.pdf)
Für die MetallisierungAuf der behandelten Seite metallisierbare, beidseitig siegelfähige Basisfolie. (Quelle: Taghleef Industries/20250716_BSS - EU - 04_21.pdf)
PVDC-beschichtetDeutlich erhöhte Sauerstoff- und Aromabarriere, zusätzlich Mineralölbarriere. (Quelle: Treofan/20250929_CLB - 07_18.pdf)
Acryl-beschichtetBreiter Siegelbereich und gute Maschinengängigkeit bei moderater Gasbarriere. (Quelle: Innovia/20250718_Propafilm RC_0519.pdf)
EtikettenfolienAls Haftetiketten-Obermaterial oder für das In-Mould-Labeling, teils mit Drucklack. (Quelle: Taghleef Industries/20250715_PPGP_EU-2.pdf; Taghleef Industries/20250715_LIT_EU-2.pdf)
Recycling-optimiertFür PP- und Polyolefin-Recyclingströme qualifizierte Typen, die Barriereverbunde mit Polyamid (PA) oder Polyvinylidenchlorid (PVdC) ersetzen sollen. (Quelle: Taghleef Industries/20250715_XFWM_EU-2.pdf)
Industrie- und KondensatorfolienSehr dünne Ausführungen für elektrotechnische Anwendungen. (Quelle: Nagase/20250929_function_film_e.pdf)

Bei der Barriere entscheidet die Beschichtung. Gegen Sauerstoff erreicht ein PVDC-beschichteter Typ eine erheblich höhere Barriere als ein rein acrylbeschichteter. (Quelle: Treofan/20250929_CLB - 07_18.pdf; Innovia/20250718_Propafilm RC_0519.pdf) Wenn Sie Sauerstoffbarriere brauchen, klären wir deshalb zuerst die Beschichtungsfrage.

Branchen, in denen BOPP typisch eingesetzt wird

Einsatz nach Branche.

Denkbar, im Einzelfall zu prüfen

Automobilindustrie · Bauwirtschaft und Baustoffindustrie · Chemische Industrie und Kunststoffindustrie · Elektro- und Elektronikindustrie · Energieversorgung und Umweltwirtschaft · Maschinen- und Anlagenbau · Medizintechnik · Pharmaindustrie · Luft- und Raumfahrtindustrie · Sportartikel- und Spielwarenindustrie · Verteidigungs- und Sicherheitsindustrie · Finanz- und Versicherungsdienstleistungen

Für diese Branchen ist BOPP aus verwandten Anwendungen abgeleitet und nicht aus einer bestehenden Zuordnung übernommen. Ob das Substrat zu Ihrer konkreten Anwendung passt, klären wir vor einer Zusage. So beschreibt es die Pütz-Methode.

Verarbeitung bei Pütz

Verarbeitung bei Pütz.

Sie erhalten BOPP als Rollenware, als Formatware und Zuschnitt oder als Kreuzspule. Aus Ihrem eigenen Material übernehmen wir das Lohnschneiden. Wo die Anwendung es verlangt, kommt Veredeln hinzu.

Aus den Lieferantenunterlagen ergeben sich praktische Hinweise für die Verarbeitung. Die Folien sollen kühl gelagert und vor der Verarbeitung im Verarbeitungsklima konditioniert werden; zudem nennen die Lieferantenblätter eine begrenzte Verarbeitungsfrist. (Quelle: Treofan/20250929_CLB - 07_18.pdf) Bei coronabehandelten Typen ist das kein Formalismus, denn die Oberflächenspannung baut sich mit der Zeit ab.

Bahnenbreiten4 bis 2.500 mm
Breiten-Toleranz± 1 mm bis ± 0,05 mm
Folienstärken6 bis 500 µm
Kerne25 bis 152 mm
Rollen-Außen-Øbis 1.200 mm
Formatware (Kantenlängen)19 bis 1.800 mm

Nachhaltigkeit

Monomaterial und Recyclingströme.

BOPP ist eines der Materialien, bei denen die Umstellung auf Monomaterial-Verpackungen tatsächlich vorankommt. Als reine Polyolefin-Folie ohne Fremdschichten ist BOPP ein zu 100 % recyclingfähiges Monomaterial. Mehrere Hersteller führen Typen, die ausdrücklich für PP- und Polyolefin-Recyclingströme qualifiziert sind und klassische Barriereverbunde mit Polyamid oder PVdC ersetzen sollen. (Quelle: Taghleef Industries/20250715_XFWM_EU-2.pdf) Einzelne Folien tragen das Siegel „Made for Recycling“. (Quelle: Innovia/20250718_Propafilm RC_0519.pdf)

Zur Einordnung gehört auch: Diese Recyclingfähigkeit gilt der Folie, nicht automatisch der fertigen Verpackung. Ob sie im Recyclingstrom ankommt, entscheidet der gesamte Aufbau, denn ein beschichteter, bedruckter oder mit fremden Materialien kombinierter Verbund verhält sich anders als die Einzelfolie. Wir sagen das offen, weil es die Materialauswahl beeinflusst.

Wo Barriere gefordert ist, führt der ehrliche Weg über die Frage, wie viel Barriere die Anwendung wirklich braucht. Genau das klären wir vor der Materialauswahl, und wir benennen auch, wo ein Monomaterial-Ansatz an seine Grenze kommt.

Beratung

Beratung nach der Pütz-Methode.

Welche BOPP-Folie zu Ihrer Anwendung passt, klären wir gern gemeinsam nach der Pütz-Methode.

Am Anfang steht die Klärung Ihrer Anforderungen, nicht der Produktvorschlag. Die Pütz-Methode beschreibt den Ablauf in neun Schritten, inklusive Mustern zum Test auf Ihrer eigenen Linie.

OCR-Vorbehaltintern · vor Freigabe

Die technischen Werte stammen aus per OCR digitalisierten Lieferanten-Datenblättern. Kritische Werte (Toleranzen, Grenzwerte, Zulassungen) bitte vor kundenseitiger Zusage am Original-Datenblatt gegenprüfen.

Direkt anfragen

Ihre Anfrage zu BOPP.

Sie erhalten BOPP nach Ihrer Anforderung konfektioniert, veredelt und geschnitten: Konfektionierung, Veredeln und Lohnschneiden.

Disclaimer: Die auf dieser Seite genannten technischen Daten, Eigenschaften und Anwendungsbereiche basieren auf Informationen unserer Lieferanten sowie typischen Erfahrungswerten. Sie stellen keine garantierten Spezifikationen dar. Produktionsbedingte Abweichungen, Weiterentwicklungen oder Änderungen der Produkteigenschaften sind jederzeit möglich. Die tatsächliche Eignung eines Folientyps für einen spezifischen Verwendungszweck muss im Einzelfall geprüft werden. Genau dafür gibt es die Pütz-Methode: Wir klären die Anforderungen gemeinsam und stellen Muster für Ihre eigenen Tests bereit. Bitte fragen Sie die Verfügbarkeit und aktuellen Spezifikationen vor einer Bestellung ausdrücklich bei uns an. Alle Angaben ohne Gewähr.

Häufige Fragen

Gut zu wissen.

Was ist der Unterschied zwischen OPP und BOPP?

OPP ist der Oberbegriff für orientiertes Polypropylen und lässt offen, in welche Richtungen gereckt wurde. BOPP bezeichnet die biaxial, also in Längs- und Querrichtung gereckte Variante, die den überwiegenden Teil des Marktes ausmacht. Wird nur in Laufrichtung gereckt, spricht man von MOPP. Deshalb führen wir die Folie als BOPP.

Wie gut ist die Barriere von BOPP-Folien?

Das hängt fast vollständig von der Beschichtung ab. Beim Sauerstoff erreichen PVDC-beschichtete Typen eine erheblich höhere Barriere als rein acrylbeschichtete. Welche Barriere Ihre Anwendung braucht, klären wir im Gespräch.

Ist BOPP für Lebensmittelverpackungen geeignet?

Die Lieferanten weisen ihre Verpackungstypen als konform mit den europäischen und US-amerikanischen Anforderungen für den Lebensmittelkontakt aus. Die Konformitätserklärung stellen wir für die konkrete Type bereit.

In welchen Dicken gibt es BOPP?

BOPP ist in einer großen Bandbreite belegt, von Verpackungstypen bis zu sehr dünnen elektrotechnischen Industriefolien. Die belegten Werte stehen in der Tabelle „Technische Werte von–bis“ auf dieser Seite. Welche Dicken für einen konkreten Typ lieferbar sind, unterscheidet sich je Hersteller; das klären wir im Gespräch.

Sind BOPP-Folien recyclingfähig?

Als reine Polyolefin-Folie ohne Fremdschichten ist BOPP ein zu 100 % recyclingfähiges Monomaterial. Mehrere Hersteller führen Typen, die ausdrücklich für PP- und Polyolefin-Recyclingströme qualifiziert sind. Ob eine fertige Verpackung recycelt werden kann, entscheidet allerdings der gesamte Aufbau: Beschichtung, Bedruckung und kombinierte Materialien verändern das Bild.

Liefert Pütz BOPP konfektioniert?

Ja. Sie erhalten BOPP als Rollenware, Formatware, Zuschnitt oder Kreuzspule, auf Wunsch auch im Lohnschneiden aus Ihrem Material.